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Reisen
An den Küsten Kroatiens

Kroatiens schönste Strände
Kroatiens schönste Strände FOTO: shutterstock/ Mrak.hr
Auf der Insel Krk und der Halbinsel Istrien tummeln sich jeden Sommer tausende Touristen. Sie lieben die Strände und das kristallklare Wasser. Aber die kroatischen Regionen haben weit mehr zu bieten. Von Jörg Isringhaus

Für Fans der TV-Serie "Game of Thrones" ist Kroatien ein Sehnsuchtsland. Dient die Stadt Dubrovnik doch als Kulisse für Königsmund, einen zentralen Ort der Saga. Auf der Insel Krk und in Istrien spürt man noch einen Hauch der Atmosphäre, die ausschlaggebend für die Drehort-Wahl der Filmemacher war. Verströmen die Dörfer und Städte an den kroatischen Küsten doch mittelalterliches Flair. Zusammen mit dem kristallklaren Meer und dem zuverlässig guten Wetter gibt es also eine Reihe von Argumenten, die für einen Urlaub in Kroatien sprechen. Wenn es dort während der Hauptsaison nur nicht so voll wäre: Rund zehn Millionen Touristen besuchen das Land jedes Jahr, ein großer Teil davon tummelt sich gefühlt auf Krk und in Istrien. Allerdings ballen sich die Massen vor allem abends in den Städten, tagsüber geht es geruhsamer zu.

Das eindrucksvolle Amphitheater in Pula zählt zu den sechs größten, die noch erhalten sind. FOTO: Isringhaus (4), kna

Wie (und wo) kann man günstig und gut übernachten?

Hotels in Kroatien bewegen sich gerade in den Monaten Juli und August auf einem ähnlichen Preisniveau wie in Deutschland. Zudem ist das Angebot dann knapp. Deutlich günstiger ist es, Apartments von privat zu mieten. Dies geht über die einschlägigen Plattformen wie www.fewo-direkt.de, www.booking.com oder www.airbnb.de. Das Angebot ist groß, außerdem sind Wohnungen auch für kurze Aufenthalte von zwei oder drei Nächten buchbar. Und es gilt wie überall: Je weiter von der Küste entfernt, desto günstiger.

Welche Orte lohnen einen Besuch?

Auf der Insel Krk ist die gleichnamige Stadt ein beliebtes und durchaus lohnendes Ziel - wenn man (in der Hauptsaison) nicht unbedingt am Abend unterwegs ist. Dann ist den kleinen Gassen der verwinkelten Altstadt kaum ein Durchkommen. Abseits der Ströme wird es allerdings sofort ruhiger. Vrbnik im Südosten ist vergleichsweise verschlafen und punktet mit einem grandiosen Weitblick aufs Meer. Auch das im Süden gelegene Stara Baska lohnt sich vor allem wegen des Panoramas von der Küstenstraße aus. Eine kleine Perle ist der Ort Omisalj, der sich ein wenig Ursprünglichkeit erhalten hat und dessen Bewohner wunderschöne Gärten auf engstem Raum angelegt haben.

Verglichen mit den Dörfern auf Krk verdienen die Städte auf der Halbinsel Istrien ihre Bezeichnung. Rijeka an der Kvarner Bucht ist eine eher moderne Küstenmetropole mit einer großzügigen Fußgängerzone und einer kleinen Altstadt. Das Seebad Opatija diente einst dem österreichischen Kaiser als Sommerfrische und hat sich immer noch etwas von seinem mondänen Glanz erhalten. Gerade für Architekturliebhaber ist der Ort wegen seiner alten Villen eine Fundgrube. Pula liegt an der Südspitze Istriens, ist das Verwaltungszentrum Istriens und besitzt eine weitläufige Altstadt. Rovinj und Porec sind beides malerische Küstenorte mit einem labyrinthischen Gassengewirr, lauschigen Plätzen und schönen Hafenpromenaden, die an Orte an der Cote d'Azur erinnern. In Porec findet zudem von Juli bis September ein Open-air-Festival mit vielen kostenfreien Konzerten und Kinovorführungen unter freiem Himmel statt.

Welche Sehenswürdigkeiten sollte man gesehen haben?

Auf Krk gibt es zwar einige Zeugnisse kroatischer Kultur, diese sind aus touristischer Sicht aber eher weniger bedeutend. Das sieht in Istrien anders aus. Pula war ab 177 vor Christus römische Kolonie. Kaiser Augustus errichtete dort ein Amphitheater, das später erweitert wurde und 23.000 Menschen fasste. Die Arena zählt zu den sechs größten noch erhaltenen Amphitheatern überhaupt und ist immer noch Kulisse für Großveranstaltungen. Die Fassade besitzt in großen Teilen noch die originale Höhe von mehr als 32 Metern. Beeindruckend sind auch der römische Sergierbogen, durch den man in die Altstadt gelangt, sowie der Augustustempel.

