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Stimmungsvolle Atmosphäre
Akzente setzen mit Licht

Lichtideen fürs Wohnen und Arbeiten
Lichtideen fürs Wohnen und Arbeiten FOTO: Fördergemeinschaft Gutes Licht
Düsseldorf (RP). Die Möbel können noch so geschmackvoll gewählt, das Parkett noch so hochwertig sein - wenn die Beleuchtung nicht stimmt, fehlt es dem Raum an Atmosphäre. Professionelle Planer wissen, wie sich Licht und Schatten effektvoll im Dienste des Wohlgefühls einsetzen lassen. Von Cordula Hupfer

Der Feierabend könnte so schön sein, wäre da nicht der unterkühlte Empfang durch eine trostlos baumelnde Glühbirne im Wohnungsflur. Harmonische Beleuchtung - das merkt man vor allem dann, wenn sie fehlt - sorgt für Behaglichkeit.

Der Düsseldorfer Lichtplaner Daniel Klages ist bestens vertraut mit dem wohldosierten Einsatz von "Licht im Raum", so der Name seiner Manufaktur, und gibt Anregungen für den richtigen Einsatz der Stimmungsquelle Licht:

Der größte Fehler: Zu viel Licht, zu starke Lichtquellen. Angenehm ist hingegen, wenn Kontraste entstehen, das heißt wenn Licht und Schatten gemischt werden. Ist es überall gleich hell, wirkt der Raum langweilig und ermüdend.

Die heimelige Mischung lässt sich in langen Fluren zum Beispiel über eine Rhythmisierung von Licht und Schatten in Form mehrerer statt einer zentralen Leuchte erreichen. Ein weiterer Fehler ist allerdings das genaue Gegenteil: Zu wenig Licht. Das erschwert die Orientierung und schafft Unsicherheit.

Noch ein Fehler: Viele suchen sich zunächst nach ästhetischen Kriterien eine Leuchte aus und überlegen dann, welches Licht sie brauchen. Besser umgekehrt verfahren: 1. Welches Licht (Arbeits-, Wohlfühl- oder Leselicht) brauche ich?
2. Welche Leuchte passt zur Wohnungseinrichtung?

Flur: Obwohl der erste Eindruck zählt, wird der Flur oft stiefmütterlich behandelt: nicht als Raum, sondern bloß als Durchgang mit reiner Zweckbeleuchtung. Interessant beleuchtete Flure bereiten Bewohnern und Gästen hingegen einen freundlichen Empfang.

Also besser auch hier mehrere Lichtquellen einsetzen: Etwa eine Deckenleuchte plus, je nach Flurgröße, eine oder mehrere kleine Lichtquellen auf einer Konsole. Oder Wandleuchten aus Glas, die über Schulterhöhe montiert werden. Ist nur ein Deckenanschluss vorhanden, bietet sich ein Schienensystem an, an dem mehrere Leuchten angeschlossen werden können, die individuell schwenkbar sind.

Küche: Besonders für Familien der am intensivsten genutzte Arbeitsraum. Oberste Regel: Das Licht gehört dahin, wo es gebraucht wird, also gut verteilt auf die Arbeitsfläche, etwa unter die Hängeschränke, und im Bereich der Kochplatte, meist durch eine beleuchtete Dunstabzugshaube realisiert.

Ist ein Essplatz integriert, gehört unbedingt in 60 bis 70 Zentimeter Höhe eine Leuchte direkt darüber, um den Raum zu strukturieren: hier wird geschnippelt und gekocht, dort gegessen. Die Tischfläche sollte gleichmäßig ausgeleuchtet sein und das Licht darf keinesfalls blenden. Die Leuchte muss abgeschirmt sein oder einen nur schwach lichtdurchlässigen Schirm haben.

