| 11.57 Uhr

Tipps für die Unwetter-Vorsorge
Wenn der Blitz einschlägt - und die Versicherung nicht greift

Blitzschlag und Überspannungen: So schützt die Hausratversicherung
Ein Blitzschlag kann die heimische Elektronik schnell zerstören. FOTO: dpa, ppl lre fpt
Düsseldorf. Durch die starken Unwettern in NRW machen sich viele Menschen Gedanken darüber, wie sie ihr Hab und Gut schützen können. Blitzschläge stellen gerade für Geräte wie Fernseher und Computer eine große Gefahr dar. Wichtig zu wissen: Nicht immer greift in solchen Fällen die Versicherung.  Von Henning Bulka

Wenn ein Gewitter aufzieht, sollten Verbraucher ihre wichtigen elektronischen Geräte vom Stromnetz trennen, insbesondere bevor man das Haus verlässt. Dazu rät aktuell der Hersteller AVM, der unter anderem den Internet-Router "Fritzbox" vertreibt. Dazu zählt AVM nicht nur seine eigenen Geräte. "Auch Fernseher und Computer nehmen Sie besser von der Stromversorgung", schreibt das Unternehmen auf seiner Website.

Auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe rät dazu, sich gegen ein Gewitter abzusichern. Hierbei helfen zum Beispiel Überspannungsschutzgeräte, diese gibt es beispielsweise im Baumarkt aber auch online für wenige Euro. Sie werden in die Steckdose eingesteckt, also zwischen das Gerät und das Stromnetz des Hauses. Schlägt der Blitz ein, soll der Schutz verhindern, dass die Spannung ins Gerät gelangt und es beschädigt.

Blitzschlag ist nicht gleich Blitzschlag

Die Verbraucherzentrale NRW rät außerdem dazu, den eigenen Versicherungsschutz zu überprüfen. Nicht alle Schäden durch eine Überspannung im Netz seien automatisch durch die Hausratversicherung abgedeckt, sagt Philipp Opfermann von der Verbraucherzentrale. "Der Schutz kann aber zumeist erweitert werden, das ist dann aber extra mit dem Versicherer zu vereinbaren"

Wichtig ist hierbei der Unterschied zwischen einem Schaden durch unmittelbaren Blitzschlag und einem Schaden durch Überspannung. "Ist nur der klassische Blitzschlag versichert, gilt der Schutz meist nur für Schäden, die durch einen Einschlag in das Gerät selbst verursacht wurden - oder Schäden durch einen Blitzeinschlag auf dem eigenen Grundstück", erklärt Opfermann. "Das ist aber häufig nicht der Fall." Mit der Erweiterung sind dagegen auch Überspannungsschäden versichert, die entstehen, wenn der Blitz beispielsweise in die Oberleitung auf dem Nachbargrundstück einschlägt und es so zu einer erhöhten Spannung im Netz kommt.

Zusatzversicherung "macht den Kohl nicht fett"

So eine zusätzliche Versicherung von Überspannungsschäden sei in den "besseren" Versicherungen meist enthalten und koste je nach Größe der Wohnung auch nur eine verhältnismäßig kleine Summe mehr. "Das macht den Kohl nicht fett", meint Opfermann. Wichtig sei es, dass Verbraucher das Kleingedruckte überprüfen oder schon vor Abschluss einer Versicherung auf diese Klauseln achten.

Eine Umfrage unserer Redaktion unter den Versicherungen Ergo, Allianz und Axa ergab, dass Verbraucher hier automatisch gegen solche Überspannungsschäden abgesichert sind. Je nach Versicherungstarif gibt es hierbei aber Obergrenzen, Geräte sind also nur bis zu einer bestimmten Summe versichert. Auch bei diesen großen Anbietern lohnt deshalb der Blick ins Kleingedruckte.

Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Blitzschlag und Überspannungen: So schützt die Hausratversicherung


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.