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Von 8,50 bis 20 Euro Stundenlohn
Wie finde ich eine legale Putzfrau?

13 Fakten: Alles rund um Putzfrauen
13 Fakten: Alles rund um Putzfrauen FOTO: AP, AP
Düsseldorf. Zum Jahreswechsel nimmt sich mancher vor, seine Putzfrau endlich aus der Schwarzarbeit zu holen. Am einfachsten ist die Anstellung einer Minijobberin. Doch es gibt auch andere Möglichkeiten. Von Katrin Haas

In Deutschland arbeiten laut einer Prognos-Studie rund eine Million Menschen illegal als Putzkraft, Kinderfrau oder Hauswirtschafterin. Das ist auf den ersten Blick zwar günstiger, aber auch verboten. Zudem lassen sich nur die Kosten von legal Beschäftigten von der Steuer absetzen.

Für schwarz arbeitende Putzfrauen sind im Schnitt 8,50 Euro pro Stunde fällig. Wer dagegen seine Putzkraft als Minijobber einstellt, zahlt im Schnitt zehn Euro. Für selbstständige Kräfte, die sich eigenständig versichern, sind 16 Euro fällig. Und wer seine Putzhilfe von einem Dienstleistungsunternehmen bekommt, muss 20 Euro pro Stunde zahlen. Die Preisunterschiede hängen vor allem damit zusammen, wie die Reinigungskräfte sozialversichert sind und ob sie Mehrwertsteuer erheben müssen.

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Minijobber Besonders einfach ist legale Beschäftigung zu organisieren, wenn die Putzhilfe als Minijobberin arbeitet. Dazu muss der Haushalt sie bei der Minijob-Zentrale anmelden. Das geschieht mittels eines Haushaltsschecks, der vom Arbeitgeber und der Putzkraft ausgefüllt wird. Der Arbeitgeber zahlt 14,44 Prozent an Sozialabgaben und Steuern. Im Gegenzug kann er einen Teil seiner Ausgaben steuerlich geltend machen, maximal 20 Prozent der Ausgaben. Rund 290.000 Personen sind derzeit als Minijobber in Privathaushalten beschäftigt. Es könnten aus Sicht der Haushalte deutlich mehr sein. Doch das Problem: Häufig wollen Reinigungskräfte nicht als Minijobber arbeiten, weil sie nicht beliebig viele Minijobs haben dürfen. Maximal 450 Euro im Monat darf ein Minjobber insgesamt verdienen.

Selbstständige Putzfrau Unbürokratisch ist es für den Haushalt auch, wenn die Putzfrau sich als Unternehmerin selbstständig gemacht hat. Dann bekommt er von ihr lediglich eine Rechnung, die er begleichen muss. Die Putzfrau-Unternehmerin ist für ihre Kranken-, Renten- und Unfallversicherung sowie ihre Steuer selbst verantwortlich. Naturgemäß treibt das den Preis, zumal die Putzfrau auch noch 19 Prozent Umsatzsteuer nehmen und abführen muss. So sind 16 Euro Stundenlohn brutto keine Seltenheit. Zudem muss man eine solche Putzfrau-Unternehmerin auch erstmal finden. Immerhin kann der Haushalt einen größeren Teil der Kosten als beim Minijob steuerlich geltend machen.

Hintergrund: Steuertrick und Steuerbetrug FOTO: dpa, fz

Steuerkarte Wer eine Kinderfrau oder Haushälterin braucht, kommt mit einer Minijobberin ohnehin nicht hin. Dann wird es nötig, die Hilfe per Steuerkarte zu beschäftigen. Damit wird der Haushalt zum Arbeitgeber, was deutlich aufwendiger ist. Der Arbeitgeber muss bei der Arbeitsagentur eine Betriebsnummer beantragen, seine Angestellte bei den Sozialkassen anmelden und entsprechend Beiträge abführen sowie die Lohnsteuer anmelden und zahlen. Inzwischen gibt es aber viele wirklich hilfreiche Programme im Internet: Über Gehaltsrechner, den etwa Krankenkassen anbieten, kann der Arbeitgeber en detail Sozialabgaben und Umlagen, Nettolohn und Steuerlast berechnen. Über die Kassenseite SV.net (www.gkvnet-ag.de) kann der Arbeitgeber die Mitarbeiterin bei den Sozialkassen (inklusive Rentenkasse) anmelden. Über die Elster-Programme erfolgt die Meldung beim Finanzamt. Der Lohn für die Mühe: Der Haushalt kann einen höheren Teil der Kosten steuerlich geltend machen.

Lokale Dienstleister In vielen Städten gibt es Agenturen, die Putzhilfen beschäftigen und verleihen - so etwa in Düsseldorf das Unternehmen Casa Blanka, das von der Zukunftswerkstadt Düsseldorf 1998 gegründet wurde. Hier soll eine Alternative zum Schwarzmarkt geschaffen werden. Das gelang so erfolgreich, dass Casa Blanka seit 2005 ohne die bislang nötigen Fördergelder des Europäischen Sozialfonds und des Landes NRW auskommt. Ab drei zusammenhängenden Stunden beträgt der Preis für eine Putzkraft bei Casa Blanka 17,69 Euro, plus die Anfahrtsgebühr innerorts von 3,75 Euro. Macht insgesamt 21,44 Euro. Die Reinigungskraft ist über Casa Blanka sozialversichert. Falls diese krank oder in Urlaub ist, sorgt das Unternehmen für Ersatz.

Vermittlungs-Plattform Das Berliner Start-up helpling.de gehört zum Rocket-Internet-Imperium der Samwer-Brüder und vermittelt zwischen selbstständigen Putzkräften und interessierten Haushalten. Die Reinigungskräfte durchlaufen nach Angaben des Unternehmens einen mehrstufigen Auswahlprozess und müssen ein polizeiliches Führungszeugnis, den Personalausweis und den Gewerbeschein vorlegen. Hier müssen die selbstständigen Putzkräfte zusätzlich zu ihren Kosten noch eine Vermittlungsgebühr an das Portal zahlen. Allerdings berichten Nutzer von vielen Schwierigkeiten, über Helpling tatsächlich eine Hilfe zu finden.

Quelle: RP
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