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Tipps
So vermeiden Sie Lebensmittelabfälle

Was das Mindesthaltbarkeitsdatum bedeutet
Was das Mindesthaltbarkeitsdatum bedeutet FOTO: dpa, Tim Brakemeier
Jahr für Jahr landen in Deutschland bis zu elf Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. 75 Prozent davon entstehen in privaten Haushalten. Das sind rund 82 Kilogramm Lebensmittel pro Kopf. Erfahren Sie hier, was Sie tun können, damit Sie mehr von den Lebensmitteln nutzen, die Sie einkaufen. Von Katharina Stanienda

Aus Wertschätzung ist Geringschätzung geworden. Jedes achte Lebensmittel wird in Deutschland weggeschmissen. Das hat verschiedene Ursachen. Man kauft mehr, als man braucht. Man greift eher zu Großpackungen, weil diese scheinbar billiger sind. Man lagert Lebensmittel nicht richtig und verwertet Essensreste nicht weiter. Außerdem werden auch solche Lebensmittel weggeschmissen, die noch kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums stehen.

Derartige Wegwerffallen lauern überall. Viele davon lassen sich verhindern. Auf diese Weise können Sie bares Geld einsparen. Eine Studie der Stuttgarter Universität hat  ergeben, dass jährlich etwa 200 bis 260 Euro im Mülleimer landen. Für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt bedeutet das pro Jahr eine Menge von vermeidbaren Lebensmittelabfällen im Wert von fast 1000 Euro. Geld, das in Restmüll, Biotonne und Kanalisation entsorgt oder an Haustiere verfüttert wird. 

Damit Sie Ihren Geldbeutel schonen können, haben wir vier Tipps zusammengestellt, mit denen Sie Lebensmittelabfälle vermeiden können.

  • Planen Sie Ihre Einkäufe

Bereits beim Einkaufen kann man einiges falsch machen.

Meiden Sie Spontankäufe und eilen Sie nicht planlos in den Supermarkt. Schon gar nicht dann, wenn Sie hungrig sind. Dann neigt man eher dazu, zu dem zu greifen, was zwar am leckersten aussieht, das man aber eigentlich nicht unbedingt braucht. Kaufen Sie stattdessen bewusst ein. Eine Einkaufsliste kann Ihnen weiterhelfen und Sie zuverlässig durch den Angebotsdschungel im Supermarkt begleiten.

Checken Sie vorab Ihre Vorräte, um festzustellen, was Sie wirklich brauchen. Bevor Sie dann eine Einkaufsliste erstellen, sprechen Sie vorher mit den anderen Haushaltsmitgliedern. Durch die Absprache wird das Wergwerfrisiko zusätzlich reduziert. Meiden Sie darüber hinaus Sonderangebote. Man lässt sich schnell verführen, weil Großpackungen und Rabattaktionen à la "Nimm 3, zahl 2" auf den ersten Blick sehr verlockend scheinen. Man greift gerne zu, hat dann aber, zu Hause angekommen,  plötzlich doch keine Verwendung für die überschüssigen Lebensmittel.

  • Lagern Sie Ihre Lebensmittel richtig

Eine Frage, die sich viele stellen, ist, wie und wo sie Ihre Einkäufe am besten lagern. Die Aufbewahrung von Lebensmitteln unterscheidet sich teils stark. Manche mögen es lieber hell, manche dunkel, manche kühl und wiederrum andere bevorzugen Zimmertemperatur. So gehört Brot am besten in einen Brotkasten, Kaffee gut verschlossen in den Kühlschrank, Kartoffeln sollten ins Dunkle und Mehl, Nudeln sowie Nüsse nehmen Feuchtigkeit übel. Mit der richtigen Lagerung verlieren Lebensmittel nicht an Geschmack und Frische. So lassen sich einige Wegwerfkandidaten vor der Tonne bewahren.

Beachten Sie in erster Linie die Temperatur- und Lagerhinweise. Behalten Sie darüber hinaus Ihre Vorräte im Blick. Viele Lebensmittel werden zu Lagerhütern. Schnell Aufzubrauchendes platzieren Sie im Kühlschrank daher am besten ganz vorne, wohingegen Lebensmittel mit einem längeren Mindesthaltbarkeitsdatum nach hinten gehören. Auf diese Weise fristet kein einziger Joghurt mehr ein Schattendasein im Kühlschrank. Erfahren Sie hier, wie Sie welche Lebensmittel optimal lagern.

  • Prüfen Sie Ihre Lebensmittel

Wer kennt das nicht? Ein Joghurt im Kühlschrank steht kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums oder hat dieses sogar schon längst überschritten. Viele neigen dazu, diesen ohne einen weiteren Gedanken zu entsorgen. Dabei sagt dieses Datum nichts darüber aus, ob ein Produkt noch genießbar ist oder nicht. Denn Lebensmittel sind unterschiedlich gekennzeichnet. Einige mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum und wiederrum andere mit dem sogenannten Verbrauchsdatum.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist lediglich eine Empfehlung des Herstellers, das Produkt bis dato zu verzehren. Spezifische Eigenschaften wie Geschmack, Geruch, Farbe, Konsistenz und Nährwert werden bis dahin garantiert. Allerdings unter der Voraussetzung, dass es ungeöffnet geblieben ist und auch richtig gelagert wurde. Das Produkt ist nach Ablauf also nicht automatisch schlecht. Milchprodukte wie Joghurt, Käse oder Quark sind noch mehrere Tage nach Ablauf genießbar. Bei Produkten wie Nudeln, Reis, Mehl oder Bier hingegen sind es sogar mehrere Monate. Eine Liste der Verbraucherzentrale Hamburg zur Haltbarkeit von Lebensmitteln finden Sie hier.

Anders verhält es sich jedoch beim Verbrauchsdatum. Dieses ist an der Aufschrift "Zu verbrauchen bis..." zu erkennen und muss gesetzlich verpflichtend von Herstellern bei leicht verderblichen tierischen Lebensmitteln angegeben werden. Denn nach Ablauf stellen Lebensmittel, die mit einem Verbrauchsdatum gekennzeichnet sind, eine Gefahr für die Gesundheit dar. Ist es überschritten, bleibt Ihnen nur noch eins: die Mülltonne.      

Bevor aber ein Joghurt darin landet, sollten Sie sich, auf Ihre Sinne verlassen. Sehen, Riechen, Schmecken ist angesagt. Denn wenn ein Joghurt normal riecht, normal aussieht und auch normal schmeckt, ist er auch noch gut.

  • Verwerten Sie auch Reste

Grundsätzlich ist es natürlich das Beste, nur so viel zu kochen, wie auch gegessen wird. Reste entstehen aber auch nach dem leckersten Mittag- oder Abendessen. Und obwohl diese eigentlich zu gut sind, um sie wegzuwerfen, landen sie dennoch oftmals in der Mülltonne.

Das können Sie ändern. Frieren Sie das Überbliebene stattdessen ein oder lagern Sie die Reste im Kühlschrank und nehmen Sie diese am nächsten Tag mit auf die Arbeit. So können Sie sich den Gang in die Kantine sparen. Alternativ lassen sich viele Essensreste aber auch in Form eines Eintopfs oder Auflaufs verwerten. 

Das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung bietet auf seiner Homepage einen interessanten Service an: Geben Sie die Art der Reste in ein Programm ein und Sie bekommen ein Rezept, dass Sie mit Ihren übrig gebliebenen Lebensmitteln Realität werden lassen können.

 

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