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Baugrundstücke vor dem Kauf prüfen
So klappt es mit dem Traumhaus
Eigenheim – Die Wünsche der Männer und Frauen
Eigenheim – Die Wünsche der Männer und Frauen FOTO: GOTTFRIED EVERS
Düsseldorf. Der Winter hat sich kaum verabschiedet, da stehen schon viele Häuslebauer in den Startlöchern. Nach der Vermessung geht es im Frühjahr mit dem Erdaushub los. Für Bauherren stellt sich dann vorab die Frage: Wie ist der Baugrund beschaffen und was fördert der Bagger zutage? Von Kai Althoetmar

Verkaufsexposés enthalten oft nur dürre Angaben zum Zustand des Grundstücks. Makler geben die Angaben des Verkäufers wieder und haben ihre eigene blumige und beschönigende Sprache.

Der Verband Privater Bauherren (VPB) rät Bauherren in einem ersten Planungsschritt zu einer Untersuchung des Baugrunds. Nur so seien die Baukosten seriös kalkulierbar. "Solange wir nicht wissen, welchen Baugrund wir haben, wissen wir auch nicht, wie wir das Haus gründen und konstruieren müssen und was dies letzten Endes kostet", erklärt der Bremer VPB-Sachverständige Ulrich Schiffler.

Kosten von 500 bis 1000 Euro

Aufschluss kann die Bohrung mit einer hohlen Sonde geben. Dabei wird ein Bohrkern entnommen, der das Bodenprofil mit allen Erdschichten zeigt. "Dieser Bohrkern", so Schiffler, "erlaubt Rückschlüsse auf die Tragfähigkeit des Bodens und auch auf die Wasserverhältnisse unter Tage." Die Kosten der Bohrung betragen 500 bis 1000 Euro. Ohne die Untersuchung kann der Bauherr vom Grundwasser böse überrascht werden. Schiffer: "Bei hohem Grundwasserstand etwa planen wir eine Weiße Wanne, deren wasserdichter Beton das Haus gegen Grundwasser sichert.“

Ein weiteres Risiko ist eine mögliche Boden-Verseuchung. VPB-Berater Schiffler rät daher: "Gar nicht kaufen sollten angehende Bauherren Grundstücke mit Geschichte." Dazu zählten zum Beispiel alte Gewerbebrachen. "Flächen, auf denen früher ein Dachpappenbetrieb oder ein Galvanounternehmen stand, sollte niemand kaufen." Auch alte Ziegelkuhlen seien kein guter Baugrund, denn die wurden nach dem Krieg oft mit Hausmüll verfüllt.

Ein Extremfall sind ehemalige Mülldeponien. Der Immobilienverband Deutschland (IVD) berichtet von einem Beispiel, dass auf einer früheren Deponie gebaut wurde und zwanzig Jahre später Setzrisse in den Häusern entstanden, weil Deponiegas austrat.

Riskant, so der IVD, seien auch Gelände, wo früher eine Tankstelle, eine Reinigungsfirma oder ein Industriebetrieb war. Im Extremfall wurde dort Sondermüll gelagert. Dann helfen nur Sanierung und Austausch des Erdreichs. Ordnen die Behörden an, das Grundstück zu sanieren, zahlt der aktuelle Eigentümer. Kaufwillige sollten daher vorab bei der Kommune nach einem Altlastenverzeichnis fragen. Alternativ hilft ein Blick ins Grundbuch.

Der VPB rät Käufern, sich mit einem Passus im Notarvertrag abzusichern, dass dem Verkäufer keine Altlasten bekannt seien.

Ein sicherer Modus wäre eine Baugrunduntersuchung, die Grundstückseigentümer und Kaufinteressent gemeinsam veranlassen. Sperrt sich der Verkäufer partout vor dem Gang zum Notar gegen eine Bodenuntersuchung, ist Mißtrauen angesagt. Weist der Baugrund bei einer Untersuchung Mängel auf, sollte über einen Preisnachlass verhandelt werden.

Quelle: chk
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