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Kreuzfahrt in der Karibik
Süße Cocktails und schwimmende Schweine

Die Bahamas – Inseln wie kostbare Juwelen
Die Bahamas – Inseln wie kostbare Juwelen FOTO: www.bahamas.de
Nassau. In Nassau auf New Providence werden Kreuzfahrtpassagiere auf Landgang geschickt, Reichtümer eingelagert und ungeliebte Royals geparkt. Ruhiger geht es auf Great Exuma zu. Von Stefanie Bisping

All-inclusive bringt bekanntlich nicht das Beste im Menschen zum Vorschein. Das Verpflegungskonzept lähmt den Erkundungsdrang, verführt zu unmäßigem Essen und ungezügeltem Alkoholkonsum. Als das kleine Boot am Cable Beach ablegt, liegen einige Passagiere stimmlich bereits über ihrer gewohnten Sendelautstärke. Minuten später erreichen sie Sandals Cay, eine Privatinsel, die dem Sandals Royal Bahamian Resort auf der Insel New Providence gegenüber liegt. Bald kehrt Ruhe ein; man gräbt die Zehen in weißen Sand, kühlt sich im Pool ab und tagträumt mit Blick übers Meer.

Wo sich heute das Sandals Royal Bahamian Resort befindet, lag einstmals der Balmoral Club. Die Beatles logierten dort, als sie 1965 Szenen für ihren Film "Help" drehten. James Bond gab in der Nachbarschaft Einblicke in den Alltag des coolsten Geheimagenten der westlichen Welt. Doch bevor der Glamourfaktor der Bahamas ins Unermessliche stieg, hielt der Herzog von Windsor, 1936 abgedankter König Edward VIII. von England, während des Zweiten Weltkriegs mit seiner amerikanischen Frau Wallis auf New Providence Hof.

Der Herzog fand sein tropisches Exil, in das sein jüngerer Bruder und Thronnachfolger ihn 1940 wegen seiner Sympathie für Hitler-Deutschland abgeschoben hatte, entsetzlich öde. Der einzige Trost für den Duke of Windsor war der Balmoral Club, wo er Erholung von seinen Pflichten als Gouverneur fand und ihm gekühlte Drinks das Leben leichter machten.

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700 Inseln zählen zu den Bahamas, 30 von ihnen sind bewohnt. An ihren Ufern leuchtet das Meer in allen Schattierungen von Blau und Türkis. Es gibt nicht viele Orte, an denen sich ein derart spektakuläres Farbenspiel bietet wie auf den Bahamas, die sich von der Küste Floridas in einem Bogen bis nach Kuba erstrecken.

Heute ist der Club Teil des Sandals Royal Bahamian Resort, wo man die Erinnerung an den adeligen Gast pflegt. In der Piano Bar wird jeden Nachmittag der High Tea zelebriert, während Edward und Wallis von Fotos auf die Gäste herablächeln. Die Piano Bar befindet sich in jenem Gebäude, das einst den Club beherbergte. Damals stand es stolz und weiß alleine hier. Inzwischen fällt es neben dem Balmoral-Tower kaum auf. Der Club ist nicht viel mehr als ein Anhängsel des Sandals.

Wo die Herzogin einst bei einem Drink dem geplatzten Traum als Königin Britanniens nachtrauerte, sitzen hinter dem original Verandageländer amerikanische Urlauber im Whirlpool. Sie unterhalten sich, trinken Cocktails. Bei warmen Temperaturen im Pool zu stehen oder an der im Becken eingelassenen Bar bis zur Hüfte im Wasser zu sitzen und Musik zu lauschen, deren Rhythmen zumindest ab und zu daran erinnern, wo man sich eigentlich gerade befindet, ist ihr persönliches Urlaubsglück.

Die Bahamas sind heute, obgleich Teil des Commonwealth, amerikanisch geprägt. Es liegt weniger am Beispiel der verhinderten Queen Wallis als an der geografischen Nähe zu den USA. Beyoncé, Oprah Winfrey, Nicholas Cage und Bill Gates leisten sich Zweitwohnsitze auf Paradise Island, Johnny Depp, Eddie Murphy und David Copperfield entschieden sich gleich für eigene Inseln.

Damit in Zukunft noch mehr US-Amerikaner einen Grund haben, nach New Providence zu reisen, wird vor den Toren der Inselhauptstadt Nassau der Riesenhotelkomplex "Baha Mar" mit Casino, je 30 Geschäften und Restaurants nebst Golfplatz eröffnet - nach einigen Verzögerungen soll es im September so weit sein. In seiner Gigantomanie soll der Komplex New Providence als eine Art Las Vegas für die amerikanische Ostküste positionieren und zudem Gäste aus China locken.

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Dabei gibt es im Inselreich eine Vielzahl von traumhaften Zielen. Wer sich einen weiteren Flug zutraut, ist zum Beispiel schnell auf der Insel Great Exuma. Ihre breiten Strände und die Abgeschiedenheit verströmen so viel karibischen Zauber, dass man viele Tage damit verbringen möchte, Vögel und Wellen zu beobachten, bis es Zeit ist, einen Cocktail zu bestellen. Viel mehr bleibt nicht zu tun.

Eine Massage im Spa, eine Bootstour zu den schwimmenden Schweinen, die hier die größte Attraktion bilden, ein Abstecher zu "Santana's Grill Pit" - hier verbrachte Johnny Depp bei den Arbeiten am zweiten Fluch der Karibik seine Drehpausen. Schließlich ein Besuch im Barfuß-Restaurant am Strand. Dort begrüßt eine Kellnerin die Gäste mit der Frage: "Sonne oder Schatten?" Die Entscheidung ist die einzige Anstrengung, die die Urlauber leisten müssen.

Die Redaktion wurde von Sandals Resorts zu der Pressereise eingeladen.

Quelle: RP
 
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