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Ernzen
In der Eifel sind die Dinos los

Naturparkzentrum Teufelsschlucht: In der Eifel sind die Dinos los
FOTO: dpa, ht sab
Ernzen. Im Naturparkzentrum Teufelsschlucht können mehr als 100 lebensgroße Dinosaurier-Modelle angeschaut werden - vom Mini-Dino bis zum Flugsaurier und Tyrannosaurus Rex. Von Frank Göbel

Es gießt in Strömen. Doch ein paar Unerschrockene hält das am Eröffnungstag nicht vom Besuch des Dino-Parks ab. Es könnte -mit Blick auf Millionen Jahre Erdgeschichte - viel unwirtlicher sein: Schließlich regnet es keine Lava oder Meteore. Oder was auch immer es war, das vor 65 Millionen Jahren den amtierenden Herrschern des Planeten den Garaus gemacht hat. Aber bei Dinosauriern immer gleich an ihren Niedergang zu denken, wird ihnen auch nicht gerecht: Schließlich haben sie 200 Millionen Jahre lang die Erde bevölkert - eine echte Erfolgsgeschichte.

Wer schon immer mal einem Tyrannosaurus Rex oder einem anderen Dinosaurier begegnen wollte, der ist seit dem Wochenende in Ernzen (Eifelkreis Bitburg-Prüm) in der Eifel gut aufgehoben. Dort wurde jetzt der Dinosaurierpark eröffnet. Trotz strömenden Regens gab es einen großen Besucherandrang, darunter vor allem Familien mit Kindern.

Im Naturparkzentrum Teufelsschlucht können nun mehr als 100 lebensgroße Modelle angeschaut werden - vom 50 Zentimeter kleinen Mini-Dino bis zum Flugsaurier. Die Figuren aus glasfaserverstärktem Kunststoff stehen an einem 1,5 Kilometer langen Weg, der durch einen Erdzeitenpark führt. Besucher können dort auf einer Fläche von rund vier Hektar 420 Millionen Jahre Erdgeschichte durchwandern. Dabei begegnen ihnen auch Lebewesen, die vor den Sauriern auf der Erde lebten: Amphibien und Rieseninsekten. Dass der Erlebnispark ein Erfolg werden wird, davon ist Bruno Zwank überzeugt: "Wenn wir 40 000 Besucher pro Jahr haben, schreiben wir eine schwarze Null", sagt der Geschäftsführer von Felsenland Südeifel Tourismus (FST), die das Naturparkzentrum Teufelsschlucht und den Dinosaurierpark betreibt. Um letztlich nicht mehr als 200 000 Euro investieren zu müssen, hat die FST die mehr als 100 Dino-Figuren nur geliehen und beteiligt die Herstellerfirma Wolter-Design am Eintritt.

"Die Modelle sind in Form und Größe alle nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft entwickelt", sagt Zwank. Das gilt auch für den "Eifelosaurus", von dem vor rund 100 Jahren Fossilien in einem Buntsandsteinbruch bei Oberbettingen gefunden wurden.

Die Reise durch die Erdgeschichte beginnt im Devon - jener Zeit, als die ersten amphibischen Wirbeltiere die Superkontinente eroberten. Wissen wird nicht durch faktenüberladene Texttafeln vermittelt, sondern kindgerecht und anschaulich: Da wankt der erste "Fischschädler" (Ichthyostega) mühsam durch den Morast. Zu ihm gesellt sich bald allerlei Flug- und Krabbelvieh, das durch Bemalung und Detailreichtum besticht - wie etwa die Ur-Libelle Meganeura.

Die Größe der Tiere nimmt Stück für Stück zu, je weiter sich der Pfad die Erdzeitalter entlang Richtung Gegenwart schlängelt. Mehrfach öffnet er sich zu weiten Panoramen: Dort buhlt nicht nur eine Vielzahl bizarrer Erscheinungen um Aufmerksamkeit, sondern Bänke und Tische bieten mittendrin auch Gelegenheit für Pausen. Bevor der Weg wieder am Ausgangspunkt ankommt, machen einige prominente Echsen ihre Aufwartung: der Tyrannosaurus Rex etwa, Star unzähliger Comics und Filme. Und die durch die "Jurassic Park"-Reihe besonders bekannten Velociraptoren. Zum Schluss des Rundwegs beeindruckt dann ein Tier, das gar kein Dinosaurier war: das Mammut. Die letzten Ur-Elefanten sind noch keine 5000 Jahre tot.

Die ersten Besucher waren auf jeden Fall begeistert vom Park. "Das war eine Zeitreise durch die ganze Erdgeschichte, die richtig Spaß gemacht hat", sagten Marco Gouverneur (40) und Levi (5) aus Trier. "Dieser Erlebnispark ist wirklich sehr informativ gemacht."

Der Dinosaurierpark Teufelsschlucht in Ernzen ist täglich bis zum Saisonende am 1. November von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Adresse: Naturparkzentrum Teufelsschlucht, Ferschweilerstraße 50, 54668 Ernzen; Eintritt: 7,50/9,50 Euro. Info-Hotline und Buchungen

06525 - 93393-44.

Quelle: RP
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