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Andalusien Sehenswürdigkeiten
Leben wie Gott in Spanien

Andalusien - Spaniens verlockender Süden
Andalusien - Spaniens verlockender Süden FOTO: © Turespaña
Andalusische Kostprobe in fünf Gängen: Churros und Sherry, Cortado, Tapas und Gambas in einem malerischen Patio - und dazu die märchenhafte Kulisse vergangener Tage machen den Aufenthalt zu einem unvergesslichen Erlebnis. Von Bernd Schiller

Es duftet nach den Kräutern und Blüten des Südens, nach Thymian und Lavendel, nach Orangen und Ginster. Zeit für einen Cortado in einer Bar oder einem Café (was in Spanien fast dasselbe ist). Der Espresso mit einem Schuss Milch belebt die Sinne. Zeit auch für einen Rückblick auf eine Tour zu den Kathedralen und in die Küchen dieser wohl genussfreudigsten unter den spanischen Regionen. Eine solche Reise regt an, sie wie eine Speisekarte aufzufächern - zum Nachschmecken oder zur gaumenkitzelnden Vorfreude.

Frühstück in Malaga Das Frühstück in Spanien ist keine große Sache. Steht jedenfalls in jedem Reiseführer. Stimmt und stimmt doch nicht so ganz. Denn aus dem "desayuno" (Frühstück) lässt sich durchaus etwas Großes zaubern, wenn Atmosphäre und Ambiente stimmen. So wie in der Casa Aranda in Malaga, einem äußerlich unscheinbaren, innen aber sehr authentischen Lokal in der Nähe der alten Markthalle. Hier werden Churros serviert - nur Churros. Dieses Schmalzgebäck, lange, schmale Teigwürste in Öl frittiert und mit heißer Schokolade übergossen, macht nicht nur Spanier glücklich. Es ist der perfekte Start in den Tag. Stilvoll "zelebriert" wird das Gericht auch in einer der Bars auf der Plaza Merced, dem schönsten Platz Malagas, direkt neben Picassos Geburtshaus.

Madrid: Ein Besuch in Spaniens Hauptstadt FOTO: shutterstock/ Matej Kasteli

Aperitif in Jerez Jeder kennt die Silhouette des stolzen Spaniers mit dem roten Hut und der Gitarre in der Hand: Tio Pepe, auf deutsch der Onkel Josef, besser: Onkel Jupp. Er freut sich über einen Besuch in Jerez de la Frontera, der Stadt, deren Namen die Engländer zu Sherry veredelt haben. So wie nur Wein aus dieser Gegend zum beliebtesten Aperitif der Welt werden kann. Der Weg der Trauben von den Kalkböden über das Nachreifen und die Gärung des jungen Mosto wird mit entsprechenden Proben zum Beispiel in der Bodega Gonzales Byass erklärt: halbtrockener Amontillado, dunkler Oloroso, süßer Cream oder, am beliebtesten und bekömmlichsten, der herbe Fino.

Tapas in Sevilla Zuerst in die Kathedrale, drittgrößte Festung christlichen Glaubens in der Welt; hier hat Kolumbus gebetet, bevor er in neue Welten gesegelt ist. Man kann aber auch auf deren Turm klettern, die Giralda, Wahrzeichen Sevillas und einst zum Ruhme Allahs errichtet. Danach lohnt ein Bummel zur Plaza de España am Rande des subtropisch-wuchernden Stadtparks. Andalusiens größte Stadt gibt den Ton an in der Kunst, in der Mode und auch für Gourmets, gilt sie doch als Hauptstadt der Tapas. Nirgendwo kommen die kleinen Köstlichkeiten, die einem großes Essen vorausgehen oder es auch wunderbar ersetzen können, kreativer auf den Tisch. Zum Beispiel im feinen Abades Triada am Ufer des Guadalquivir. Dort zaubert Chefkoch Elias feinste Tapa-Menüs, aber auch Spanferkel nach Rezepten seiner Großmutter. Nostalgie und Neue Küche gehen gut zusammen.

Spanische Köstlichkeiten für Zuhause FOTO: dpa, nz

Hauptgang in Cordoba Es ist die Lieblingsstadt vieler Andalusien-Fans. Nirgendwo, so sagen sie, erzählen die Steine so schöne, aber auch so bittere Geschichten. Was den besonderen Zauber ausmacht? Das Gewirr der Altstadtgassen im alten Judenviertel, wo nur eine von ehemals 300 Synagogen aus dem Mittelalter geblieben ist. Oder die Römische Brücke über den Guadalquivir, auf der mindestens so viele Musiker, Zauberer und Schnellzeichner sitzen wie auf der Karlsbrücke in Prag. Vor allem aber ist es die Mezquita, eine 1200 Jahre alte ehemalige Moschee, aus der im 16. Jahrhundert eine Kathedrale entstand. Ihr grüner Innenhof ist der ideale Ort, um sich in die Zeit der Emire und Kalifen zu träumen, als Cordoba mehr als eine Million Einwohner hatte, dreimal so viele wie heute. Patios, gleich sechs der schattigen Innenhöfe hintereinander, machen den Charme der Stadt und auch des reizvollsten Restaurants aus. In den Bodegas Campos kocht Celia Jiménez Caballero, Spaniens erste Sterne-Köchin. Besonders gern verwendet sie Teile vom Schwarzen Schwein, das mit den Früchten der Steineichen im Wald groß geworden ist.

Dessert in Granada Ist die Alhambra, Sinnbild islamischer Hochkultur in Spanien, der Höhepunkt einer Andalusien-Reise? Schwer zu sagen. Gut besucht ist das Prachtstück der Nasriden-Herrscher - Spaniens meistbesuchtes Monument - zu fast jeder Tages- und Jahreszeit. Zum Abschluss der Reise passt jedenfalls ein Abstecher in die orientalische Gegenwart, ins quirlige marokkanische Viertel von Granada. Hier mag man, bei einem Zug aus der Shisha oder dem Genuss klebrig-süßen Gebäcks, über den Lauf der Geschichte nachdenken.

Die Redaktion wurde von Studiosus-Reisen zu der Reise eingeladen.

Quelle: RP
 
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