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Fipronil-Skandal
Rund 10,7 Millionen verseuchte Eier kamen nach Deutschland

Fipronil-Eier: über 10 Millionen verseuchte Eier in Deutschland
Bis zu 10,7 Millionen Eiern könnten mit Fipronil belastet sein, sagt das Bundeslandwirtschaftsministerium. (Symbolbild) FOTO: dpa, wal
Exklusiv | Berlin. Nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums sind in Deutschland wohl deutlich mehr Eier mit dem Insektizid Fipronil belastet, als bisher angenommen. Von Jan Drebes und Birgit Marschall

Das geht aus der Antwort des Ministeriums auf eine kleine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor, die unserer Redaktion vorliegt. Darin heißt es, es sei davon auszugehen, "dass rund 10,7 Millionen möglicherweise mit Fipronil belastete Eier aus den Niederlanden nach Deutschland geliefert worden sind". Bisher war stets von zehn Millionen Eiern die Rede gewesen.

Ende Juli wurde bekannt, dass in Eiern Rückstände des Läusegifts gefunden wurden. Die Spur führte nach Belgien und in die Niederlande, wo Reinigungsmittel mit dem eigentlich in Lebensmittelbetrieben verbotenen Insektizid gefunden wurden. Millionen Eier mussten aus Supermarktregalen genommen werden, noch immer laufen Testverfahren, welche Eier und eihaltigen Produkte belastet sind.

Neben Deutschland, den Niederlanden und Belgien sind auch Länder wie die Schweiz, Schweden und Großbritannien betroffen. Berichte von Krankheitsfällen gibt es bislang nicht.

"Mangelnde Auskünfte" aus Belgien und den Niederlanden

Aus der Antwort der Bundesregierung auf die kleine Anfrage geht weiter hervor, dass sich die genaue Anzahl der in den Handel gelangten Eier nicht mit Sicherheit abschätzen lasse. "Auch hat sich zwischenzeitlich erhöhter Ermittlungsbedarf zu möglicherweise mit belasteten Eiern hergestellten Verarbeitungsprodukten ergeben", schreibt das Ressort von Agrarminister Christian Schmidt (CSU).

Zudem ist von "mangelnden Auskünften" aus den Niederlanden und Belgien die Rede. Für Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt ist das ein Skandal. "Die Antwort der Bundesregierung ist ein Armutszeugnis", sagte sie. In der Koalition herrsche "weitesgehend Unwissenheit".

Zwei Festnahmen in den Niederlanden

Dass jetzt ein intensiveres Monitoring von Lebensmitteln mit hohem Eianteil vereinbart wurde, sei ein Schritt in die richtige Richtung, doch bei Weitem nicht ausreichend. "Landwirtschaftsminister Schmidt muss den Eierskandal endlich zur Chefsache machen und die Aufklärung nicht nur den Landesministern überlassen", sagte Göring-Eckardt.

Unterdessen haben Ermittler in den Niederlanden zwei Manager festgenommen. Nach Angaben der niederländischen Staatsanwaltschaft handelt es sich um Führungskräfte des Unternehmens ChickFriend, das im Zentrum des Falls steht. Die Männer stehen unter Verdacht, bei der Säuberung von Hühnerställen bewusst das Insektengift Fipronil eingesetzt zu haben. ChickFriend soll fipronilhaltige Reinigungsmittel von einem belgischen Hersteller erhalten haben, der seine Produkte auch an Betriebe in Deutschland verkaufte.

EU beruft Krisensitzung ein

In dem Skandal beruft die EU derweil eine Krisensitzung ein. Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis erklärte am Freitag, er habe ein Treffen der zuständigen Minister sowie Behördenvertreter der betroffenen Länder vorgeschlagen. Es solle stattfinden, sobald alle Fakten auf dem Tisch liegen. Vom Eier-Skandal sind mittlerweile zwölf europäische Länder betroffen.

 
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