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Königswinter
Auf fünf Gipfeln des Siebengebirges

Tipps und Infos zu den zwölf Naturparks in NRW
Tipps und Infos zu den zwölf Naturparks in NRW FOTO: Shiutterstock.com/Andreas Sell
Königswinter. Geißberg, Löwenburg, Rosenau, Großer Ölberg und Petersberg - auf unserer Wandertour erklimmen Ausflügler fünf Hügel des Bonner Mittelgebirges. Es warten historische Ruinen, herrliche Ausblicke und Gaststätten mitten in der Natur. Von Brigitte Bonder

Eigentlich sind es viel mehr als sieben Hügel, die dem Siebengebirge seinen Namen gaben. Zu den bekanntesten zählen der Drachenfels und der Petersberg, doch auch die Erhebungen abseits der Touristenpfade eröffnen herrliche Panoramablicke. Die abwechslungsreiche Siebengebirgstour des Deutschen Alpenvereins (DAV) führt zu den bekanntesten Punkten der Region, lässt den Wanderer aber größtenteils auf ruhigen Pfaden die Natur durchstreifen. Los geht es am Bahnhof Königswinter, der mit Bus und Bahn erreichbar ist, aber auch eine große Anzahl an kostenlosen Parkplätzen bietet. Die Strecke führt zunächst über die Bahnhofsallee und den beliebten Wanderweg X9 in Richtung Süden und biegt hinter der Unterführung unter der Bundesstraße nach rechts ins wildromantische Nachtigallental ab.

Das Kerbtal erstreckt sich vom Ostrand der Altstadt entlang des Drachenfelses, am Taleingang erinnert ein steinerner Altartisch an die Jahrtausendfeier der Rheinlande 1925. Im unteren Nachtigallental gibt es ein Denkmal für den Kölner Liedermacher Willi Ostermann, hinter einem Rundbogentor mit Schlussstein befindet sich noch ein in den Berg eingelassener Kühlkeller des Winzervereins aus dem Jahr 1867. Die Tour durchquert das Nachtigallental und zweigt am oberen Talende links dem Wanderweg X9 folgend ab in Richtung Wolkenburg. Im 12. Jahrhundert sicherte sie das Herrschaftsgebiet des Kölner Erzbischofs. Wolken verhüllen oftmals das Plateau und gaben ihm den Namen.

Wer einen Abstecher zum Drachenfels machen möchte, folgt ab hier der Beschilderung und genießt den Panoramablick vom neuen Besucherplateau über den Rhein. Alle anderen umrunden den Hügel Wolkenburg bis zum Milchhäuschen. Früher versorgte das Haus die Wolkenburg und die Burg Drachenfels mit landwirtschaftlichen Produkten, heute ist das Milchhäuschen ein beliebtes Rastlokal.

Danach geht es über den Fernwanderweg "Rheinsteig" zum Geisberg. Wer den Drachenfels ausgelassen hat, erklimmt hier den ersten Gipfel der Tour und genießt vom Pausenplatz die Aussicht auf Rhöndorf, das Rheintal und den Drachenfels. Die Wanderung führt weiter über den Rheinsteig bis zum Hauptweg "Weg der Deutschen Einheit", der Görlitz mit Aachen und damit die östlichste mit der westlichsten Stadt Deutschlands verbindet. Nach einigen Minuten auf dem historisch bedeutsamen Weg geht es in Richtung Löwenburg, dem zweiten Gipfel der Tour. Im Löwenburger Hof warten regionale Speisen, ein gutbürgerlicher Mittagstisch und selbstgebackener Kuchen.

Die Burgruine liegt auf 455 Metern Höhe und wurde zu Beginn der 1980er Jahre weitgehend rekonstruiert. Von der Löwenburg eröffnet sich ein Rundblick auf Rheintal, Eifel, Siebengebirge und Westerwald, doch auch der nächste Aussichtspunkt der Strecke, der "Drei-Seen-Blick", lockt mit Fernsichten. Ein beliebter Rastplatz war die Grillstelle Nasseplatz im ehemaligen Steinbruch am Lohrberg. Zur Rast bleibt der vorgelagerte Platz. Ganz in der Nähe führt die Tour am Naturparkhaus vorbei. Hier gibt es Ausstellungen zur Geologie des Naturparks Siebengebirge, zu den heimischen Pflanzen und Tieren sowie zu den Burgen und Sagen. Über die Margarethenhöhe geht es zum dritten der fünf Hügel - dem Großen Ölberg. Der mit 461 Metern höchste Berg des Siebengebirges lockt mit einer Aussicht über die bewaldeten Hügel. Wer mag, kehrt zu Kaffee und Kuchen bei Familie Prinz im Gasthaus auf dem Ölberg ein.

Dann geht es weiter zum nächsten Gipfel, dem Berg Rosenau. Heute sind nur noch steinerne Überreste einer Ringmauer der einstigen Höhenburg zu sehen, die mit der Godesburg, dem Drachenfels und der Wolkenburg die Südflanke des Kölner Erzbistums schützte. Dort gibt es einen Rastplatz sowie wenige Minuten weiter das Waldrestaurant Waidmannsruh. Wer mehr als fünf Hügel "abhaken" möchte, kann jetzt einen Abstecher zum Nonnenstromberg unternehmen und später auf die Tour zurückzukehren. Ohne Abstecher geht es direkt auf den Petersberg. Wo Michael Schumacher heiratete und Bill Clinton joggte, hatten Zisterziensermönche im Mittelalter ein Kloster errichtet. Ende des 19. Jahrhunderts brachte eine Zahnradbahn Besucher zum Gipfel, heute geht es über Serpentinen per Auto hoch - nicht nur für die Gäste des Steigenberger Grandhotels Petersberg, das über Jahrzehnte ausländische Staatsgäste beherbergte. Es lohnt sich die Einkehr in den Biergarten mit Rheinblick. Dann geht es auf direktem Wege zurück nach Königswinter.

Quelle: RP
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