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Malé statt Malle
Neun Gründe für einen Malediven-Urlaub

Sommer, Sonne - Malediven!
Sommer, Sonne - Malediven! FOTO: dpa, zeh
Malé. Die Malediven sind kein Reiseziel für den kleinen Geldbeutel. Doch was Besucher über und unter Wasser zu sehen bekommen, ist außergewöhnlich. Im März sind die Malediven Partnerland der Reisemesse ITB. Ein Überblick.

Zugegeben: Es gibt interessantere Urlaubsziele, die mehr Kultur, Sehenswürdigkeiten und Abwechslung bieten. Doch wer auf die Malediven fliegt, tut dies meist genau deshalb, weil es außer einer kleinen Insel mit viel Sand und noch mehr Wasser kaum etwas gibt, das die Erholung stören könnte. Bei der Reisemesse ITB in Berlin sind die Malediven in diesem Jahr Partnerland. Aus diesem Anlass neun - ganz subjektive - Gründe für einen Maledivenurlaub:

  1. Die Anreise: Bis zum internationalen Flughafen von Malé ist noch alles so, wie man es von einem Langstreckenflug kennt. Doch wo dann normalerweise der Shuttlebus für die Fahrt zum Hotel wartet, gibt es auf den Malediven zwei besondere Wege, zur Hotelinsel zu gelangen. Liegt die Unterkunft weiter von der Hauptinsel Malé entfernt, ist meist das Wasserflugzeug das ideale Transportmittel. Die gut 40 Maschinen von Trans Maldivian Airways mit ihren maximal 15 Sitzplätzen erreichen so ziemlich jeden Fleck der Inselgruppe. Ohrstöpsel sind zu empfehlen, sogar ein Bordmagazin gibt es. Für dieses hat angesichts des paradiesischen Ausblicks aber kaum jemand Augen. Eine Insel nach der anderen zieht unten vorbei, aus der Luft sieht das aus wie ein Flickenteppich in den schillerndsten Türkistönen. Die Landebahn ist natürlich das Meer, die "Flughafenterminals" bilden jeweils ein paar zusammengebundene Holzpaletten. Der Pilot entlädt das Gepäck, und plötzlich steht man mit seinem Koffer mitten im Meer auf einer schwankenden Holzinsel. "Willkommen im Baa-Atoll" steht auf einem Holzschild. Seehöhe: 0 Meter. Bevölkerung: glücklich. Bessere Voraussetzungen für einen Urlaub kann es ja eigentlich nicht geben. Wer unter Rückenproblemen leidet, sollte wahrscheinlich die zweite Variante - das Speedboat - eher meiden. Das gilt zumindest, wenn es windig ist und Wellen den Indischen Ozean aufpeitschen. Der Besatzung macht das natürlich nichts aus, mit voller Geschwindigkeit heizt sie durch das Wasser. Immer wieder kracht das Boot gegen die Wellen. Für den Fall, dass jemand seekrank wird, liegen schon Spucktüten bereit, von denen auch ab und zu Gebrauch gemacht wird.
  2. Schnorcheln mit Mantarochen: Die Malediven sind ein Paradies für Taucher und Schnorchler, das ist weithin bekannt. Ein ganz besonderes Erlebnis ermöglicht jedoch das Hotel "Four Seasons Landaa Giraavaru" im Baa-Atoll. "Manta on Call" heißt das Angebot. Sobald ein Team von Biologen Mantarochen entdeckt, werden die Hotelgäste auf einem speziellen Telefon alarmiert, das sie den ganzen Tag in einer Plastikhülle mit sich herumtragen. Mit dem Boot geht es dann hinaus zu der Stelle, wo die Biologen die Tiere gesichtet haben. Alle Augen richten sich aufs Wasser. Haben wir Glück, oder sind die Rochen schon weitergezogen? Nach ein paar Minuten kommt der Bootsführer: Pech gehabt. Zweiter Versuch an einer anderen Stelle. Diesmal springt der Guide ins Wasser, kurze Zeit später gibt er ein Zeichen: "Ja, ich hab einen gesehen". An Bord des Bootes wird es hektisch: Schnell ziehen alle ihre Schnorchel und Flossen an. Kaum ist die Gruppe im Wasser, taucht der Manta auf. Rund zwei Meter unter den Schnorchlern schwebt er majestätisch durchs Wasser. Offenbar hat er keine Angst vor den gut zwei Dutzend Schwimmflossen, immer näher traut er sich heran. Weitere Mantas tauchen auf, am Ende sind es fünf oder sechs. 45 Minuten ist die Gruppe im Wasser, kaum jemand will zurück ins Boot. Nur die Sonne, die immer heftiger auf den Rücken brennt, drängt schließlich zur Rückfahrt.
