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Kamtschatka
Abenteuerurlaub auf Kamtschatka

Urlaub auf Kamtschatka: Zu Besuch bei den Bären
FOTO: Alexander Piragis/ Shutterstock.com
Die russische Halbinsel mit ihren Hunderten Vulkanen ist ein einsamer Ort. Es scheint, als gebe es dort mehr Bären als Menschen. Die verwunschene Natur lässt an einen Märchenwald denken. Ein großartiges Schauspiel. Von Ulf Mauder

Am schnellsten auf der Strecke bleibt die Zivilisation auf dem Weg zum legendären Tolbatschik - einem Wahrzeichen der russischen Halbinsel Kamtschatka. Der Asphalt bricht außerhalb der Ortschaften rasch ab. Die Wege sind hart zum Kljutschewski-Naturpark und seiner einzigartigen Vulkanlandschaft. Zu ihr gehört der Vulkan Tolbatschik mit seinen vielen kleinen Erhebungen.

Querfeldein rollt Naturführer Waleri mit seinem Geländewagen. Ausgetrocknete Flussbetten, reißende Ströme und tief zerklüftete und schlammige Waldstraßen muss er bewältigen, um Touristen sicher zu dem Naturpark auf einem Hochplateau zu bringen. Es ist eine Ebene, die an eine Mondlandschaft denken lässt - oder sogar an den Mars, wenn die stumpfen Kegel im Licht der Abendsonne rot glühen.

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"Viele kommen auf Spritztour mit dem Hubschrauber", sagt Waleri. Kahl stecken die Baumreste im aschgrauen Boden. Fast unausweichlich sind Begegnungen mit dem Kamtschatka-Braunbär. Die Halbinsel im äußersten Osten des Riesenreiches ist bekannt für Russlands größte Bärenpopulation. Im Schnitt drei Tage ist Waleri mit seinen Gästen für eine Tour zum Tolbatschik unterwegs. Er hat Campingzeug für Gäste mit leichtem Gepäck auf dem Dach seines Geländewagens dabei.

Zeltlager gibt es einige in der Gegend. Die Nächte unter dem sternenklaren Himmel sind auch im Sommer frostig. Bewohner der spartanischen Dörfer wie in Kosyrewsk im Flachland bieten vor den Touren zum Kljutschewski-Naturpark noch einmal ein richtiges Lager. Mit den einfachen Gästebetten in Holzhäusern verdienen sich die Bauern während des kurzen Sommers ein Zubrot. Auch eine Banja - das russische Dampfbad - feuern die Gastgeber für Besucher an: Stärkung und Reinigung zugleich. Noch mehr urige russische Lebensart geht kaum - Schwärme bluthungriger Mücken inbegriffen.

Im Vulkanpark selbst gibt es wenig Leben, seit hier ein Großausbruch 1975 auf einer Fläche von mehr als 400 Quadratkilometern sämtliche Pflanzen vernichtete. Rund 9000 Kilometer liegt Kamtschatka von Deutschland entfernt - bei zehn Stunden Zeitunterschied. Als dort die Kommunisten zu Sowjetzeiten das Sagen hatten, war die Halbinsel für Fremde praktisch Sperrgebiet - zugänglich nur mit Sondererlaubnis des KGB. Mittlerweile kommen auch Japaner aus ihrer nahen Heimat.

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Von den größeren rund 300 Vulkanen sind etwa zehn Prozent aktiv. Eine einzigartige Dichte. Die Halbinsel schaffte es auch wegen ihrer Tier- und Pflanzenwelt auf die Liste des Weltnaturerbes der Unesco. Elf Lachsarten leben in den Flüssen Kamtschatkas - so viele wie sonst nirgends auf der Welt. Der hier vielerorts gewonnene rote Lachskaviar ist als Delikatesse nicht nur in Russland begehrt. Die unberechenbare Natur birgt aber viele Gefahren. Jedes Jahr bezahlen einige Russen ihre Abenteuerlust und Unerschrockenheit mit dem Leben. Hilfe ist oft weit entfernt. Auf Mobilnetze ist kein Verlass in der Einöde. Naturführer haben aber im besten Fall Satellitentelefone dabei. Schon ein Picknick kann lebensgefährlich sein, wenn der Geruch von Essen hungrige Bären anlockt. Die Braunbären, die vor allem Fisch, Pilze und Beeren essen, besiedeln die gesamte Halbinsel.

Erst seit gut 20 Jahren entwickelt sich der Tourismus. Die meisten Besucher kommen im Sommer ungeachtet der hohen Flugkosten. Sie genießen das Baden in Thermalquellen oder Seen mit Wasser in Badewannentemperatur. Im Winter werben Anbieter für Ski- und Schlittentouren.

Zurück in der Zivilisation führt der Weg durch die Taiga und schließlich mit einer Fähre über die Kamtschatka, den größten Fluss der Halbinsel. Vom sandigen Ufer bietet sich noch einmal eine Sicht auf die auch im Sommer schneebedeckten Vulkanriesen des Kljutschewski-Naturparks.

Quelle: RP
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