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Reisefotografie
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Taj Mahal, Mona Lisa und die Pyramiden im Rücken
Taj Mahal, Mona Lisa und die Pyramiden im Rücken FOTO: Oliver Curtis
Düsseldorf . Massen von Touristen stehen jeden Tag vor den weltbekannten Sehenswürdigkeiten und schauen sie sich an. Der Fotograf Oliver Curtis hat sich für die andere Richtung entschieden: Wie sieht die Szene aus, wenn man das Taj Mahal oder die Christusstatue in Rio im Rücken hat?  Von Susanne Hamann

Vier Jahre hat es gedauert, bis der englische Fotograf Oliver Curtis die meisten weltberühmten Sehenswürdigkeiten fotografiert hatte - ohne eine einzige von ihnen auf seinen Fotos zu zeigen. Viel mehr hat er in dieser Zeit festgehalten, was zwar jeder Besucher sieht, aber niemand wirklich beachtet: den Blick weg von der Sehenswürdigkeit. 

Erstmals fiel Curtis diese Perspektive bei einem Besuch der Pyramiden von Gizeh bei Kairo ins Auge. "Nachdem ich eine Weile in den Grabstätten unter der Erde herumgelaufen bin, ertappte ich mich, wie ich die sandige Umgebung betrachtete, mit den Pyramiden im Rücken."

Beeindruckend waren für den Fotografen vor allem die Kontraste, die sich vor ihm auftaten: Sand, Müll und Metallteile stießen fast unmittelbar an einen gepflegten Golfplatz. "Ich fand dieses visuelle Sandwich aus Farbe, Textur und Form fesselnd, nicht nur, weil es für ein gutes Foto sorgte, sondern auch wegen meiner Position: Ich stand vor einem der Weltwunder und schaute in die falsche Richtung." (Hier geht es zu den Fotos.)

In diesem Moment entstand die Idee für die Fotoserie "Volte-face", in der Curtis zeigt, was vor der Mona Lisa, dem Weißen Hause und der chinesischen Mauer liegt.

"Auch wenn die Sehenswürdigkeit nicht auf dem Bild zu sehen ist, so habe ich doch das Gefühl, dass die Umgebung von ihrer Ausstrahlung getränkt ist", sagt Curtis. Und: "Diese Landschaften werden meistens übersehen, dabei sind sie Orte, in denen viel passiert und gearbeitet wird. Sie sind voll von Hausmeistern, Reinigungs- und Sicherheitskräften sowie Büroleuten, die das Sagenhafte gar nicht mehr mitbekommen, weil sie es jeden Tag sehen." 

Die Ausstellung "Volte-face" ist an der "Royal Geographical Society" in London vom 19. September  bis zum 14. Oktober 2016 zu sehen. Hier bekommen Sie einen Eindruck von Oliver Curtis Fotografien

(ham)
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