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Mein Eigenheim (Folge 5)
Der finanzielle Rahmen
Mein Eigenheim (Folge 5): Der finanzielle Rahmen
RP-Online-Autorin Kerstin Helmerdig ist auf der Suche nach ihrer Traum-Immobilie. FOTO: Anja Streichan
Düsseldorf. Die Entscheidung, ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen, sollte nicht abhängig davon gemacht werden, wie niedrig oder hoch die Zinsen im Moment sind. Denn würde ich das tun, könnte ich mich schnell übernehmen. Die niedrigen Zinsen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass ich mich mit dem Kauf jahrelang verpflichte. Ein Besuch bei der Bank hilft weiter.

Der Beratungstermin findet morgens statt, die Bankberaterin kommt extra zur Filiale in meiner Nähe. Natürlich habe ich mir schon vorher Gedanken gemacht, wie viel Eigenkapital ich mitbringe und wie hoch die Einkünfte in etwa sind. Diese Daten nimmt die Beraterin als Basis.

Nachdem die monatlichen Grundpauschalen für Haushaltskosten und sonstige Ausgaben abgezogen sind, ermittelt sie eine Gesamtsumme, die wir für die Immobilie ausgeben könnten. Die monatliche Rate, die ich für das Darlehen zahlen müsste, liegt deutlich über der aktuellen Miete. Endlich steht also eine Zahl im Raum. Für mich ein gutes Gefühl.

Bei dem Gespräch macht die Beraterin auf verschiedene Punkte aufmerksam, die ich bislang nicht bedacht hatte: Zuerst einmal kann man das Darlehen sowohl über die Bank als auch über die Kreditanstalt für Wiederaufbau – kurz KfW – finanzieren. Von der KfW hatte ich schon gehört. Das Besondere: Die Konditionen sind meist recht günstig, zumal man im ersten Jahr nur die Zinsen zahlt und noch nicht das Darlehen tilgt. Doch manchmal sind die Zinsen der KfW nicht so günstig, wie die der Bank.

In meinem Fall rät die Bank-Expertin dazu, neben dem Kredit auch einen Bausparvertrag abzuschließen, um die Anschlussfinanzierung zu sichern. Immerhin sind die günstigen Zinsen erst einmal nur für zehn oder 15 Jahre fest. Dann läuft der Vertrag aus, man muss neu verhandeln. Das Risiko, dass die Zinsen dann wieder deutlich höher liegen, ist natürlich groß. Deswegen schlägt sie den Bausparer vor, der einen Teil des Restschuld absichert. Ich würde dann für einen Teil der Summe weiterhin recht niedrige Zinsen zahlen. Klingt logisch. Doch muss ich bedenken, dass ich monatlich Geld für den Bausparvertrag einplanen muss – und wenn ich ihn dann später nutze, sind die Tilgungssätze recht hoch. Ich muss aufpassen, dass in zehn Jahren die finanzielle Belastung nicht deutlich höher ausfällt, als im Moment.

Am Ende des Gesprächs weiß ich, wo in etwa die finanzielle Grenze liegt. Doch ist mir auch eine Sache klar: Ich möchte noch nicht einmal in die Nähe dieser Grenze kommen, weil mir das Risiko, am Ende völlig überschuldet da zustehen, zu groß ist. Immerhin weiß niemand, wie sich die wirtschaftliche Situation noch entwickeln wird. Und was, wenn die Preise wegen der niedrigen Zinsen im Moment in die Höhe schießen und ich in ein paar Jahren viel weniger für meine Immobilie bekomme? Diese Gedanken schwirren durch meinen Kopf, als ich zum nächsten Besichtigungstermin fahre.
 

Quelle: anch
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