Moderne Leuchten wie beispielsweise die Ocular-Modelle von "Licht im Raum", die das Licht mittels einer Linse bündeln, so dass es absolut blendfrei und dimmbar ist, sind hier ideal. Bei einer Wohnküche gilt auch: Das Licht nach Anlass benutzen, also keine Festbeleuchtung über der Arbeitsplatte, wenn gerade gespeist wird. Das spart Energie und schafft Atmosphäre.

Wohnzimmer: Die klassische Deckenleuchte ist kein Muss, obwohl der Trend wieder zum opulenten Leuchter geht, auch zum Lichtobjekt als repräsentativer Mittelpunkt des Raums.

Beleuchtung dezentral gestalten und mischen: Leselampe, Bodenleuchten, Deckenfluter, einzelne Strahler, um besondere Möbel in Szene zu setzen. Ein Licht hinter dem Fernseher (40 Watt reichen aus) entlastet die Augen.

Gemütlichkeitskiller Nummer eins: daugrelles Licht. Lichtplaner Klages setzt daher auf dimmbare Lichtquellen, denn Licht dimmen heißt nicht nur, dass die Helligkeit abnimmt, sondern auch, dass sich die Lichtfarbe hin zu Orange/Rot verändert, und genau das schafft Gemütlichkeit.

Problem: Beim Dimmen entstehen Schwingungen, die man besonders bei billigen Leuchten hören kann - eben alles eine Frage der Qualität. Auch der Bodenbelag sollte berücksichtigt werden.

Wichtig bei Räumen mit Kachelboden: Nur die Wände anstrahlen, am besten mit, Halogenglühlampen, nicht den Boden. Halogenlampen reflektieren das Licht weich. Bei Parkett gilt: Halogenlicht auf Holz bringt dessen Farbe wunderbar zur Geltung.

Arbeitszimmer: Die gute alte Architektenlampe bleibt das Referenzmodell: sie sollte flexibel sein, das Arbeitsfeld gleichmäßig ausleuchten und man darf sich beim Ein- und Ausschalten nicht die Finger verbrennen. Sie kann mit einem Energiesparleuchtmittel betrieben werden.

Beim Schreibtisch mit Glasplatte ist Halogen schwierig, hier gilt wieder: nur blendfreies Licht ist angenehmes Licht. Eine gute Lösung für Computer-Arbeit, die gleichmäßige Lichtverteilung verlangt, ist eine Grundbeleuchtung durch indirektes Licht, das von einer möglichst hellen Decke reflektiert wird, plus einer flexiblen, blendfreien Tischleuchte.

Badezimmer: In einem kleinen Bad reicht Licht am Spiegel. Das Licht sollte auf keinen Fall von oben kommen, sonst wirft es unangenehme Schatten auf das Gesicht. Gut geeignet sind stabförmige Lichtquellen mit lichtstreuenden Abdeckungen, die links und rechts des Spiegels oder darüber angebracht sind. In größeren Badezimmern sorgt zusätzlich eine Deckenleuchte mit lichtstreuender Abdeckung für die Allgemeinbeleuchtung.

Schlafzimmer: Wichtig sind zwei voneinander unabhängige Nachttischlampen, die Leselampenqualität haben sollten, sonst wird's unangenehm für die Augen. Ein zusätzlicher Deckenfluter sorgt für helles Licht beim Saubermachen oder Ankleiden, kann danach aber wieder stimmungsfördernd gedimmt werden. Die eleganteste Ankleidelösung sind in den Schrank integrierte Leuchten.

Kinderzimmer Da Kinderzimmer Vielzweckräume sind, sollte man auf Spaßlampen mit zweifelhaften Lichtquellen verzichten. Ein Kinderzimmer nicht kindisch beleuchten, es muss auch mal hell sein können, zum Beispiel beim Malen und Basteln. Wichtig ist eine bewegliche Lampe an Schreibtisch und Bett, ergänzt durch eine großflächige Pendel- oder Deckenleuchte.

Allgemein gilt: In punkto Licht sollten die Anforderungen an ein Kinderzimmer erwachsen sein.

www.licht-im-raum.de

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