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Kraft-Wärme-Kopplung
Vier Fragen zum Kraftwerk im Keller
Stromkosten: So viel können Sie in Ihrer Stadt sparen
Stromkosten: So viel können Sie in Ihrer Stadt sparen FOTO: dapd, APN
Frankfurt/Main. Für Hausbesitzer wird der Bau von Anlagen zur Erzeugung von Strom und Wärme künftig leichter. Der Bundestag beschloss am Donnerstag in Berlin einfachere Förderverfahren für die sogenannte Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Diese Art der Energiegewinnung gilt als besonders effizient und ist wichtiger Mosaikstein der Energiewende.

Wie funktioniert die Kraft-Wärme-Kopplung?

KWK-Anlagen erzeugen zugleich Strom und Wärme. Solche Anlagen gibt es sowohl im industriellen Stil in Form von Großkraftwerken als auch in kleinerer Form in Wohnanlagen, Mehr- und teils auch Einfamilienhäusern. Kleine KWK-Anlagen werden teils auch Blockheizkraftwerke genannt.

In KWK-Anlagen wird ein Brennstoff verbrannt, um damit über einen Motor oder eine Turbine Strom zu erzeugen. Die Wärme, welche dabei zeitgleich entsteht, wird ebenfalls genutzt. In Wohnhäusern kann diese direkt in den Heizkreislauf eingespeist werden. Großkraftwerke speisen Abwärme in Fernwärmenetze, um sie zu den Verbrauchern zu bringen.

Wie umweltfreundlich ist die Kraft-Wärme-Kopplung?

KWK-Anlangen gelten als sehr effizient. Nach Angaben des Umweltbundesamtes (UBA) nutzen sie 90 Prozent der eingesetzten Energie. Herkömmliche Kohle-, Gas-, Öl- oder Kernkraftwerke hingegen wandeln nur 41 Prozent der Energie in Strom um; die Abwärme geht verloren. Alleine mit der Abwärme aus Großkraftwerken könnten aber laut UBA theoretisch alle Gebäude Deutschlands beheizt werden.

Die Umweltfreundlichkeit von KWK-Anlagen ist abhängig von eingesetzten Brennstoff. Die Verbrennung von Holzpellets und -schnetzeln oder Biogas, wie sie oft in Mini-Kraftwerken in Wohnhäusern erfolgt, ist klimaneutral. Bei Holz wird bei der Verbrennung das Kohlendioxid frei, das während des Wachstums gebunden wurde. Ähnlich ist es bei Biogas, das aus Pflanzen gewonnen wird. Kohle, Öl oder Erdgas, wie sie in Großkraftwerken genutzt werden, sind hingegen fossile Energieträger, welche die Umwelt entsprechend belasten.

Für wen lohnen sich KWK-Anlagen und welche Einsparungen ermöglichen sie?

KWK-Anlagen können Verluste minimieren, die bei Erzeugung in einem Kraftwerk und anschließendem Transport zu den Verbrauchern anfallen würden. Laut VdZ Forum für Energieeffizienz in der Gebäudetechnik sinkt der Verbrauch an Energieträgern dadurch um ein Drittel.

Auch kann der Strom durch KWK komplett selbst erzeugt werden. Laut VdZ werden bei Ein- oder Zweifamilienhäusern 40 Prozent des erzeugten Stroms selbst verbraucht und der Rest ins örtliche Netz eingespeist. Ob sich eine KWK-Anlage in einem Einfamilienhaus rechnet, sollten Fachleute prüfen.

Welche staatliche Förderung gibt es für KWK-Anlagen?

Wichtiges Element der Förderung sind die Zuschläge von Netzbetreibern bei der Einspeisung von überschüssigem Strom aus kleinen und großen Anlagen ins Netz. Die Zuschläge steigen künftig um 0,3 Cent je Kilowattstunde - bei Kleinanlagen auf 5,41 Cent je Kilowattstunde. Für Großanlagen, welche ab 2013 am Handel mit Emissionsrechten teilnehmen müssen, erhöhen sich die Zuzahlungen zusätzlich um 0,3 Cent. Die Zuschläge tragen alle Verbraucher über den Strompreis.

Betreiber von Kleinanlagen können sich die Zuschläge künftig einmalig vorab pauschal für eine Laufzeit bis maximal 30.000 Betriebsstunden auszahlen lassen. Nicht mehr nötig sind dann jährliche Einzelabrechnungen. Neu gefördert wird die Errichtung von Wärmespeichern, die Fördermöglichkeiten für die Modernisierung von Anlagen werden erweitert.

Weiterhin gilt, dass Betreiber von KWK-Anlagen die Energiesteuer für den Einkauf von Brennstoffen vom Bund erstattet bekommen - derzeit jedoch nicht Betreiber von Mini-Kraftwerken bis zwei Megawatt.

Quelle: AFP
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