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Lübbenau
Im Kanu durch den magischen Spreewald

Der Spreewald - Natur pur
Der Spreewald - Natur pur FOTO: dpa, Nina C. Zimmermann
Lübbenau. Der Spreewald ist ein einzigartiges Gebilde. Eine Skulptur aus Wasser und Land, geboren in der letzten Eiszeit und so faszinierend modelliert, dass er der Unesco als Kleinod urweltlicher Natur besonders schützenswert schien. Von Ekkehart Eichler

Seit 1991 stehen 480 Quadratkilometer dieser sensiblen Landschaft mit erstaunlichem Reichtum an Pflanzen und Tieren in der exklusiven Liste der weltweiten Biosphärenreservate. Philosophie und Poesie, Mystik und Magie, Meditation und Musik, Sinfonie und Stille - das alles birgt der Spreewald in sich. Ist verwoben mit seinen gut 600 Kilometern schiffbarem Gewässer. Mit seinen Domen aus Alleebäumen an ihren Ufern. Mit seinen vernetzten Inseln, wie Fontane die Landschaft nannte.

Winterliche Bootsfahrt im Spreewald FOTO: dpa, Andreas Heimann

Manches von diesem wildromantischen Wesen offenbart sich - wenn man Augen und Ohren weit öffnet. Oder - besser noch - öffnen lässt. Zum Beispiel von Karl-Heinz Marschner. Der Lübbenauer Fährmann ist Experte für alles, was im Spreewald kreucht und fleucht, schwimmt und krabbelt, grünt und blüht, wächst und gedeiht.

Auf speziellen Touren für Naturfreunde, Pflanzenliebhaber oder Foto-Fans stakt er seine Gäste direkt hinein ins Herz dieser Märchenlandschaft. Dass er dafür besonders gut geeignet ist, hat er schriftlich. Seit 2014 ist er zertifizierter Partner des Biosphärenreservates Spreewald - als erster Kahnfährmann überhaupt.

"Wir sehen nur, was wir kennen" - getreu diesem Motto füttert Marschner sein staunendes Publikum: mit Wissen, Fakten und Geschichten. Oft hält der frühere Biologielehrer an, weil er eine besonders aparte Blüte oder spannende Pflanze sieht, an der ein Laie ahnungslos vorüberflutscht - so lernen seine Gäste etwa die Traubenkirsche kennen und die Rispensegge, die Gliederbinse und das Wiesenschaumkraut. Natürlich liegt Marschner aber auch der Spreewald als Ganzes am Herzen - dieses einzigartige Ökosystem mit jahrhundertelanger Bedeutung als Natur- und Kulturlandschaft.

Er zeigt auch die Probleme. Eines davon betrifft die Schwarzerle. Der mit Abstand wichtigste und typischste Spreewaldbaum nämlich wird großflächig und massiv bedroht vom heimtückischen Phytophthora-Pilz, der die die Wurzeln so radikal verstopft, dass keine Nährstoffe mehr in Äste und Blätter gelangen - der Baum stirbt. Eines ist klar: Nach dieser Tour sieht jeder Gast den Spreewald mit anderen Augen als zuvor

Quelle: RP
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