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Wohnungswechsel
Leonie Müller wohnt lieber im Zug

Bahnfahren als Zuhause: Leonie Müller wohnt lieber im Zug
Leonie Müller in ihrem neuen Zuhause auf Probe. FOTO: dpa, wst
Tübingen. Sie studiert in Tübingen, hat keine eigene Wohnung und verbringt einen großen Teil ihrer Zeit in Zügen: Die 23 Jahre alte Leonie Müller zahlt statt monatlicher Miete lieber für eine Bahncard 100 mit freier Fahrt auf allen Strecken.

Seit Mai pendelt sie zwischen Universität und verschiedenen Übernachtungsorten hin und her.

Ihr ungewöhnliches Projekt, über das zuerst Spiegel-Online berichtete, sei auch Teil des Studiums für den Bachelor in Medienwissenschaften, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

Gemeldet ist Müller bei ihrem Freund in Köln. Sie übernachtet bei Freunden und Familie in verschiedenen Orten. Ein Sprecher der Deutschen Bahn reagierte positiv auf die Idee.

Bei Facebook und über ihr Blog hält sie Freunde und Interessierte auf dem Laufenden. Wo sie sich gerade aufhält, bei wem sie übernachtet, was sie plant, was sie tut. Gelegentlich kommt es auch zu Diskussionen. So befasst sie sich auch mit kritischen Rückfragen. Mutmaßungen, sie werde von der Bahn gesponsort, weißt sie zum Beispiel entschieden zurück.

Kürzlich habe ihr jemand geschrieben, sie wohne doch gar nicht im Zug. Begründung: Sie komme doch über Nacht bei Freunden unter. Müller hingegen verweist auf den Duden, nach dem "Wohnen" als einen "ständigen Aufenthalt haben" definiert. Und das sei bei ihr halt im Wesentlichen die Bahn.

Zudem fühlt sie sich in den Waggons auch schon so zuhause, dass sich ein Wohlgefühl einstelllt, wie sie versichert. Finanziell lohnt sich der Wohnungswechsel ihrer Berechnung nach sowieso. Die BahnCard 100 koste sie mit 340 Euro im Monat weniger als ihre alte Wohnung. Auch daher habe sie sich für das "Experiment Wohnen 2.0" entschieden.

(dpa)
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