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Fipronil-Skandal
Kita-Caterer nehmen Eier aus dem Speiseplan

Wie Caterer und Städte in NRW mit dem Eierskandal umgehen
Im Auftrag der niederländischen Lebensmittelkontrollbehörde NVWA wurden rund eine Million Eier aus einer Geflügelfarm in Onstwedde (Niederlande) zerstört, weil sie mit dem Insektizid Fipronil verseucht sind. FOTO: dpa, sab
Düsseldorf. Aldi nimmt sämtliche Eier aus dem Sortiment, Rewe, Lidl und Edeka verkaufen sie weiter. Doch auch bei Caterern für Kitas und Altenheime kommen Hühnereier zum Einsatz - einige Anbieter reagieren jetzt auf die Krise.  Von Dana Schülbe

Die Behörden gehen inzwischen von zwölf Bundesländern aus, in denen mit Fipronil belastete Eier aus den Niederlanden verkauft worden sein können. Supermarktketten haben entsprechend reagiert. Die niederländische Prüfbehörde hat die Nummern der betroffenen Chargen veröffentlicht. In Niedersachsen werden bereits Produkte untersucht, in denen Eier verarbeitet wurden – wie zum Beispiel Nudeln oder Kuchen.

Auch Caterer, die etwa Kitas oder Altenheime beliefern, arbeiten mit Eiern. Wie gehen sie mit dem Skandal um?

Caterer nehmen Eierspeisen von der Speisekarte

Das Unternehmen "Catering für Kids" aus Rheinberg, das sich auf die Zubereitung von Kindergarten- und Schulessen spezialisiert hat, hat bereits Konsequenzen gezogen. "Um unserer Verantwortung unseren kleinen Kunden gegenüber gerecht zu werden, haben wir uns zu einem kompletten Verzicht von Eierspeisen entschieden", sagt Inhaber Bernd Bittner auf Anfrage unserer Redaktion. "Das gilt auch für Produkte, die in der Herstellung Eianteile enthalten." 

Auch beim Caterer Rebional aus Herdecke wurden Eier und Eierspeisen sofort vom Speiseplan genommen, wie das Unternehmen auf Anfrage mitteilt. Ausnahme seien Lieferanten, die der Firma die Unbedenklichkeit ihrer gelieferten Produkte bestätigten.

Auch Städte in der Region, die mit Caterern für das Essen in städtischen Kindertageseinrichtungen zusammenarbeiten, haben bereits reagiert. Die Stadt Kleve etwa teilte mit, dass man in dieser Frage eng mit dem beauftragten Caterer zusammenarbeite. "Es wurde bereits frühzeitig überprüft und festgestellt, dass keine belasteten Eier verarbeitet wurden", sagte ein Sprecher der Stadt. Zudem habe man mit der Firma eine besondere Vorsicht in Bezug auf die Verwendung von Eiern vereinbart.

Keine belasteten oder regionale Eier

Die Stadt Mönchengladbach teilt mit, dass die Caterer, mit denen man im Kita- oder Altenbereich zusammenarbeite, keine belasteten Eier bezogen oder verarbeitet hätten. Im Kita-Bereich hätten die beiden Caterer dennoch ihre Speiseplanung angepasst. "Derzeit wird auf Eierprodukte und Eierbestandteile verzichtet, um jegliches Risiko und Verunsicherung bei den Kunden auszuschließen", sagte ein Sprecher der Stadt. Der Caterer für die städtischen Altenheime teilte mit, dass die Eier aus regionaler, deutscher Produktion stammten. 

In Essen beliefert der Caterer RGE, ein Tochterunternehmen der Stadt, Kitas, Schulen und die Betriebsgastronomie des Rathauses. "Dort ist man ganz sicher, keine belasteten Eier bezogen zu haben und ist auch in ständigem Kontakt mit den Lieferanten", sagt Jasmin Trilling, Sprecherin der Stadt. Besondere Anweisungen gebe es nicht. "Der Caterer nimmt ganz selbstverständlich seine Sorgfaltspflicht wahr und hat das natürlich nach den Warnungen überprüft", sagt Trilling.

Köln hat keine Kenntnisse darüber, dass die von der Stadt beauftragten Caterer belastete Eier bezogen haben. Es würden die bekannten Empfehlungen im Umgang mit Eiern und Eierspeisen gelten. Auch Dortmund geht davon aus, dass vom Caterer für die städtischen Kitas "vertragsgemäß einwandfreie, nicht-gesundheitsgefährdende Lebensmittel geliefert werden". Die Stadt Duisburg teilte mit, dass keine Untersuchungen durchgeführt werden. Es sei personell nicht möglich, alle Betriebe, die Eier verarbeiten, auf die belasteten Chargen hin zu kontrollieren: "Hier muss der Lebensmittelunternehmer seiner Verantwortung gerecht werden."

 

 
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