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Mit 19 Decks aufs Mittelmeer
Neues MSC-Flaggschiff "MSC Meraviglia"

Eindrücke von der "MSC Meraviglia"
Eindrücke von der "MSC Meraviglia" FOTO: dpa, crk
Le Havre. Vier Jahre ist es her, dass die Kreuzfahrtreederei MSC zuletzt einen Neubau in Dienst stellte. Vier Jahre ohne Flottenzuwachs sind in der boomenden Branche fast ein Alarmzeichen. Nicht so bei MSC - mit der "MSC Meraviglia" startet gerade eine komplett neue Schiffsgeneration.

Elf neue Kreuzfahrtschiffe will die Reederei MSC bis zum Jahr 2026 auf die Meere schicken. Als erster Vertreter dieser Generation startet gerade das neue Flaggschiff "MSC Meraviglia" mit dem Sommerprogramm im westlichen Mittelmeer. "Meraviglia" steht - je nach sprachlicher Auslegung - im Italienischen für Wunderwerk, Wunder oder Überraschung. "Wir haben für unsere Gäste etwas geschaffen, was einfach einzigartig ist", sagte Reedereipräsident Pierfrancesco Vago anlässlich der Taufe am Pfingstwochenende in Le Havre in Frankreich. Mit 19 Decks, Platz für 5700 Passagiere und einer Länge von 315 Metern setzt die Reederei auf jeden Fall ein Ausrufezeichen.

Auf den siebentägigen Fahrten auf der Route von Genua über Neapel, Messina, Malta, Barcelona und Marseille zurück nach Genua erwarten die Passagiere wirklich einige Überraschungen. Das Angebot "MSC for Me" vernetzt das Smartphone per App mit dem Schiff. Dazu gibt es ein Armband mit Chip, der die Funktion der Kabinenkarte übernimmt. Der Chip öffnet die Kabinentür, lässt Getränke an der Bar abrechnen oder die Suche nach den Kindern per Smartphone zur kurzen Schnitzeljagd werden. 16 000 Kontaktpunkte und 700 Hot-Spots an Bord registrieren jede Bewegung. Mittels Gesichtserkennung durch 1200 Kameras können Passagiere auch ihre Besuche in Restaurants oder Bars als Vorlieben speichern lassen - das soll es der Crew ermöglichen, die individuellen Wünsche des Gastes zu erkennen und abzufragen.

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73 Prozent der Passagiere hätten sich bei Umfragen eine bessere Vernetzung mit moderner IT während der Seereise gewünscht, so MSC. Passagiere mit Hang zur digitalen Entschleunigung können Smartphone und Armband allerdings auch im Kabinentresor ablegen und sich völlig ohne Datenstrom bewegen - die klassische Bordkarte reicht auch.

19 Decks und 65 Meter Höhe gab es bislang in Europas Gewässern noch nicht - selbst der weltgrößte Kreuzfahrtkoloss "Oasis of the Seas" endet bei Deck 18. "Diese Größe steht bei uns eher als Symbol für eine Art Reichtum an Möglichkeiten, die wir so dem Gast bieten können", sagt Michael Zengerle, der Deutschland-Chef der Reederei.

Elf Restaurants locken an Bord. Vom "Marketplace Buffet"-Restaurant mit 1338 Plätzen bis zum japanischen Spezialitäten-Restaurant "Kaito Sushi Bar" mit 26 Plätzen reicht die Liste. Wie international üblich, sind die Spezialitäten-Restaurants nicht im Reisepreis inkludiert.

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Das gilt auch für die Kombination von Essen und Unterhaltung in der "Carousel Lounge". "Wir sind die erste Reederei, die hier exklusive Shows von Cirque du Soleil aufs Meer bringt", sagt Zengerle. Die Konstrukteure der französischen STX-Werft haben dafür ein spezielles Theater mit 413 Restaurant- und Lounge-Plätzen kreiert. Artistik am Hochseil zusammen mit hochwertiger Küche gibt es auf jeder Reise an sechs Abenden. Dinner und Show sind für 35 Euro buchbar. Im Reisepreis inbegriffen ist die Hauptshow im "Broadway Theater" im Vorschiff. Dort werden jeden Abend drei Shows geboten.

Mit 315 Metern ist die "MSC Meraviglia" zwar kürzer als die Schiffe der "MSC Fantasia"-Klasse, jedoch um fast 30 Prozent größer: Die Zahl der Kabinen stieg um fast 550 auf 2244, die Breite um sechs Meter. Das ergibt mehr Platz an Deck für Liegestühle und die drei getrennten Poollandschaften. Darunter ist der 25 Meter lange Hauptpool, dem die Architekten einen Art-Deco-Stil von South Beach aus Florida gaben.

Die 2244 Kabinen sind in zehn Kategorien eingeteilt, Gäste haben die Wahl von der Doppel-Innenkabine mit 18 bis 22 Quadratmetern bis zur "Royal Suite" (56 Quadratmeter). Das Gros bilden 1274 Balkonkabinen mit 12 bis 22 Quadratmeter. Für Gruppen mit bis zu zehn Personen bietet das Schiff die Möglichkeit, Balkonkabinen zusammenzulegen. Wer die 15 Bars an Bord während einer einwöchigen Mittelmeerreise testen möchte, kommt schon in Stress. Ein Höhepunkt ist die "Sports Bar" mit Formel-1-Simulatoren, Bowlingbahn und Blick auf eine Indoor-Arena.

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Ein Novum bei MSC ist die 100 Meter lange "Galeria Meraviglia" auf Deck 6. Dort ist eine Promenade im Schiff entstanden: Restaurants und Eisbar sind zusammen mit Shops und Mode-Boutiquen, dem "Ristorante Italiano" oder dem "Brass Anchor Pub" mit typisch südenglischem Kneipen-Ambiente zu finden. Überspannt wird die Promenade von einem 80 Meter langen LED-Himmel, der unterschiedliche Stimmungen und Farben erzeugen kann. Vom glitzernden Sternenhimmel bei Nacht bis zur wabenähnlichen Steinstruktur eines Tunnelgewölbes reichen die Bilder.

Der vor neun Jahren mit der "MSC Fantasia" eingeführte, exklusive MSC Yacht Club ist auf der "MSC Meraviglia" gewachsen. Die Zahl der Suiten wurde von 71 auf 94 erhöht. Restaurant, Sonnendeck und Poolbereich des Clubs sind jetzt auf drei Decks zusammengefasst.

Die "MSC Meraviglia" hat vier Wärtsilä-Dieselmotoren an Bord, die den Strom für elektrische Pod-Antriebe erzeugen. Für die Nachbehandlung der Abgase hat die Werft vier sogenannte Scrubber installiert, die den Ausstoß von Schwefeldioxid, Stickoxide und sowie Feinstaub reduzieren sollen. Mittelfristig will MSC wie der deutsche Marktführer Aida auf das Flüssiggas LNG als Treibstoff setzen.

(dpa)
 
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