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Auf Safari in Kenia
Im Land der Massai
Auf Safaritour in Kenia
Auf Safaritour in Kenia FOTO: Sainab Sandra Omar
Düsseldorf (RP). Vor dem Zelt im Camp zieht eine Elefantenherde vorbei. Im Flussbett planschen Krokodile und Nilpferde: Auf einer Safari in Kenia lassen sich wilde Tiere hautnah erleben. Von Sainab Sandra Omar

"Wenn etwas sein sollte, rufen Sie nach mir”, erklärt der Wächter. "Mein Name ist Jims”, fügt er hinzu. Was Jims meint, verrät der Blick zu Boden: Den Fußabdruck vor dem Zelt muss ein gewaltiges Lebewesen hinterlassen haben. Das komfortable Zelt, die Bleibe während des Safariaufenthalts, betritt der Besucher sodann mit einem kribbelnden Gefühl. Denn klar wird sofort: Hier lebt man im wahrsten Sinne des Wortes mit den Tieren beisammen. Noch ein Blick zurück über die Schulter - ein langes Krokodil sonnt sich im Flussbett, und ein Nilpferd planscht daneben im Wasser. Etwas verunsichert aber lächelnd öffnet der Besucher sein Zelt und schlüpft hinein.

Was ihn in den nächsten Tagen seines Aufenthalts im kenianischen Reservat "Masai Mara" erwartet, ist ein überwältigendes Naturschauspiel, das er nicht mehr vergisst. Denn von so unbeschreiblicher Schönheit ist das Savannengebiet dieses ostafrikanischen Staates in seiner schier endlosen Weite, mit den wild wachsenden grün-gelben Grashalmen, den prächtigen Farben. Wenn Regenzeit ist - dann regnet es vorwiegend in den Morgenstunden und zum Sonnenuntergang - kommt ein wohlriechender Blütenduft hinzu. Die Regenwolken bilden eine lebhafte Kulisse.

Doch die Protagonisten dieser Reise sind die wilden Tiere. Im matsch-befleckten Geländewagen machen sich die europäischen Gäste auf zur Abenteuerreise: vorbei an stolzen Elefantenherden, gleichgültigen Büffeln, mondänen Giraffen, umherspringenden Antilopen. Die Hyäne nagt an Fleischresten. Der Fahrer Jacob orientiert sich an Bergen, Büschen und Bäumen, er findet sie alle in dem rund 1500 Quadratkilometer großen Naturschutzgebiet: selbst die Löwenfamilie beim Sonnenbad, die Gepardmutter mit ihrem Jungen und den Leopard beim Beutezug. Schnell wird der Besucher Zeuge eines wahren Naturspektakels. Wenige Meter trennen ihn und das ungezähmte Tier. Angst verspürt man zu keiner Zeit, alles scheint so friedlich. Es überwiegt die Bewunderung für das fein-gepunktete Fell des Raubtiers, das seinen Gang gemächlich und elegant fortsetzt und bald in den Büschen verschwindet.

Das Land der "Masai Mara" bildet den nördlichen Abschluss der tansanischen Serengeti. Die bequemste Anreise erfolgt mit kleinen, einmotorigen Cessnas, die zwischen den Flughäfen von Mombasa und Nairobi und den Safari-Camps verkehren. Sie landen mitten in der Wildnis auf einer von drei winzigen, nicht asphaltierten Landebahnen.

Die "Masai Mara" gehört den Massai, einem Nomadenstamm, der im Süden Kenias und im Norden des angrenzenden Tansania beheimatet ist. Die lokale Verwaltung sorgt für die Erhaltung der Naturschutzgebiete, in denen die etwa 500.000 Massai in ihren Dörfern leben. In einfachen Hütten aus Kuhdung und Asche wohnen sie auf wenigen Quadratmetern, durch winzige Öffnungen fällt etwas Licht hinein. Seit einigen Jahren besteht auch für die Kinder der Massai Schulpflicht.

Immer mehr von ihnen öffnen sich für andere Berufe. Carlos beispielsweise ist 22 Jahre alt und Sohn des Oberhaupts in seinem Dorf. Eines Tages wird er wohl als ältester Sohn die Nachfolge seines Vaters antreten. Eigentlich will er aber im Tourismusbereich arbeiten und den Großstadtmenschen die Kultur seiner Vorfahren näher bringen. So wie der Wächter Jims, der einer von vielen Massai ist, die sich dafür entschieden haben, in den Touristencamps als Fahrer oder "Askari” (Wächter) zu arbeiten. Niemand kennt das Verhalten der wilden Tiere so gut wie die "Askaris", schließlich sind sie in ihrer Nähe aufgewachsen.

Das Abenteuer mit den wilden Tieren geht auch nach den Pirschfahrten in der Savanne weiter. Denn die TouristenCamps sind nicht umzäunt: Löwen, Elefanten, Nilpferde haben freien Zutritt, und den nutzen sie auch. Weil der neugierige Besucher zum Übermut neigt, übernehmen die "Askaris" wie Jims die Regie. Sie eskortieren die Touristen auf dem Weg zum Abendessen im Restaurant. Wer das Zelt bei Dunkelheit verlassen will, wedelt mit der Taschenlampe, auf dieses Zeichen hin kommt ein "Askari" herbei. Mitunter rät er, im Zelt zu bleiben, denn einer der rund drei Meter großen Elefanten spaziert auf der Suche nach Essen umher. Durch das Moskitonetz sieht man das gewaltige Wesen am eigenen Zelt vorbeimarschieren. Übergroße Fußabdrücke hinterlässt es.

Infos zu Kenia

Klima: An der Küste herrschen 27 bis 31 Grad. Die Masai Mara liegt 1600 Meter über dem Meeresspiegel, dort ist es etwas kühler. Regenzeiten: Ende März bis Anfang Mai und Oktober bis Ende November.

Impfungen: Bei Anreise aus Europa besteht keine Impf-Pflicht. Eine Malaria-Prophylaxe wird empfohlen. Eine Gelbfieber-Impfung ist bei einer Anreise aus einem Infektionsgebiet notwendig.

Visum: Europäer benötigen einen sechs Monate gültigen Reisepass und ein Visum.

Pauschalangebote: Thomas Cook Reisen bietet z.B. Urlaubspakete für zehn Tage mit Safari und Badeurlaub ab 2146 Euro.

Tipp: Bei der jährlichen Tierwanderung ziehen zwei Millionen Tiere von der Serengeti in die Masai Mara. Höhepunkt ist im Juli/August, wenn die Herden den Mara-Fluss überqueren.

Kontakt: Informationen und kostenlose Broschüren sind anzufordern beim Kenya Tourist Board c/o TravelMarketing Romberg. Tel.: 02104-832919, www.magical-kenya.de  

Quelle: RP
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