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Aldi, Lidl, Rewe
Welcher Supermarkt hat die beste Eigenmarke?

Eigenmarken Lidl, Aldi, Rewe: Welcher Supermarkt hat die besten?
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Düsseldorf. Fast jeder Supermarkt setzt inzwischen auf Eigenmarken. Egal ob "Gut & günstig" oder "Ja!", die Produkte sollen für den Verbraucher besonders günstig sein und den Herstellern dennoch gute Margen bescheren. Aber welche Eigenmarken bieten auch wirklich gute Qualität? Von Susanne Hamann

Wenn im medizinischen Bereich herausgefunden werden soll, ob ein Verfahren oder ein Medikament wirkt, dann wird im besten Fall eine sogenannte Meta-Analyse erstellt. Darin werden die größten Studien, die bislang zu einem Thema gemacht worden sind, auf ihre Ergebnisse untersucht. So kristallisiert sich schnell heraus, welches Urteil, welche Kritik und welche Erkenntnisse sich häufen - und somit, welches Qualitätsurteil letztlich zu vergeben ist.

Genau diese Methode haben die Tester vom Verbraucherportal vergleich.org nun angewendet, um herauszufinden, welche Eigenmarke der verschiedenen Supermärkte die beste Qualität bietet. Dafür nahmen sie sich 60 Tests zu den verschiedenen Produktserien vor, die in den letzten vier Jahren von der Stiftung Warentest durchgeführt worden waren.

Testsieger der Meta-Analyse ist der Discounter Lidl. Er erhielt in den Untersuchungen der Stiftung Warentest eine Durchschnittsnote von 2,49. Die Lebensmittel der Eigenmarken von Aldi Nord und REWE belegten den zweiten und dritten Platz mit Noten von 2,56 beziehungsweise 2,61. Penny erzielte mit seinen hauseigenen Produkten eine Durchschnittsnote von 2,62 und errang damit den vierten Platz. Den fünften Platz erhielt "Gut & Günstig", die Eigenmarke von Edeka (Note 2,66). Aldi Süd landete mit einer Bewertung von 2,78 nur auf dem sechsten Platz. Am schlechtesten schnitten die Waren der Eigenmarke von Real ab. Diese Produkte erhielten in den meisten Tests der Stiftung Warentest nur die Note 2,99.

Die Mär von der edleren Mittelmarke

Wie wichtig Eigenmarken im Lebensmittelsektor geworden sind, zeigt eine Nielsen-Studie  aus dem Jahr 2013. Demnach kaufen ein Drittel der deutschen Verbraucher bewusst Eigenmarken, um den Einkaufspreis von Lebensmitteln insgesamt gering zu halten - Tendenz steigend.

Aber auch, wenn der Wille da ist: Immer dürfte den Verbrauchern das nicht gelingen. Denn die Analyse von Vergleich.org zeigt auch auf, dass eine Eigenmarken letztlich eben doch kein zwingendes Indiz dafür ist, dass ein Produkt auch kostengünstig sein muss.

Besonders Waren aus dem mittleren Preissegment entpuppten sich demnach bei genauerer Prüfung als Mogelpackungen. So ergaben die Untersuchungen etwa, dass "REWE Beste Wahl"-Produkte durchschnittlich um 73,3 Prozent teurer waren als ihre billigeren "Ja!"-Pendants. "real,- Quality"-Waren dagegen fielen im Schnitt sogar um rund 110 Prozent teurer aus als die preiswerten "TIP"-Artikel vom gleichen Hersteller. "Dabei erhöhte sich aber nicht unbedingt die Qualität", ist in der Meta-Analyse zu lesen. "Häufig stammen sowohl Billig- als auch Mittelmarken-Produkte aus ein- und derselben Produktion."

Gut schneiden in dieser Analyse ausschließlich die klassischen Markenhersteller wie Knorr, Dr. Oetker oder Alete ab. Sie erhielten von der Stiftung Warentest eine Durchschnittsnote von 2,05 - lagen also deutlich über den Eigenmarken der Supermärkte. Allerdings sind sie eben auch oft deutlich teurer.

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