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Marrakesch
Wohnen wie der König von Marokko

Marokko: Grüße aus 1001 Nacht
Marokko: Grüße aus 1001 Nacht FOTO: Shutterstock/Isabella Pfenninger
Marrakesch. Wer in Marrakesch im Hotel Royal Mansour von König Mohammed VI. übernachtet, fühlt sich wie in einem Märchen. Von Margarethe Heiles

In den Niederlanden wird Königin Maxima für ihre lebensfrohe Art gefeiert, in England schauen alle auf Prinz William und seine Frau Cathrine und in Schweden wartet das Volk auf gleich zwei royale Babys. Und in Deutschland? Hier ist man bestens über alle Königshäuser informiert. Über alle? Nein, denn von den asiatischen und arabischen Herrschern wissen wir recht wenig. Dabei sind sie nicht weniger spannend. Wie beispielsweise in Marokko. Dort herrscht seit 1999 König Mohammed VI. Der 52-Jährige hat viel in seiner Heimat bewegt. Er hat das Land etwas offener und sicherer für Touristen gemacht. Und er hat ein Hotel bauen lassen, in dem sich die Gäste selbst wie Könige fühlen können.

Dieses Hotel ist das Royal Mansour in Marrakesch. Nach drei Jahren Bauzeit wurde es 2010 eröffnet und ist seitdem eine Luxus-Oase inmitten einer sehr quirligen Stadt, die bei deutschen Touristen immer beliebter wird. Das liegt laut dem Marokkanischen Fremdenverkehrsamt einerseits daran, dass Marokko als Urlaubsland sicher ist, aber auch an den steigenden Flugangeboten. So ist die Zahl deutscher Gäste in Marrakesch von 2013 auf 2014 um 60 Prozent gestiegen. Bis Ende September 2015 gab es noch einmal ein Plus von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Spricht man mit jungen Marokkanern, so schreiben sie die steigenden Touristenzahlen oft "ihrem" König zu. Einem König, der zu den reichsten der Welt gehört. So soll er Paläste, die edelsten Luxusautos, eine Jacht, Ländereien im In- und Ausland sowie zahlreiche Beteiligungen an Unternehmen besitzen. Das Vermögen des Juristen wird auf mehr als zwei Milliarden Euro geschätzt. Verheiratet ist Mohammed VI. seit 2002 mit einer Informatik-Ingenieurin. Prinzessin Lalla Salma ist die erste Ehefrau eines marokkanischen Königs, die einen royalen Titel trägt. Das Paar hat zwei Kinder: Kronprinz Moulay Hassan und die Tochter Lalla Khadija. Wie die Familie genau wohnt, weiß kaum jemand. Im Royal Mansour kann man es sich aber zumindest ein wenig vorstellen - oder davon träumen.

Betritt man das 3,5-Hektar große Luxusanwesen, das aus insgesamt 53 Riads (Privat-Villen) besteht, durch das meterhohe Eingangsportal, wird man von einem sanft plätschernde Springbrunnen und dem Rauschen der Palmen empfangen. Mehr Geräusche sind hinter der Mauer (Abschnitte der Hotelmauer sind gleichzeitig Teile der antiken Stadtmauer) nicht zu vernehmen. Folgt man dann den traditionell gekleideten Hotelmitarbeitern, wird man von den bunten Farben, den bis ins kleinste Detail liebevoll gearbeiteten Wandreliefs, handbemalten Fliesen, aufwendigen Holzdecken, Schnitzereien und Intarsien, klassischen Mosaiken, orientalischen Lüstern, edlen Teppichen und dem Duft blühender Jasminbäume überwältigt. Es ist kaum vorstellbar, was der Bau dieses Luxushotels gekostet hat. Man erfährt es leider auch nicht - die Baukosten sind streng geheim.

Dass es hier, in dieser palastwürdigen Atmosphäre, keine klassische Rezeption gibt, erscheint fast logisch. Die Gäste werden direkt in ihren Riad geführt - über Wege, die an die Altstadt von Marrakesch erinnern. Sie sind eng, mit traditionellen Laternen und Pflanzen geschmückt. Überall plätschert Wasser und immer wieder tauchen kleine palmengesäumte Oasen auf. Und dann ist man plötzlich da. Die schweren hölzernen Türen der Villa werden wie von Zauberhand durch Magnetkarten geöffnet und führen in den Innenhof. Von hier gelangt man in die Wohnräume, die sich über drei Etagen bis zur Dachterrasse mit einem eigenen Pool erstrecken. Es ist wohl kaum möglich, in Marrakesch schöner, luxuriöser und komfortabler als im Royal Mansour zu wohnen. Eines sollte man jedoch sein: mobil. Denn egal ob man ein Riad mit einem oder mit vier Schlafzimmern wählt - das Treppensteigen bleibt einem hier nicht ganz erspart. Dafür kümmert sich der persönliche Butler zusammen mit einer Schar an Mitarbeitern darum, dass die Gästen ihren Aufenthalt genießen.

Ob der König wohl ähnlich opulent wohnt? Und ob er manchmal seinem eigenem Hotel einen Besuch abstattet? Auch das bleibt ein Geheimnis, wie so vieles in dieser orientalischen Märchenwelt. Diskretion und Privatsphäre werden hier großgeschrieben. An einer Stelle sieht man ihn dann aber doch, den König. Beim Concierge, etwas versteckt in einer Ecke, steht ein großes Portrait des Herrschers. Eine perfekte Stelle - unauffällig und doch präsent. So wie der Monarch selbst.

Die Redaktion wurde vom Royal Mansour zu der Reise eingeladen.

Quelle: RP
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