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Costa Dorada südlich von Barcelona
An Spaniens Goldküste

Costa Dorada südlich von Barcelona: An Spaniens Goldküste
Zu den Höhepunkten der Costa Dorada zählen natürlich die kilometerlangen Sandstrände, die in der sonne gold-gelb schimmern. Aber auch das Umland hat viele Attraktionen zu bieten. FOTO: Julia Siegers
Miami Platja. Die Costa Dorada südlich von Barcelona punktet mit viel Natur, historischen und kulturellen Höhepunkten, aber auch einer guten Portion Adrenalin in Europas drittgrößtem Freizeitpark. Von Julia Siegers

Als wir nach gut 1600 Kilometern Fahrt das Auto am Strand von Miami Platja abstellen, ist es sechs Uhr morgens. Die Sonne geht gerade auf über dem Kap Salou, der Himmel ist wolkenlos, die Luft herrlich mild und noch kein Mensch unterwegs.

Wir sind angekommen im Herzen der Costa Dorada, in der Provinz Tarragona, etwa 120 Kilometer südlich von Barcelona. So kitschig wie er klingt, ist der Name "Goldene Küste" doch berechtigt, wie wir später feststellen werden - nicht nur der Sand der Strände schimmert hier gelb-gold. Wenn die Sonne auf das klare Wasser des Mittelmeers scheint, meint man tatsächlich ständig schimmernde Goldpartikel darin schwimmen zu sehen.

Ein paar Stunden später ist es Zeit für ein erstes Mittagessen - ein Menu del dia, wie es hier heißt. Das Mittagsmenü wird überall in zahlreichen Restaurants tagesfrisch angeboten und beinhaltet meist Vorspeise, Hauptgericht und Dessert sowie ein Getränk, und das alles zu moderaten Preisen um die zehn bis 15 Euro (Tipp: La Borda den Manel, Av. de Barcelona 172, Miami Platja).

Schwimmen mit Thunfischen an der Costa Dorada FOTO: dpa

Die schönen, noch nicht mit Bettenburgen verbauten Strände vom quirligen Touristenzentrum Salou über den beschaulichen Fischerort Cambrils bis Miami Platja locken mit großem Wassersportangebot und viel Platz zum Sonnen. Aber nur zum Faulenzen ist die Zeit dann doch zu schade, denn die Umgebung hat einiges zu bieten.

Das wussten auch die Römer, die 218 v. Chr. das damalige Tarraco (heute Tarragona) zur Hauptstadt der fruchtbaren Provinz Tarraconensis machten. Überall in der Stadt sind die beeindruckend gut erhaltenen Überreste römischer Bauwerke zu besichtigen, die seit dem Jahr 2000 zum Unesco-Weltkulturerbe gehören. Vor allem das imposante Amphitheater mit Blick über das Meer sollte man nicht verpassen.

Das ist Geschichte buchstäblich zum Anfassen, wenn man über die alten Treppen klettert oder durch einige Gänge im Inneren des Bauwerks laufen darf. Veranstaltungen wie nachgestellte Gladiatorenkämpfe tun ihr Übriges, um die Vergangenheit lebendig zu erhalten (www.tarragonaturisme.cat, auf Deutsch, alle Sehenswürdigkeiten, Routenvorschläge, Restauranttipps).

Wen es zu etwas neuzeitlicheren Bauwerken zieht, dem sei das Centre Gaudí in Reus ans Herz gelegt. Der berühmte Architekt Antoni Gaudí ist in der Stadt geboren, die ihm und seinem Schaffen ein interaktives Museum gewidmet hat.

So schön ist Barcelona FOTO: Turespana, tmn

Mithilfe eines Audio-Guides (auch auf Deutsch) und vielen Modellen, die man anfassen und ausprobieren darf, gelingt es sehr gut, Gaudís für seine Zeit revolutionäre Ideen dem Besucher zu vermitteln (www.gaudicentre.cat, Eintritt neun Euro). Eine perfekte Vorbereitung übrigens für einen Tagesausflug nach Barcelona, wo Gaudís bekannteste Bauwerke wie die Sagrada Familia oder der Park Güell mit dem neu erworbenen Wissen in ganz anderem Licht erscheinen.

Noch ein Genie darf in diesem historisch-kulturellen Reigen der Costa Dorada nicht vergessen werden: Joan Miró. Der Künstler erholte sich 1911 nach einer schweren Krankheit in dem verträumten Örtchen Mont-Roig del Camp, wo er Inspiration für seine Arbeit in der Natur fand.

Die ehemalige Kirche des Ortes beherbergt heute ein kleines Museum, in dem Faksimiles einiger Miró-Werke sowie ein Film über sein Leben gezeigt werden. Auf einer Tour mit dem Auto und zu Fuß kann man die Orte "live" besuchen, die der Maler auf seinen Bildern verewigt hat (Infos unter www.centremiro.com, Eintritt drei Euro).

Barcelona und Spanien FOTO: Turespana

Um den Kopf nach so vielen Informationen einmal richtig frei zu pusten, ist Europas drittgrößter Freizeitpark Port Aventura in Salou die richtige Adresse.

Vom Adrenalin-Junkie bis zum Kleinkind kommen dort alle auf ihre Kosten - eine Auswahl: Shambala, mit 76 Metern die höchste Achterbahn Europas und bis zu 134 km/h schnell; Angkor - eine Wasserbahn, die dank etlicher Spritzen "Durchnässungs-Garantie" bietet; Sesamo-Aventura - der Bereich für die Jüngsten mit ruhigen Fahrgeschäften und den Figuren der Sesamstraße. In Themenwelten wie Mexiko, China, Polynesien, Wilder Westen und Mittelmeer locken zudem unterhaltsame Shows.

Für 2017 wirft eine gigantische Baustelle ihre Schatten voraus. Dann eröffnet, einmalig in Europa, das Ferrari-Land, ein Themenpark rund um die Luxus-Autos. Herzstück wird die Fahrt auf einem Vertikalbeschleuniger: 112 Meter hoch, Fahrstrecke knapp 900 Meter, Beschleunigung von Null auf 180 km/h in fünf Sekunden - etwas für Mutige.

Und der europäische Rekord der höchsten Achterbahn bleibt in der Port Aventura-Familie. (www.portaventuraworld.com, Eintritt 45 Euro, Kinder vier bis zehn Jahre 39 Euro).

Quelle: RP
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