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Mein Eigenheim (Folge 3)
Zum Greifen nah
Mein Eigenheim (Folge 3): Zum Greifen nah
RP-Online-Autorin Kerstin Helmerdig ist auf der Suche nach ihrer Traum-Immobilie. FOTO: Anja Streichan
Düsseldorf. Nachdem ich viele Angebote im Internet angeschaut habe, finde ich eine schöne Wohnung, die preislich erschwinglich und sehr schön gelegen ist. Doch reichen 60 Quadratmeter für zwei Personen? Ein Besichtigungstermin bringt Klarheit. Von Kerstin Helmerdig

Der Makler meldet sich binnen weniger Stunden, nachdem ich die Anfrage abgeschickt habe. Ich vereinbare telefonisch einen Termin für den kommenden Tag, um die Wohnung anzuschauen. Wir treffen uns vormittags vor dem Haus. In Anzug und Krawatte steht er vor mir, blickt mich freundlich an, nennt mich mehrfach bei meinem Namen. Solche Leute sind mir schon suspekt. Aber gut, er ist freundlich und der Schlüssel zur Wohnung.

Der erste Eindruck zählt

Er schließt das Tor zum Grundstück auf. Wir gehen zum Hauseingang, die Wohnung liegt im ersten Stock, keine direkten Nachbarn, was ganz nett ist, weil man so eine Art Diele im Hausflur konzipieren kann. Die drei Räume gehen ineinander über. Zuerst das Wohnzimmer, dann das Arbeitszimmer, am Ende in der Ecke ein kleines Schlafzimmer. Tote Räume nennt man so etwas.

Vom Wohnzimmer gehen Küche und Bad ab. Die Räume sind bereits leergeräumt und scheinen erstaunlich groß. Die Sonne scheint durch die großen Fenster hinein, die Atmosphäre ist gut. In die Küche kann man einen Esstisch stellen. Einen kleinen. Das Badezimmer ist besonders schön: Mediterrane Farben, eine riesige Eck-Badewanne, neue Armaturen. Das gefällt mir. Auch die anderen Räume wirken geräumig. 60 Quadratmeter sind doch recht viel! Ich bekomme Herzrasen, weil ich sehr angenehm überrascht bin.

Das Highlight befindet sich im Garten: Hier steht ein massives Gartenhaus, das zwar noch nicht ausgebaut ist, aber bis zur Übergabe an die neuen Besitzer fertig sein soll. Der perfekte Ort für eine Art Wintergarten/Musikzimmer/Sommerresidenz. Ich bin begeistert! Der Garten ist auch schön, nicht zu groß, nicht zu klein. Ich kann mir gut vorstellen, wie ich sonntags hier Freunde zum Frühstück einlade oder mit meinem Mann einen lauen Sommerabend verbringe.

Aussortieren - fertig? Los!

Euphorisch fahre ich in die Arbeit. Mein Mann ist auch begeistert. Wir wollen abends Möbel stellen - zumindest auf dem Papier. Als ich nach Hause komme, sitzt er schon am Esstisch in unserem alten Wohnzimmer. Er hat unsere Möbel gezählt, ausgemessen und einen Grundriss von der Wohnung gemacht. Los geht's! Wir stellen das Bett ins Schlafzimmer, dazu den großen Kleiderschrank. Die Kommode? Ja, die muss wohl in den nächsten Raum ziehen, ist ja nicht schlimm, so etwas im Arbeitszimmer zu haben.

Der Sessel, der kann daneben, dann haben wir eine Leseecke. Mit zwei Schreibtischen wird es jetzt allerdings eng. Wir schieben sie von links nach rechts, finden schließlich eine Lösung, die allerdings bedeutet, dass wir uns von ein paar Regalen trennen müssen. Egal! Wir wollten eh aussortieren!

...und dann die Überraschung

Weiter geht's mit dem Wohnzimmer: Die Couch, ja. Dann zwei kleine Schränke. Das Klavier. Hm? Vielleicht an die kurze Wand? Und was ist mit dem Esstisch? Wir geben uns größte Mühe, die Möbelstücke platzsparend zu stellen. Es ist bereits fast Mitternacht. Noch immer versuchen wir, eine gute Lösung für das Wohnzimmer zu finden. Wenn wir auf den Esstisch verzichten, dann geht's. Aber dann können unsere Freunde uns nicht im Winter besuchen, weil wir keinen Platz für sie zum Sitzen haben. Nach mehreren Versuchen, zahlreichen Ideen und Verwerfungen ebenjener merken wir: 60 Quadratmeter, das geht gar nicht! Schade um das schöne Gartenhaus!

Quelle: anch
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