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Curaçao
Urlaub auf der Insel der Kontraste

Auf diesen 18 Trauminseln sind Sie noch in Europa
Auf diesen 18 Trauminseln sind Sie noch in Europa FOTO: shutterstock/ Aleksei Potov
Das vor der Küste Venezuelas gelegene Curaçao hat zwei Seiten: zum einen die traumhaften Badestrände und Schnorchelreviere, zum anderen das industriell geprägte Gebiet um die Hauptstadt Willemstad. Von Antonia Kasparek

"Curaçao" - schon beim Aussprechen des Namens sieht man sich mit einem Cocktail an der Strandbar sitzen. Man träumt von endlosen Stränden und blauem Meer - so blau wie der Likör, der die Karibikinsel berühmt gemacht hat.

Am Flughafen angekommen, ist aber erst mal alles anders als erwartet. Auf dem Weg zum Hotel fährt man an großen Industrie- und Hafenanlagen vorbei. Aus hohen Schornsteinen lodern Flammen gen Himmel und Rauch gepaart mit Raffineriegeruch zieht über die Insel. Unübersehbar: Das Erdöl und der Hafen sind neben dem Tourismus die wichtigsten wirtschaftlichen Standbeine Curaçaos. Da nahm man es bisher in Kauf, dass sich in Sichtweite der idyllischen und mit holländischem Charme geprägten bunten Häuserfronten der Hauptstadt Willemstad, die seit 1997 zum Unesco-Weltkulturerbe gehören, das hässliche Gesicht Curaçaos zeigt. Mittlerweile hat das niederländische Parlament die Umweltprobleme der Karibikinsel aber auf die Tagesordnung genommen, denn die Proteste in der Bevölkerung nehmen zu.

Curaçao war seit dem 17. Jahrhundert niederländische Kolonie und noch heute gehört der seit Oktober 2010 autonome Staat zum Königreich der Niederlande. Niederländisch ist Amtssprache, es gibt Frittjes an jeder Ecke und holländische Supermärkte. Das erklärt auch die vielen holländischen Touristen. Deutsche machen hier seltener Urlaub.

Curaçao - farbenfrohe Trauminsel in der Karibik FOTO: dpa, Simone Andrea Mayer

Am nächsten Morgen ist der erste "Schock" überwunden und der Entdeckergeist erwacht. Curaçao muss doch mehr sein als ein karibisches Rotterdam? Die 444 Quadratmeter große Insel, 64 Kilometer vor der Küste Venezuelas entfernt, will mit ihren Besonderheiten erkundet werden. Die Spanier, die das Land 1499 entdeckten, herrschten bis ins 17. Jahrhundert und machten das Eiland zu einem Handelszentrum. Mit Schattenseiten: Denn auch für den Sklavenhandel war die südliche Karibikinsel ein wichtiger Umschlagplatz. Diese Geschichte zeichnet heute das Kurá Hulanda Museum in Willemstad nach. Aus dieser Historie entstand auch die Ortssprache Papiamentu - eine Mischung aus Spanisch, Portugiesisch, Niederländisch und Englisch. "Das wichtigste Wort ist ,Dushi'", sagt Camille vom Fremdenverkehrsamt. "Dushi" kann herrlich, süß, schön, lecker bedeuten oder Schatz.

Dushi sind vor allem die rund 40 Buchten und das von azurblau bis türkisgrüne Wasser, die die Touristen und vor allem Schnorchler und Taucher nach Curaçao locken. Am besten ist es, die Insel mit dem Auto zu erkunden: Hin zu den schönen Stränden im Westen und Norden, zum botanischen Garten, zu Aloe-Vera-Plantagen, zur Dolphin Academy und natürlich zum Landhuis Chobolobo, Likörfabrik und selbsterklärte Heimat des "einzig wahren Curaçao von Curaçao". Den Bitterorangenlikör gibt es übrigens auch in einer klaren Variante oder in Rot, Orange und Grün. Faszinierend ist auch die raue Nordküste der Insel, die sehr wild und nicht zum Baden geeignet ist. Eine Jeep-Tour durch den 2300 Hektar großen Christoffel-Nationalpark gibt interessante Einblicke in die Flora und Fauna der Insel sowie über ihre Ureinwohner, die Arawak-Indianer.

Weiter entlang der Küste fährt man durch den Shete Boka Nationalpark. Einfach anhalten und die Wellen bestaunen, die meterhoch über die Felsen schlagen und über die Jahre riesige Einmündungen (Boka) geschaffen haben. Es lohnt sich auch, die Hauptstadt Willemstad genauer zu erkunden: Neben der bunten niederländischen Kolonialarchitektur ist die einzigartige Queen-Emma-Ponton-Brücke von 1888 sehenswert. Ebenso wie der schwimmende Markt. Vom Boot, den "Barkjes", aus verkaufen Händler aus Venezuela täglich fangfrischen Fisch, Früchte und Gemüse. Wer die einheimische Küche kennenlernen möchte, der geht ins Marshe Bieu. Im "Alten Markt" wird das Essen von einheimischen Frauen auf offenem Feuer nach alten Rezepten zubereitet.

Zum Abschluss steht noch einmal Strand-Idylle pur auf dem Programm: Zwei Stunden dauert die Bootsfahrt zur vorgelagerten Insel Klein Curaçao, die nichts für einen schwachen Magen ist. Doch die einen Quadratkilometer große Insel entschädigt dafür mit weißem Sand, umgeben von kristallblauem Wasser. Hier kann man beim Schnorcheln Schildkröten beobachten und sogar Delfine sehen - und da ist es dann: das ersehnte Karibik-Gefühl.

Quelle: RP
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