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Neues Patent für Flugzeuge
Würden Sie rückwärts fliegen?

Fotos: Patent für Flugzeugsitze sieht sehr ungemütlich aus
Fotos: Patent für Flugzeugsitze sieht sehr ungemütlich aus FOTO: COURTESY OF ZODIAC AEROSPACE
Düsseldorf. Ein neues Patent für Flugzeugsitze sorgt für Aufsehen. Zodiac Aerospace möchte, dass einige Passagiere rückwärts fliegen. Doch kann das Konzept überzeugen? Die Lufthansa hat bereits abgewunken.

Die Inneneinrichtung des Flugzeugs erinnert an eine Honigwabe. Der französischer Hersteller Zodiac Aerospace hat im vergangenen Jahr die Idee bereits auf der Aircraft Interiors Expo in Hamburg gezeigt, jetzt sorgt das Patent für Aufsehen.

Bei dem Sitzreihenkonzept HD31-3 sitzen die mittleren Passagiere in einer Reihe rückwärtsgewandt. Das heißt auch: Die Passagiere müssen ebenfalls rückwärts fliegen. Sitzen mehrere Passagiere mit breiten Schultern in einer Reihe, dürfte diese Sitzanordnung komfortabler sein.

A380 in Düsseldorf gelandet FOTO: Hans-Juergen Bauer

Das Konzept zeigt: Mit dieser Idee lässt sich der Raum in einer Flugzeukabine dicht füllen, allerdings ergeben sich auch viele Fragen. Es fängt mit Sicherheitsfragen an. Lässt sich das Flugzeug schnell evakuieren? So kommen noch viele Komfortfragen hinzu: Kann der Service an Board ordentlich durchgeführt werden? Wie steht es um die Privatsphäre der Passagiere?

Verschiedene Branchenwebseiten vermuten, dass es bei diesem Patent bei der Idee bleibt. Auch Airlines winken ab. Bei der Lufthansa gibt es keine regulären Passagiersitze, die gegen die Flugrichtung ausgerichtet sind. Ein Sprecher sagte: "Da sehen wir Akzeptanzprobleme bei unseren Fluggästen. Deshalb haben wir sowas nicht und planen es auch nicht."

Hintergrund: Das WLAN-Angebot der Airlines FOTO: AP

Der Sprecher sagte, er könne sich aus demselben Grund auch "nicht vorstellen, dass andere Liniengesellschaften solche Sitzanordnungen anbieten oder vorbereiten". Zumal eine solche Bestuhlung auch mehr Platz benötigen würde, denn bei den beiden jeweils rücklings aneinander stoßenden Sitzen müsste ja jeweils auch noch die Rückenlehne zurückgefahren werden können.

In Ausnahmefällen – etwa wenn ein Flug überbucht sei – könne es allerdings vorkommen, dass Passagieren ein so genannter "Jump-Seat" angeboten wird. Diese ausklappbaren Behelfssitze sind eigentlich für Flugbegleiter vorgesehen und gelegentlich gegen die Flugrichtung montiert. Zum Beispiel im Bereich der Notausgänge. 

Taufe vom A380 "Düsseldorf" am Flughafen FOTO: Bretz, Andreas
(RPO, dafi, tor)
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