  3. Eine geschenkte Stunde: Normalerweise beträgt der Zeitunterschied zwischen Deutschland und den Malediven im Sommer drei Stunden. Doch so ganz genau nimmt das auf den Malediven niemand: Die einzelnen Resorts können nämlich frei entscheiden, ob sie eine andere Uhrzeit nutzen möchten. Viele machen davon Gebrauch. Das "Four Seasons" etwa hat die Uhren eine Stunde zurückgedreht. "Normalerweise wird es um 6.00 Uhr morgens hell und um 18.00 Uhr dunkel", erklärt Hoteldirektor Frank Wesselhoefft. "Um 6.00 Uhr ist aber noch fast niemand wach, und 18.00 Uhr ist relativ früh." Auch im "Anantara Dhigu" hatte man früher eine Stunde Zeitunterschied zu Malé. Doch das wurde wieder abgeschafft, als der Hotelbesitzer eines Tages aufgrund der unterschiedlichen Uhrzeiten seinen Flug in Malé verpasste.
  4. Regen: Normalerweise dauert die Regenzeit auf den Malediven bis Ende September, doch auch im Oktober kann es ab und zu noch regnen. Aber eigentlich macht das gar nichts aus. Es ist extrem entspannend, unter dem Dach auf der Veranda vor seiner Villa zu sitzen und zu hören, wie der Regen auf das Dach plätschert. Draußen sitzen kann man ohnehin immer, warm genug ist es zu jeder Jahreszeit. Negativer Nebeneffekt: Die Luftfeuchtigkeit ist extrem hoch. Kuriosum am Rande: Nachts beschlagen die Fenster der Villa von außen, weil die Innenräume klimatisiert und dementsprechend deutlich kühler sind.
  5. Einmal um die Insel laufen: Das ist nicht sonderlich anstrengend und dauert nicht besonders lang. Aber trotzdem gibt es kaum etwas Schöneres, als einmal um die ganze Insel zu spazieren. Los geht es meist direkt vor der Haustür, selten sind es mehr als zehn Meter bis zum Strand. Die Schuhe kann man für den Spaziergang ohnehin zu Hause lassen. Ein bisschen piekst der Korallensand zwar, aber spätestens wenn das Wasser die Füße umspült, ist das vergessen. Am schönsten ist das natürlich in Kombination mit dem...
  6. Sonnenuntergang: Es klingt zwar kitschig, aber ein Sonnenuntergang auf den Malediven ist einfach traumhaft. Da die Malediven ziemlich nah am Äquator liegen, versinkt die Sonne meist gegen 18.00 Uhr und zaubert dazu eine ganze Farbpalette an Rot- und Orangetönen an den Himmel. Dazu im Meer sitzen, leichtes Wellenrauschen - was braucht es mehr? Eine Hängematte mitten im Meer zum Beispiel! Kein Problem: Im "Anantara Dhigu" finden Urlauber auch das.
  7. Purer Luxus: Mittlerweile gibt es auf den Malediven zwar auch einfache Gästehäuser und Drei-Sterne-Hotels, aber das Land ist und bleibt vor allem eine Luxusdestination. Die Nacht kostet manchmal locker 1800 Euro. Dafür bekommt man die stylische Beachvilla mit einem Badezimmer, das doppelt so groß ist wie in vielen anderen Hotels das ganze Zimmer. Und natürlich wird dem Gast hier jeder Wunsch von den Lippen abgelesen. Ein kurzer Knopfdruck, schon steht der elektrische Golfcaddy vor der Haustür und bringt einen ins Restaurant. An der Badewanne liegt natürlich ein Spezialbuch, das mit wasserdichten Seiten ausgestattet ist, Schnorchelausrüstung ist sowieso inklusive, auch bei der kürzesten Bootsfahrt werden eiskalte Erfrischungstücher und Getränke gereicht.
  8. Wellness: Folgendermaßen kann ein Tag voller Entspannung aussehen: 8.00 Uhr Yoga-Session direkt in einem Pavillon am Meer. 11.00 Uhr Gespräch mit dem Ayurveda-Arzt, der zu ergründen versucht, welche Energien in einem stecken und dann zum Beispiel maßgeschneidert das Massageöl aussucht. 14.00 Uhr: anderthalb Stunden lang durchkneten lassen mit dem individuell gemixten Massageöl, dazu der aus einer Musikspeisekarte ausgesuchte Hintergrundsound. 16.00 Uhr Meditation am Strand. Tiefenentspannter geht es kaum.
  9. Familien mit Kindern: Natürlich dauert der Flug nach Malé deutlich länger als nach Malle, und viele Hotels sind deutlich teurer. Dennoch sind die Malediven auch für Kinder ein Erlebnis - wenngleich sie pittoreske Sonnenuntergänge oder Wellness-Behandlungen wohl weniger interessieren. Aber wo sonst können die Kleinen so einfach und toll schnorcheln? Nur ein paar Schritte ins Wasser, und schon befindet man sich mitten in einem Fischschwarm. Um Clownfische zu sehen, muss man hier nicht ins Aquarium oder ins Kino in "Findet Nemo". Auf mehreren Inseln gibt es mittlerweile auch Kids Clubs, mitunter wohnen und essen Kinder kostenlos, einige Inseln haben auch einen Arzt.
(dpa/ ham)
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