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Mein Eigenheim (Folge 4)
Die Suche geht weiter
Mein Eigenheim (Folge 4): Die Suche geht weiter
RP-Online-Autorin Kerstin Helmerdig ist auf der Suche nach ihrer Traum-Immobilie. FOTO: Anja Streichan
Düsseldorf. Die Enttäuschung sitzt tief. Es hätte alles so schön sein können, doch leider passten meine Möbel nicht in die wunderschön gelegene Wohnung. Zu klein, ich hätte es drehen und wenden können, wie ich wollte.  Von Kerstin Helmerdig

Doch statt aufzugeben, gönne ich mir eine kleine Wohnungspause und mache mich eine Woche später wieder von vorne auf die Suche. Die Pause war genau richtig, denn in dieser Zeit sind zahlreiche neue Angebote ins Internet gestellt worden. Die Auswahl scheint auf den ersten Blick unerschöpflich. Aber ich weiß ja nun, worauf ich achten muss: Eine Mindestquadratmeterzahl von 100 scheint vorerst sinnvoll.

Für zwei Personen, die planen, länger an diesem Ort zu leben, ist das wohl eine gute Hausnummer. Dann haben wir beide noch Zimmer für die Arbeit und unsere Hobbys. Außerdem sind viele Wohnungen mit einem großzügigen Wohnbereich ausgestattet, sodass die 100 Quadratmeter schnell erreicht sind.

Eine Wohnung liegt in einem schönen, südlichen Stadtteil von Essen. Sie liegt zentral, dennoch ist man schnell im Grünen, ein S-Bahn-Anschluss ist auch in der Nähe. Sie hat neben einem großen Wohn-Esszimmer ein geräumiges Schlafzimmer und ein großes Arbeitszimmer. Sogar ein Gäste-Bad wird angekündigt. Und ein Balkon ist dabei. Ich vereinbare einen Termin.

Wohnung mit Renovierungsbedarf

Zwei Tage später stehe ich mit der Maklerin vor dem Hauseingang. Es leben sieben oder acht Parteien im Haus, das kann ich gerade nicht überblicken. Die Wohnung gehört einem Single-Mann. Er wohnt dort mit seinem Hund. Und einem großen Terrarium mit irgendwelchen Eidechsen. Der Geruch ist - naja - appart. Immerhin liegt in den meisten Räumen Fliesenboden, den man gut reinigen könnte.

Den Teppich in Schlaf- und Arbeitszimmer müsste ich tauschen. Ebenso die Tapete an den Wändern, die teilweise ziemlich angeschubbelt aussieht. Da ist wohl die Hundeecke.

Insgesamt macht die Wohnung einen guten Eindruck. Der Balkon hat allerdings Süd-Ost-Ausrichtung. Morgens im Sonnenlicht frühstücken könnten wir dort nicht. Wohl aber den Abend beim Sonnenuntergang enden lassen. Als wir uns das restliche Haus anschauen, fällt auf: Es gibt keinen Waschkeller. Den, so die Aussage des Wohnungsbesitzers, wollen die Eigentümer in der nächsten Zeit selbst bauen. Wir müssten mit anpacken.

In diesem Moment kommen mir Zweifel: Ich dachte immer, der Vorteil einer Eigentumswohnung sei, dass man sich eben nicht um alles selbst kümmert, sondern viele Dinge auslagert an eine Verwaltung und dafür eben einen Teil des Hausgelds bezahlt. Interessanterweise ist es bei dieser Hausgemeinschaft anders: Das Hausgeld ist zwar ziemlich hoch, dennoch organisieren die Bewohner das meiste selbst: den Winterdienst, die Grünpflege, den Ausbau des Kellers. Stellt sich die Frage, wozu das Hausgeld verwendet wird. Für die Rücklagen, so die Antwort. Denn die Gemeinschaftskasse sei ziemlich leer, weil letztens die Fassade renoviert worden ist.

Ich belasse es bei dem Eindruck. Später überlege ich, ob es nicht vielleicht besser wäre, sich direkt nach einem Haus umzuschauen. Immerhin muss man dann keine regelmäßigen Eigentümerversammlungen über sich ergehen lassen. Und kann selbst entscheiden, wozu das gesparte Geld genutzt wird. Mit dieser Idee will ich mich später beschäftigen. Für's Erste kann ich sagen: Die Hunde-Reptilien-Wohnung mit dem noch nicht augebauten Waschkeller ist nicht mein Traum-Zuhause.

Quelle: anch
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