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Insektengift in Eiern
EU zieht Konsequenzen aus Fipronil-Skandal

EU zieht Konsequenzen aus dem Fipronil-Skandal
Die Öffentlichkeit erfuhr erst im Juli vom Fipronil-Skandal. FOTO: dpa
Brüssel. Nach dem Fipronil-Eier-Skandal im Sommer geloben die EU-Länder für künftige Fälle engere Zusammenarbeit und schnellere Informationen über gefährliches Essen für die Bürger.

So könnte es künftig in allen EU-Ländern "Beauftragte für Lebensmittelsicherheit" geben, die wichtige Erkenntnisse rasch sammeln und weitergeben. Die Ernennung solcher Spezialisten werde geprüft, sagte EU-Kommissar Vytenis Andriukaitis am Dienstag nach einem Treffen mit Experten aus Deutschland und den übrigen EU-Ländern in Brüssel.

Behörden hatten Hinweise schon im vergangenen Jahr

Dabei ging es um Konsequenzen aus dem Skandal um das Insektengift Fipronil. Es war im Sommer in mindestens 45 Ländern in Millionen Eiern aufgetaucht, darunter 26 der 28 EU-Staaten. Das Mittel soll illegal gegen Schädlinge in Ställen eingesetzt worden sein.

In den Niederlanden hatten Behörden schon voriges Jahr Hinweise darauf, im Sommer fanden belgische Behörden dann tatsächlich Spuren von Fipronil in Eiern. Die Öffentlichkeit erfuhr aber erst mehr als zwei Wochen später davon, als am 20. Juli über das EU-Schnellwarnsystem RASFF die anderen Mitgliedstaaten informiert wurden. Viele Eier waren da schon gegessen.

Hintergrund: Die schlimmsten Lebensmittel-Skandale FOTO: Ewa Studio/ Shutterstock.com

Andriukaitis sagte, künftig solle es schneller eine gemeinsame Einschätzung möglicher Gefahren geben. Das Schnellwarnsystem RASFF soll enger mit dem System für Verwaltungszusammenarbeit AAC verzahnt werden. Dass die Niederlande und Belgien die übrigen EU-Staaten schleppend über das Fipronil-Risiko informierten, soll indes folgenlos bleiben. "Es geht hier nicht um Sanktionen", sagte Andriukaitis.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch fordert viel weitreichendere Maßnahmen. "Lebensmittel müssen entlang der gesamten Lieferkette rückverfolgbar sein", erklärte der Verband. Den Verbrauchern dürften nicht länger Alibi-Lösungen aufgetischt werden.

(veke/dpa)
 
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