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Wegen Krebsgefahr
Wissenschaftler wollen Glyphosat-Zulassung aufhalten

Krebsgefahr durch Glyphosat - Wissenschaftler fordern Verkaufsstopp
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München. Nachdem das Bundesintitut für Risikobewertung das Pestizid Glyphosat als für den Menschen unbedenklich eingestuft hat, schlagen rund 100 Wissenschaftler nun Alarm: Sie kritisieren diese Entscheidung in einem offenen Brief und fordern das Verbot des Mittels. 

Das berichtet die "Süddeutschen Zeitung"  unter Berufung auf einen offenen Brief den die Wissenschaftler an EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis gerichtet haben, nachdem die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) den Stoff kürzlich als "wahrscheinlich nicht krebserregend" eingestuft hat. Auch gegen das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) erhoben die Wissenschaftler schwere Vorwürfe.

"Fehlerhafte Bewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit"

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Die Analyse der deutschen Behörde sowie die darauf aufbauende Bewertung der Efsa enthalte schwerwiegende Mängel, schrieben die Forscher dem Bericht zufolge. Sie sei in Teilen "wissenschaftlich unakzeptabel", und die Ergebnisse seien "durch die vorliegenden Daten nicht gedeckt". In dem Schreiben fordern die Wissenschaftler demnach die EU-Kommission auf, bei ihren Entscheidungen "die fehlerhafte Bewertung der Efsa nicht zu beachten".

Die Risiken des weltweit am meisten verkauften Pestizids sind umstritten, seit die Krebsagentur der Weltgesundheitsorganisation den Wirkstoff im Frühjahr als "wahrscheinlich krebserregend für Menschen" bewertet hat. Auch Umweltschützer halten den Stoff für hochgiftig und fordern seit Jahren ein Verbot von Glyphosat.

Koordinator des offenen Briefes der Wissenschaftler ist dem Bericht zufolge der Krebsforscher Christopher Portier, Ex-Direktor des US National Toxicology Program, einer wichtigen Einrichtung der US-Regierung zur Chemikalien-Prüfung. Unter den 96 Unterzeichnern sind dem Bericht zufolge anerkannte Wissenschaftler, die für international renommierte Organisationen arbeiten, etwa die Deutsche Forschungsgesellschaft, das Krebsforschungszentrum Heidelberg, die Leibniz-Gesellschaft, das italienische Collegium Ramazzini sowie Universitäten in den USA, Australien oder Japan.

Die Forscher aus 25 Ländern weisen demnach ausdrücklich darauf hin, dass sie für sich selbst sprechen, nicht für ihre Institutionen. Der offene Brief soll am Dienstag in Brüssel übergeben werden. Die Zulassung für Glyphosat in der Europäischen Union läuft nächsten Sommer aus, für die Hersteller geht es um Milliardenumsätze. Für eine neue Genehmigung müssen die Risiken des Unkrautvernichters neu bewertet werden. Ob das Mittel weiter eingesetzt werden kann, entscheidet dann die EU-Kommission. Sie stützt sich dabei auf das Urteil der EU-Behörde Efsa und des deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung. Das BfR wies die Vorwürfe der 96 Forscher nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" zurück.

(AFP)
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