Sogar ins Uneso-Weltkulturerbe aufgenommen wurde die Euphrasius-Basilika in Porec. Der Komplex (Eintritt umgerechnet etwa sieben Euro) zählt zu den wichtigsten Zeugnissen frühbyzantinischer Kunst im Mittelmeerraum. Eine Besichtigung des reich mit Mosaiken und Ornamenten geschmückten Gebäudes führt unter anderem durch Atrium, Bischofspalast und Kapitelsaal. Darüber hinaus hat die Stadt mehrere römische und spätgotische Gebäude zu bieten.

Welche Strände lohnen sich?

Generell finden sich in Kroatien nur Kiesstrände. Dafür ist das Wasser meist klar wie in der Karibik und lädt zum Schnorcheln ein. Wer verletzungsfrei schwimmen gehen will, sollte sich Badeschuhe zulegen, die es an vielen Strandbuden zu kaufen gibt (sieben bis zehn Euro). Mit klassischen Sandstränden ist Kroatien nicht gesegnet. Neben den kiesigen Abschnitten finden sich aber ausgedehnte Grünstreifen mit üppigem Baumbestand, auf Krk etwa an der Nordwestküste bei Njivice und Malinska. Auf den kleinen Kiesstreifen liegen die Sonnenhungrigen Handtuch an Handtuch, die Grünstreifen dahinter bieten ausreichend natürlichen Schatten (bei Temperaturen von in der Regel mehr als 30 Grad unverzichtbar) und die Badegäste verteilen sich. Ins Wasser gelangt man dort über Felsen. Der Süden mit dem Seebad Baska ist bekannt für seinen langen Strand - allerdings mit weniger Baumbestand. Istrien besticht mit vielen, teils riesigen Buchten. Nahe Porec etwa ist die Plava Laguna ein beliebtes, weil schattenreiches Badeziel.

Wo kann man gut essen gehen?

Die Küche in Kroatien ist gut, aber zumindest für Touristen nicht besonders vielfältig. Heißt: Die Speisekarten sind in ihrem Angebot mehr oder weniger identisch. Viel Fleisch und Fisch, ein wenig Pasta, fast immer Pizza. Zu den Fleischgerichten gehören die obligatorischen Cevapcici, aber auch Grillplatten, als Fischgerichte werden in der Regel Calamares und Seehecht angeboten, meist mit Kartoffeln und Mangold als Beilage.

Bei der riesigen Auswahl an Restaurants besteht natürlich grundsätzlich immer die Gefahr, in eine Touristenfalle zu geraten. Allerdings ist das Niveau meist zumindest ordentlich, die Chance, damit komplett reinzufallen, also nicht allzu hoch. Sehr gut schmeckt es in diesen Lokalen: "Konoba Gec" in Krk-Stadt, etwas abseits des Rummels gelegen. Dort sind alle Fisch-Gerichte ein Gedicht, der Wirt bemüht sich um persönliche Ansprache, und die Gäste sitzen unter einem lauschigen Pflanzen-Baldachin. Preislich etwas gehoben. Eine gute Adresse ist auch das Restaurant "Rivica" in Njivice, das einen inselweiten Ruf genießt. Tendenziell etwas feiner (und teurer), liegt das Lokal direkt an der Uferpromenade mit Blick auf den Hafen. Zu empfehlen sind die Fischgerichte. Ebenfalls eine gute Adresse: das Restaurant "Nada" in Vrbnik. Von der hoch über dem Meer gelegenen Terrasse aus genießt man nicht nur das sehr gute Essen, sondern auch einen sagenhaften Blick.

Porec auf Istrien hat mit dem "Sa Nicola" und dem "Divino" zwei gute, aber teure Restaurants an der Uferpromenade zu bieten. Ganz solide ist das "Holiday" in einer Nebengasse, dafür aber auch deutlich günstiger. Absoluter Tipp: "By Willy" im Stadtteil Spadici abseits der Altstadt. Das Restaurant liegt zwar etwas abgelegen, punktet aber mit einem unschlagbaren Preis-Leistungsverhältnis. Die Qualität des Essens stimmt, die Portionen sind üppig, die Bedienungen freundlich und bemüht. Kurzum: Wer einmal dort gegessen hat, kommt gerne wieder.

Quelle: RP
 
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