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Eigentlich zu schön, um nur darin zu kochen
Küchentrends: Machen Sie diesen Raum zum Zentrum

So schön kann eine Küche sein
So schön kann eine Küche sein FOTO: ALNO AG
Düsseldorf (rpo). Die Küche: Unscheinbar, versteckt hinter der Tür, kein Raum zum Vorzeigen - das war einmal. Mittlerweile wird dieser Raum immer mehr zum Mittelpunkt des täglichen Lebens. Hier trifft sich die Familie mit Freunden, man schwingt gemeinsam den Kochlöffel oder sitzt einfach nur gemütlich zusammen, isst und redet. Und wo versammeln sich meistens alle Gäste bei einer Party? Natürlich in der Küche. Von Isabelle Schiffer

Wurde lange Zeit beim Hausbau der Küchenraum so geplant, dass er getrennt vom Rest der Wohnräume war, hat sich das Blatt völlig geändert. Heute ist die Küche genauso Wohn- wie Nutzraum und rückt immer mehr in den Mittelpunkt. Der Trend geht dahin, dass dieser Raum großzügig geplant wird, da er nicht nur zum Kochen allein genutzt wird, sondern auch Treffpunkt und Kommunikationszentrum ist. Eine zum Wohnraum hin offene Küche mit frei im Raum stehenden Arbeitsinseln – ein Trend, der sich in Zukunft noch stärker durchsetzen wird.

Kochen wie die Profis – dazu gehört ein in der Raummitte positioniertes, rundherum zugängliches Arbeitszentrum. Wer meint, dazu brauche er eine riesengroße Küche, der irrt sich. Schon in einem etwa vier mal vier Meter großen Raum kann so eine Arbeitsinsel realisiert werden. Dazu lässt man sich am besten in einem Küchenfachgeschäft beraten. So ein Arbeitszentrum bietet die verschiedensten Möglichkeiten: Hier kann gekocht oder gespült werden – zu bedenken ist dabei nur, dass dann für ausreichend Strom oder Wasserzu- und -abläufe gesorgt werden muss. Wesentlich einfacher, aber genauso praktisch kann eine Insellösung sein, die nur als Arbeitsplatz dient.
Reicht der Platz in der Küche für eine komplett freistehende Insel nicht aus, könnte sie auch mit einer Seite an die Wand gerückt werden. Diese Halbinsel wird dann zum Raumteiler zwischen Küche und Essbereich.

Bekennen Sie Farbe in der Küche

Mittlerweile haben die Hersteller so viele Farben im Angebot, dass jeder seine persönliche Lieblingsfarbe finden kann. Es gilt das Motto: Alles ist erlaubt und erlaubt ist, was gefällt. Trotzdem stehen immer einige Farben im Mittelpunkt. Zur Zeit ist das zum Beispiel die Farbe Rot:  Vom Signal- oder Dunkelrot bis hin zu Auberginetönen. Aber auch kräftige Blau- und Grüntöne und Schwarz sind wieder vertreten. Außerdem gibt es eine breite Palette von Erd- und Naturfarben, wie Kaffee, Sahara oder Lava, sowie frische Pastelltöne. Ein ganz neuer Trend geht hin zu Milchkaffee-, zarten Vanille- und Weißtönen.

Knallige und dunkle Farben können mit neutralen Farbtönen wie Weiß, Hellgrau oder Creme kombiniert werden. So setzten sich einzelne Bereiche farblich ab. In einer hellen Küche können Sie zum Beispiel die Oberschränke farblich gestalten oder die Arbeitsinsel in einer Kontrastfarbe zu den übrigen Möbeln wählen. Wie wäre es, wenn Sie eine eher farblose Küche mit einer farbigen Arbeitsplatte optisch betonen? Mit einfachen Möglichkeiten wird Farbe in die Küche gebracht – auch in eine vorhandene: Eine farbige Wand, Gardinen, Rollos, Stühle oder Kissen.

Mit den richtigen Möbeln Platz und Ordnung satt

Extratiefe und extrabreite Unterschränke bieten sehr viel mehr Stauraum. Damit jeder Zentimeter richtig genutzt wird, stehen viele variable Innenausstattungssysteme zur Auswahl. Beispiel Eckschränke: Im hinteren Bereich sind sie oft schlecht einzusehen. Neben dem klassischen Drehkarussell gibt es heute Frontauszüge oder Auszüge, die sich mit dem Öffnen der Tür automatisch nach vorne bewegen. So wird alles in Sicht- und Griffweite geholt. Die großen Schubladen werden mit Systemen ausgestattet, die alles an ihrem Platz halten. Immer mehr im Kommen sind auch Schwenk- oder Lifttüren an Oberschränken. Ihr großer Vorteil: Während der Küchenarbeit sind sie aus dem Weg, da sie nicht wie Drehtüren zur Seite öffnen, sondern nach oben. Das fiese Kopfanstoßen fällt damit weg. Oft wird unter dem Schrankelement Platz verschenkt. Durch Sockelschubladen wird zusätzlicher Stauraum geschaffen. Gut zu wissen dabei ist, dass Einbau-Elemente meist genormt sind. Dadurch passen Modelle verschiedener Hersteller oft zusammen.

Ein weiterer Trend in der Küche sind grifflose Fronten. Soll heißen, statt aufgesetzter Griffe oder Griffstangen haben die Türen und Auszüge integrierte Mulden – oft aus Aluminium. Das sieht nicht nur schön aus, grifflose Fronten lassen sich auch leichter reinigen und man kann sich nicht an vorstehenden Griffen stoßen.

Bausteinsysteme für das Kochzentrum

Passionierte Hobbyköche werden jubeln: Dank Bausteinsystemen können sie ihre Kochfelder individuell zusammenstellen. Das kostet zwar mehr als ein Standard-Kochfeld, ist aber exakt angepasst an die persönlichen Kochvorlieben und –gewohnheiten. Voraussetzung für den Einbau ist, dass die notwendigen Anschlüsse vorhanden sind. Mittlerweile haben alle Markenhersteller solche Bausteine im Programm: Vom Ceranfeld, der Induktionskochstelle, dem Gaskochfeld, über Grill und Wok-Kochstelle bis hin zur Friteuse.

Beim Spülbecken setzen sich weiter die Materialien Edelstahl und Keramik durch. Eine gute Küchenarmatur sollte in jedem Fall eine ausziehbare Schlauchbrause besitzen. So muss man zum Beispiel den sperrigen Topf zum Abspülen nicht irgendwie in das zu kleine Becken hieven.

Immer noch im Trend: Holz und Landhausstil

Wenn es um wohnliche Küchen geht, steht die Landhausküche immer noch an erster Stelle. Mittlerweile kommt eine solche Küche aber mit wenig Schnörkeln und dezenten Schmuckelementen aus. Weniger ist oft mehr, und mit hellem Holz oder Beizungen in Pastelltönen wird eine Leichtigkeit in den Raum gebracht.

Holz ist und bleibt ein wichtiges Küchenmaterial. Der Trend geht zu ausdrucksstarken Hölzern wie Walnuss oder das Kunstholz Zebrano, die markante Maserungen oder starke Hell-Dunkel-Kontraste aufweisen.

 
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