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Im Land der Freiheit
Sieben Tipps für den perfekten USA-Roadtrip

Amerika: Sieben Tipps für den perfekten Roadtrip
FOTO: dpa, pla
Bielefeld/Seattle. Sonnenbrille auf, Autofenster runter, Musik an: Ein Roadtrip durch die USA bedeutet Freiheit und Abenteuer - und die Möglichkeit, jede Menge einzigartige Sehenswürdigkeiten auf eigene Faust abzuklappern. Mit diesen Tipps geht bei der Reise nichts schief.

Spektakuläre Landschaften und scheinbar endlose Weite: Auf den Straßen jenseits des Atlantiks lebt ein Gefühl von Freiheit, das auch deutsche Urlauber aus dem dicht besiedelten Mitteleuropa in seinen Bann zieht. Die USA sind als Reiseland nach wie vor extrem beliebt. Und ein Roadtrip im Mietwagen ist eine der besten Möglichkeiten, dem Riesenstaat auf die Spur zu kommen - ob auf der berühmten Route 66 von West nach Ost oder auf dem Highway 61 auf den Spuren des Blues herunter nach New Orleans. Sieben praktische Reisetipps, damit die große Fahrt gelingt:

  1. Flüge und Mietwagen rechtzeitig buchen: Ein guter Richtwert sind sechs Monate vor Reisebeginn. "Da gibt es ausreichende Kapazitäten", sagt Frieder Bechtel vom Vergleichsportal Billiger-mietwagen.de. Wer mit dem Wohnmobil in der Urlaubszeit verreisen will, bucht besser schon ein Jahr vorher. Wolfgang Streitbörger rät, auch Pauschalreisen zu berücksichtigen. Wer Flug und Mietwagen im Paket bucht, profitiere von der EU-Pauschalreise-Richtlinie, erklärt der Leiter des Fremdenverkehrsbüros von Georgia, Mississippi und Tennessee. Der Vorteil: besserer Service und geregelte Ansprüche bei Reisemängeln. Die Fahrzeugkategorien fallen größer aus, als viele Urlauber aus Deutschland erwarten. Am besten ist eine Limousine, deren Kofferraum nicht einsehbar und nicht mit der Fahrerkabine verbunden ist, sagt Streitbörger. Extras wie Navigationsgeräte und Kindersitze werden von Autovermietern oft teuer berechnet. Hier lohnt eventuell sogar der Kauf vor Ort, sagt Bechtel. Wer eine Navi-App nutzt, sollte das Kartenmaterial und die GPS-Funktion auch offline benutzen können.
  2. Augen auf beim Versicherungsschutz: In jedem Fall lohnt eine Auslandsreisekrankenversicherung. Für das Auto gilt in manchen US-Bundesstaaten nur ein gesetzlicher Haftpflichtschutz von 5000 US-Dollar, warnt Mietwagenexperte Bechtel. Der Fahrer haftet für Schäden darüber hinaus mit seinem Privatvermögen. Der Abschluss Vollkasko- und Diebstahlversicherung ist daher empfehlenswert. Am besten wird die Versicherung von Deutschland aus abgeschlossen. "Das ist so gut wie immer günstiger, als wenn Sie beim Anbieter vor Ort den Versicherungsschutz aufstocken", sagt Bechtel.
  3. Besonderheiten des Verkehrs: In den USA gilt in ein gemütliches Höchsttempo von 75 Meilen pro Stunde (rund 121 km/h). Doch der Verkehr hat seine Eigenheiten: Wenn ein Sheriff mit Blaulicht zur Kontrolle bittet, dann heißt es: "Ruhe bewahren, im Fahrzeug sitzen bleiben und beide Hände erkennbar ans Lenkrad", empfiehlt Streitbörger. Aussteigen werde als Provokation gewertet. Vorsicht auch beim Fahrstreifenwechsel: Amerikaner halten auf dem Highway gern beharrlich die Spur und fahren auch mal rechts schneller als links. Europäer müssen zum Fahren in den USA den internationalen Führerschein beantragen und zusätzlich mitführen.
  4. Nichts geht ohne Kreditkarte: Ob im Hotel, an der Tankstelle oder im Supermarkt: Selbst Centbeträge lassen sich in den USA mit der Kreditkarte zahlen, sagt die deutsche Auswanderin Stephanie Pardue, die selbst schon mehrere Roadtrips unternommen hat. Hinzu kommt: Viele Vermieter geben ein Auto ohne Kreditkarte nicht heraus. Auch zwei verschiedene Karten der großen Anbieter können ratsam sein, damit immer eine funktioniert. Ein bisschen Bargeld ist aber nie verkehrt.
  5. Unterkünfte spontan online buchen: Mit einem Smartphone oder Laptop lassen sich Hotels auf dem Roadtrip bequem über das Internet von unterwegs organisieren - einfach am Vorabend die Übernachtung für den nächsten Tag buchen. Auf den Webseiten sind die Preise oft günstiger als am Telefon. Lediglich in Metropolen und für die erste Nacht in Flughafennähe rät Streitbörger zur Buchung von zu Hause aus. Mit dem Smartphone können sich Reisende auch über Sehenswürdigkeiten entlang der Route oder das Wetter informieren.
  6. Wochentags auf's Land, am Wochenende in die Metropolen: In fast allen US-Metropolen regiert wochentags das quirlige Geschäftsleben. Die "Overnight Rates" sind dann teurer, und der Stress ist größer. "Städtetrips am Wochenende sind viel entspannter", sagt Streitbörger. Und das kulturelle Programm ist vielfältiger. Genau umgekehrt verhält es sich mit der Preisentwicklung in den Nationalparks - hier zahlen Übernachtungsgäste am Wochenende oft mehr.
  7. Weniger ist mehr: Die gewaltigen Distanzen in den USA werden leicht unterschätzt. Gerade für die Nationalparks sollten Urlauber bei ihrem Roadtrip Zeit einplanen. Schon mancher habe sich in den USA im Rausch der Sehenswürdigkeiten übernommen und den Fuß kaum mehr vom Gaspedal bekommen, sagt Frieder Bechtel. "Wenn im Yellowstone Park eine Herde Büffel auf der Straße steht, kann sich die Fahrt mal eben einige Stunden verzögern." Auch die überzeugte Roadtripperin Stephanie Pardie rät: "Weniger ist mehr." Die Amerikaner sind in der Regel hilfsbereite und zugängliche Menschen, man kommt gut mit ihnen ins Gespräch. Doch man muss sich Zeit dafür nehmen. Generell eignen sich die USA zu jeder Jahreszeit für einen Roadtrip - irgendwo scheint immer die Sonne. Im Winter sind allerdings einige Passstraßen etwa in den Rocky Mountains gesperrt, es wird winterlich kalt. In Florida hingegen kann man auch im November mit dem Cabrio in den Sonnenuntergang fahren.
(dpa)
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