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Bregenz
Große Oper zwischen See und Bergen

Bregenzer Festspiele: Nessun dorma
Bregenz. Auf der größten Seebühne der Welt im österreichischen Bregenz am Bodensee wird die Oper Turandot gespielt. Ein Besuch der Festspiele, die ihr 70-jähriges Bestehen feiern, lässt sich dabei mit einem Wochenende im Bregenzerwald kombinieren. Von Antonia Kasparek

Sommerzeit ist Festspielzeit: Aber nicht nur in Bayreuth und Salzburg erklingen weltbekannte Opern, auch Bregenz bringt wieder musikalischen Hochgenuss auf die größte Seebühne der Welt. Heute beginnen die Festspiele in Bregenz mit "Hamlet", morgen startet die zweite Spielzeit der Oper "Turandot" von Puccini, die bis zum 21. August wieder rund 200.000 Besucher zum Festspielhaus am Bodensee ziehen wird. Blickfang wird dabei das außergewöhnliche Bühnenbild sein. Regisseur Marelli, der in Personalunion als Bühnenbildner tätig war, ließ eine 72 Meter lange Chinesische Mauer in den See stellen - mit einem Gewicht von 335 Tonnen.

Die komplette Bühne ist auf 119 Holzpfählen im See errichtet - im Zentrum eine multifunktionale Drehbühne. Kein Vergleich mehr zu den Anfängen der Festspiele, die dieses Jahr ihr 70-jähriges Bestehen feiern. Was im August 1946 als Bregenzer Festwoche auf zwei Kieskähnen als improvisierte Bühne mit dem Spiel auf dem See begann, entwickelte sich in sieben Jahrzehnten zum renommierten internationalen Festival. Sogar die Macher von James Bond wurden auf die Opernkulissen aufmerksam und ließen ihn in "Ein Quantum Trost" durch das Festspielareal jagen.

Auch wenn dort nicht gespielt wird, zieht die beeindruckende Bühnenkonstruktion bei einem Spaziergang oder bei einer Schiffstour von der Bregenzer Bucht über den Bodensee alle Blicke auf sich. Wenn dann aber die Sonne im Bodensee versinkt und die Lichter rund um das Ufer erglühen, erwacht das Bühnenbild zum Leben. Spektakuläre Licht- und Farbeffekte, Videosequenzen sowie Feuerkünstler und riesige Wasserfontänen entfalten bei Nacht eine zauberhafte Atmosphäre. Drachen, Lampions und die Terrakotta-Armee mit ihren 200 Kriegern entführen die fast 7000 Besucher auf der Tribüne in eine magische fernöstliche Welt.

Wenn noch ein leichter Wind vom See herüber weht, der Blick über die nahen Alpengipfel schweift, eine Entenfamilie leise schnatternd ihre Bahnen um die Bühne zieht und die berühmte Arie "Nessun dorma" erklingt, weiß man, wieso eine Opernvorstellung unter freiem Himmel so ein faszinierendes Erlebnis ist.

Am besten kombiniert man seinen Festspielbesuch mit einem verlängerten Aufenthalt in Bregenz und im nur etwa eine Stunde Fahrt entfernten Bregenzerwald. Spezielle Festspielpakete der Tourismusverbände verbinden Kulturgenuss mit Erholung in der einzigartigen Natur des Waldgebiets. Es gibt zahlreiche Freizeit-, Sport- und Wellnessangebote. Bregenz bietet neben schönen Einkaufsmöglichkeiten auch eine tolle Gastronomieszene und interessante Museen. Ein Muss ist eine Schiffstour über den See sowie eine Fahrt auf den Pfänder, um den atemberaubenden Rundblick über den Bodensee und die Berge zu genießen.

Unbedingt sollte man im Bregenzerwald einen Abstecher zum Frauenmuseum in Hittisau machen. Es ist das einzige dieser Art in Österreich. Es zeigt wechselnde Ausstellungen, die eine frauenrelevante Thematik aus den Bereichen Geschichte, Kunst, Architektur, Sozialgeschichte, Ethnologie und Handwerk durchleuchten. Bis zum 26. Oktober ist dort noch die Ausstellung "Ich, am Gipfel!" - eine kulturhistorische Annäherung an die Frauenalpingeschichte - zu sehen. Informationen im Internet unter www.frauenmuseum.at.

Die Autorin wurde von Österreich Werbung unterstützt.

Quelle: RP
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