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Rechtsfragen
Was an Halloween erlaubt ist – und was verboten

Szenen der FearCon 2017 in Bonn
Szenen der FearCon 2017 in Bonn FOTO: dpa, fgj
Düsseldorf. An Halloween am 31. Oktober sind wieder Monster, Hexen und sonstige gruselige Gestalten unterwegs. Dabei gilt es, ein paar Regeln zu beachten. Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengestellt.

Halloween-Streiche - was erlaubt und was verboten ist

Grunsätzlich gilt: Harmlose Streiche sind kein Problem - solange weder Menschen noch Dinge zu Schaden kommen. Wer etwa Zahnpasta auf die Türklinke geschmiert bekommt, kann sich kräftig ärgern, im Zweifel aber auch die Paste schnell wieder mit dem Lappen entfernen. Rutscht allerdings jemand auf Schmierseife auf der Treppe aus und verletzt sich, kann das zivilrechtliche Ansprüche oder sogar strafrechtliche Verfolgung nach sich ziehen.

Ähnlich ist es mit Streichen wie dem berühmt-berüchtigten Auto in Toilettenpapier: An sich ist das harmlos - zerkratzt man den Lack, ist es Sachbeschädigung. Ein Haus mit Eiern zu bewerfen, kann Ansprüche auslösen, wenn sich die Rückstände nicht mehr einfach entfernen lassen. Dann ist die Frage: Zahlt die Versicherung?

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Wann zahlt die Versicherung nach Halloween-Streichen?

Experten warnen, dass das in der Regel nicht der Fall ist. "Vorsätzlich verursachte Schäden werden nicht von der privaten Haftpflichtversicherung übernommen", betont Ralph Bolder, Sprecher des Bezirksverbandes Bergisch Land des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute. "Nur bei versehentlichen Missgeschicken, wenn beispielsweise auf der Halloween-Party etwas zu Bruch geht, greift der Versicherungsschutz." Mehr Infos dazu hier.

Ist man selbst der Geschädigte, etwa weil ein Eierwerfer die Hausfassade verschmutzt hat, sollte man den Verdächtigen nach seinem Ausweis fragen - sofern man ihn erwischt. Wenn sich derjenige weigert, seine Personalien preiszugeben, kann man die Polizei rufen. Vorsichtig sein sollte man allerdings damit, jemanden festzuhalten - das kann schnell als Nötigung, Körperverletzung oder Freiheitsberaubung ausgelegt werden.

Was gilt für Kinder an Halloween?

Genau wie an anderen Tagen gilt auch am 31. Oktober das Jugendschutzgesetz. "Grundsätzlich ist es die Sache der Eltern, wie lange ihre Kinder alleine unterwegs sind", erklärt Arag-Rechtsexperte Tobias Klingelhöfer. Das Jugendschutzgesetz regelt jedoch den Aufenthalt an bestimmten Orten. So dürften beispielsweise Jugendliche unter 14 Jahren nur bis 22 Uhr alleine in Jugendtreffs oder Vereinen bleiben.

Sollten es Kinder mit den Halloween-Streichen übertreiben, stellt sich die Frage der Haftung. Meist haften die Eltern: entweder, weil sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben oder weil das Kind unreif ist. Die Frage ist: Hätten die Eltern damit rechnen müssen, dass das Kind ernsthaften Schaden anrichtet? Sinnvoll ist, vorher mit seinem Kind zu klären, was es vorhat und was erlaubt ist. Auch wenn dann doch etwas passiert, kann das vom Gericht als mildernd gewertet werden.

Stichwort Horrorclowns: Wie heftig darf man erschrecken?

Der Trend des Sommers 2016, sich als fieser Clown zu verkleiden und andere Menschen grundlos zu erschrecken, ist in diesem Jahr nicht erneut hochgekommen. Doch auch in diesem Jahr warnt die Polizei, dass zu Halloween wieder Horrorclowns unterwegs sein könnten. Wer von einem Horrorclown verfolgt, bedroht oder sogar angegangen wird, sollte die 110 wählen und die Polizei alarmieren. Denn Menschen auch nur zum Schein mit Hammer, Messer oder sonstigen Gegenständen zu bedrohen, ist strafbar. Insbesondere dann, wenn sich der Bedrohte aus Angst in eine gefährliche Situation begibt - beispielsweise im Straßenverkehr. Der Täter haftet dann straf- und zivilrechtlich für die Folgen.

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Autofahren an Halloween - im Kostüm?

Beim Autofahren am letzten Oktoberabend darf die Maskerade nicht übertrieben werden. Hüte, Bärte, Perücken und dicke Brillen behindern Sicht und Bewegungsfreiheit, was gefährliche Folgen haben kann.

Außerdem droht bei einer Kontrolle ein Bußgeld von zehn Euro. Wird der maskierte Fahrer geblitzt und ist nicht eindeutig zu erkennen, kann beim Fahrzeughalter das Führen eines Fahrtenbuchs verordnet werden.

Schlimmer wird es im Falle eines Unfalls: Maskierten kann grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen werden, die Kaskoversicherung kürzt dann unter Umständen ihre Leistungen. Besser ist es, die Verkleidung im Kofferraum zu deponieren und erst vor Ort bei der Party anzuziehen – oder gleich auf öffentliche Verkehrsmittel oder das Taxi umzusteigen. Dann muss man auch bei den Getränken nicht so genau aufpassen.

Das sind die gesetzlichen Regelungen für Allerheiligen

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Auf Halloween folgt Allerheiligen, ein sogenannter "stiller Feiertag". Stellt sich die Frage, ob öffentliche Partys am Vorabend überhaupt gestattet sind. Klingelhöfer: "Verboten sind sie zumindest nicht." Letztlich hänge es vom Bundesland ab. Bayern etwa habe ein sehr strenges Feiertagsgesetz: "Es verbietet an so genannten stillen Feiertagen öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen."

Da Allerheiligen aber nur in fünf Bundesländern gesetzlicher Feiertag ist, steht dem bunten Halloween-Treiben meist nichts entgegen.

(SP-X/csr/hpaw)
 
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