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Reise Tipps
London-Besuch für Sparfüchse

London: Urlaubstipps für Sparfüchse
London: Urlaubstipps für Sparfüchse FOTO: dpa, Merle Schmalenbach
London. London zählt zu den teuersten Städten der Welt. Doch auch mit wenig Geld lässt sich dort viel erleben - vor allem in Sachen Kultur. Nur beim Übernachten braucht es eine geruchsunempfindliche Nase.

Das Sparen macht sich schon am Flughafen bemerkbar: Wer sich mit einem Billigflieger auf den Weg nach London macht, sieht viele schwitzende Passagiere. Sie tragen ihre Kleidung in mehreren Lagen, da Airlines wie Ryanair und Co. für jedes Gepäckstück Geld kassieren.

Im Flieger geht das Sparen weiter: Selbst Kaffee und Snacks kosten extra, und die Flugzeit wird gnadenlos von den Stewardessen genutzt, um Parfüm und Aftershaves anzupreisen. Dafür sind die Tickets günstig: So fliegt man ab Berlin beispielsweise mit Ryanair für unter hundert Euro hin und zurück. Hartgesottene verzichten auf Gepäck und packen sich geschmierte Brote ein.

Vom Flieger in den Bus

Am Flughafen London Stansted wird auf die schnelle, aber teure Zugfahrt verzichtet. Stattdessen geht es mit dem National Express-Bus weiter. Der braucht zwar bis zu anderthalb Stunden in die Innenstadt, kostet aber auch nur 8,50 Pfund. Noch günstiger geht es, wenn man das Rückticket gleich mitkauft oder beide Fahrkarten vorher im Internet bucht.

Der Bus hält mitten in London an der Liverpool Street. Hier sollte man sich eine Oyster-Card für die U-Bahn besorgen, eine Art Kostenairbag, mit dem man in der Innenstadt nie mehr als 8,40 Pfund pro Tag bezahlt. Mit ihr kann man auch die Doppeldecker-Busse der Linie 11 oder 15 nutzen, die an einer Reihe von Sehenswürdigkeiten vorbeifahren.

Öffentliche Kultureinrichtungen besuchen

Auf geht's zum Sightseeing. Mehr als Euro für Madame Tussauds? Besucher mit knappem Geldbeutel sollten Einrichtungen wie das Wachsfigurenmuseum auslassen. Stattdessen geht es zu den öffentlichen Kultureinrichtungen. Fast alle Museen bieten freien Eintritt an, wie zum Beispiel die National Gallery mit ihren alten Meistern, das British Museum, das den berühmten Stein von Rosette beherbergt, oder das Science Museum mit seiner Dampflokomotive Puffing Billy von 1813.

Liebhaber moderner Kunst sollten unbedingt der Tate Modern einen Besuch abstatten, in der Werke von Picasso, Warhol und Matisse ausgestellt sind. Lohnenswert ist auch das kleinere Sir John Soane's Museum, das im 19. Jahrhundert das Wohnhaus eines Kuriositätensammlers und Architekten war. Heute können Besucher durch die kleinen Zimmer schlendern, vorbei an einem 3000 Jahre alten ägyptischem Sarkophag, römischen Urnen und Gemälden.

Ein Geheimtipp ist auch das Geffrye Museum, das zeigt, wie die britische Mittelklasse in den vergangenen Jahrhunderten gelebt hat. Es befindet sich auf der Kingsland Road, die auf den ersten Blick unspektakulär wirkt, aber viele vietnamesische Restaurants beherbergt, in denen man günstig speisen kann. Im "Viet Hoa Cafe" gibt es für rund 6 Euro Frühlingsrollen mit Salat, ein Glas Jasmintee ist schon für 1,10 Pfund zu haben. Größere Menüs kosten entsprechend mehr.

Stehkarten fürs Theater

Wer nach dem Abendessen gerne ins Theater geht, kann am Vorstellungstag Stehkarten für das Donmar Warehouse ergattern - für nur knapp 10 Euro. Auch viele West End Shows offerieren reduzierte Tickets, die man an den sogenannten tkts-Schaltern am Leicester Square oder im Brent Cross Shopping Centre kaufen kann.

Und auch die Übernachtung in London muss nicht teuer sein: Während der Semesterferien im Sommer bieten viele Colleges Unterkünfte an, darunter die berühmte London School of Economics. Die Zimmer sind begehrt, weshalb man schon mehrere Monate im Voraus buchen sollte.

Wer keine Berührungsängste hat, kann sich in London auch statt eines Zimmers ein einzelnes Bett mieten - besonders stilvoll etwa in der Herberge "Palmers Lodge", die in der Villa eines Keksmagnaten untergebracht ist. Ein Schlafplatz im 28-Bett-Zimmer ist hier schon ab 15 Euro zu haben. Vorhänge und abschließbare Kisten gewährleisten ein Mindestmaß an Privatsphäre, das Schnarchen der Nachbarn hört man trotzdem, und auch so mancher Käsefuß entfaltet seine Wirkung. Am besten ist es, abends so lange wie möglich an der Bar des Hostels sitzen zu bleiben und mit den internationalen Gästen zu plaudern. Das Frühstück am nächsten Tag ist inbegriffen, es gibt frische Croissants, Kaffee und Saft.

Zum Lunch bietet sich eines der vielen indischen Restaurants an, die auf der Brick Lane miteinander konkurrieren: Gerichte für weniger als 13 Euro gibt es etwa im "Shampan". Wer günstige Getränke sucht, geht am besten in den Second-Laden Blitz auf der Hanbury Street. Hier lässt sich für 2 Euro ein Espresso schlürfen. Man kann sich in den Sesseln räkeln und die Trendsetter beim Einkaufen beobachten.

Nur unweit davon entfernt verkauft das Restaurant "Poppies" traditionelle Fish und Chips: Der Kabeljau zum Mitnehmen kostet 3,70 Euro, die Chips sind für 2,20 Euro zu haben. Und wenn man Glück hat, ist draußen auf der Bank noch ein Platz in der Sonne frei.

Gut gestärkt zieht der London-Tourist weiter und macht sich auf die Suche nach Geschenken. Teure Souvenir-Shops sollte man aber meiden und lieber einen Flohmarkt besuchen, etwa den Brick Lane Market, der sonntags bis 14.00 Uhr geöffnet hat. Hier verkaufen Händler alte Fotokameras, Sonnenbrillen oder Schmuck. Doch Achtung, wer mit einem Billigflieger angereist ist: Nicht zu viel shoppen, sonst platzt das Handgepäck oder beim Koffer werden Kosten für Übergewicht fällig.

(dpa)
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