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DFB-Quartier Evian: Wo das gute Wasser fließt

Die deutsche Nationalmannschaft schlägt während der EM in Evian am Genfer See ihr Quartier auf. Der Kurort ist vor allem für sein Mineralwasser berühmt. Von Christine Longin

Es ist ein einzigartiges Spektakel, das sich jeden Tag an der Avenue de Sources in Evian-les-Bains abspielt. Mit Plastikkanistern und leeren Flaschen kommen Touristen und Einwohner der französischen Kleinstadt an ein Becken aus rot-braunem Stein, um das abzufüllen, was ansonsten nur im Supermarkt zu haben ist: das natürliche Mineralwasser Evian. Rund 15 Jahre lang ist es durch die Gesteinsschichten gesickert, bevor es mit genau 11,6 Grad aus einem Messinghahn fließt, der als Cachat-Quelle bekannt ist. Seit 1789 die heilende Wirkung entdeckt wurde, lebt der Kurort am Genfer See von seinem berühmten Wasser.

Für die Entscheidung der deutschen Fußballnationalmannschaft, während der Europameisterschaft ihr Quartier im malerischen Evian aufzuschlagen, waren allerdings eher die Ruhe, die gute Luft und die günstige Lage maßgeblich. Das mutmaßt zumindest Samuel Berne, Marketing- und Sales-Chef des "Hotel Ermitage", in dem die deutsche Elf während des Turniers wohnt. Der Aufenthalt der Nationalmannschaft ist nicht das erste große Ereignis in Evian mit seinen rund 8000 Einwohnern. 2003 beherbergte der Kurort das Gipfeltreffen der acht wichtigsten Industriestaaten G8, und 1962 war er Unterzeichnungsstätte der Verträge von Evian, mit denen der Algerien-Krieg beendet wurde. Das "Hôtel du Parc", in dem das Ereignis stattfand, ist inzwischen ein Appartementkomplex. Doch andere Gebäude wie das Casino aus dem Jahr 1911 und das einstige Thermalbad Palais Lumière, inzwischen Kulturzentrum, künden weiter von der glamourösen Vergangenheit der Kleinstadt. Zu den Prominenten, die Evian im 20. Jahrhundert besuchten, gehörten Marcel Proust, Greta Garbo, Errol Flynn und der Schah von Persien. Sie logierten im Luxus-Hotel "Royal", das 1909 eigens für den englischen König Edward VII. gebaut wurde. Doch der König starb ein Jahr später und konnte das wie ein Ozeandampfer am Berg liegende Gebäude nie ausprobieren.

"Wir haben auch eines der schönsten Rathäuser Frankreichs", schwärmt Stadtführer Thierry Dutruel. Die einstige Villa der Kino-Erfinder Lumière, in der seit 1927 die Stadtverwaltung sitzt, kann mit ihrer Inneneinrichtung im Rokoko-Stil täglich besichtigt werden. Keine Besichtigungen gibt es dagegen derzeit in der Abfüllanlage von Evian, die gerade renoviert wird und erst Ende 2017 wieder für Besucher öffnet.

Quelle: RP
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