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Taj Mahal, Alpen-Gletscher, Malediven
Zehn Orte, die Sie sehen sollten, bevor sie verschwinden

Zehn beliebte Reiseziele, die es bald nicht mehr gibt
Zehn beliebte Reiseziele, die es bald nicht mehr gibt FOTO: Shutterstock.com/RHG
Düsseldorf . Sie brauchen noch eine Inspiration für Ihren Winterurlaub? Wir haben zehn ganz besondere Reiseziele zusammengestellt, die wegen Waldrodung, Klimawandel und Co. auf absehbare Zeit nicht mehr existieren werden.  Von Susanne Hamann

Die Welt erkunden gehört für viele zu den liebsten Freizeitbeschäftigungen. Ferne Kulturen locken mit ungewöhnlichen Geschmäckern, alten Ruinen und farbenfrohen Kleidern. Satte Urwälder, bunte Korallenriffe und schier unendliche Wüsten wollen erobert und berühmte Sehenswürdigkeiten auf der persönlichen Travel-To-Do-Liste abgehakt werden. Bei manchen Orten dieser Erde müssen sich Reisende jedoch mit ihrem Besuch beeilen. Klimawandel, Abholzung, Bombenfischen und andere industrielle Prozesse fordern längst ihren Tribut: die Zerstörung einzigartiger Sehenswürdigkeiten. 

Schon in rund fünf Jahren könnte beispielsweise die wohl berühmteste Liebeserklärung der Welt nicht mehr für Touristen zugänglich sein: der Taj Mahal. Jedes Jahr strömen zwischen drei und vier Millionen Besucher durch die gewaltigen Hallen aus weißem Marmor. Erbaut wurde das Mausoleum vom indischen Großmogul Shah Jahan als Andenken an seine Lieblingsfrau Arjumand Banu Begum, die bei der Geburt ihres 14. Kindes gestorben war. 20.000 Arbeiter und 1000 Elefanten plagten sich über einen Zeitraum von 21 Jahren ab, bis der Taj Mahal mit seinen symmetrischen Wasserbecken und schlanken Minaretten 1648 fertig gestellt war. Die hohe Besucherzahl und die extreme Luftverschmutzung in Indien zerstören den weißen Marmor jedoch von Jahr zu Jahr mehr. Deshalb könnte der Prachtbau schon bald nur noch aus der Ferne zu sehen sein, wenn der Taj Mahal zu seinem Schutz für Besucher unzugänglich gemacht werden muss.

Viel Farbe in Indien: Taj Mahal und Pink City FOTO: Shirin Sojitrawalla, tmn

Das Ende von Madagaskar

Madagaskar ist vielen aus dem gleichnamigen Comic-Film bekannt, in dem sich ein Haufen gut gelaunter New Yorker Zootiere aufmacht, um die Insel zu finden. So witzig wie der Film ist, so dramatisch steht es in der Realität um die viertgrößte Insel der Welt. Brandrodung, Abholzung und Ausbeutung könnten die Wälder Madagaskars schon in 35 Jahren ausgelöscht haben. Mit den alten Stämmen verschwindet eine einzigartige Flora und Fauna von der Erdoberfläche, denn 80 Prozent der Pflanzen- und Tierarten Madagaskars sind ausschließlich dort zu finden. Dazu gehören etwa auch die 20 verschiedenen Lemurarten, für die die Insel bekannt ist. 

Madagaskar: exotisches Paradies FOTO: dpa, dil

Kein Driften mehr im Toten Meer

Sie sind bekannt, diese Bilder auf denen Menschen mit Sonnenbrille und Buch in der Hand - aber ohne Luftmatratze - an der Wasseroberfläche treiben und lesen. Was wirkt wie von Geisterhand gemacht, ist ausschließlich der Zusammensetzung des Wassers geschuldet. Solche Bilder entstehen meist am Toten Meer, und damit am zweitsalzigsten See der Welt. Hier gibt es, wie der Name schon sagt, kein Lebewesen mehr im Wasser. Dafür aber mit 33,7 Prozent eine so hohe Salzkonzentration, dass auch schwere Körper wie von selbst getragen werden. Zum Vergleich: Das Tote Meer ist zehn Mal salzhaltiger als normale Ozeane. Das Mittelmeer etwa enthält nur drei bis vier Prozent Salz. Doch der See befindet sich im Todeskampf. Noch 1980 betrug seine Wassertiefe minus 400 Meter. Heute sind es minus 428 Meter.

Allein in den letzten beiden Jahren ist der Wasserspiegel um rund drei Meter gesunken. Geht das so weiter, wird das Naturschauspiel spätestens in 50 Jahren verschwunden sein. Grund ist, dass die Lebensadern des Toten Meeres immer mehr versiegen. Nicht, weil sie kein Wasser mehr führen, sondern weil es für die Landwirtschaft abgezweigt wird, bevor es das Gewässer erreicht. So bekommt der See nur noch ein Zehntel seines ursprünglichen Zuflusses. Immer mehr Trockenzonen entstehen, und Hotels und Bars rücken ganz automatisch immer weiter weg von der flüssigen Sehenswürdigkeit. 

Warum sich Urlaub am Toten Meer lohnt FOTO: Shutterstock.com/ vicspacewalker

Nur noch ohne Skier durch die Alpen

In die Alpen zum Skifahren - für Europäer ist das ein ganz normaler Satz. In 40 Jahren allerdings könnte für dieses Vergnügen eine deutlich längere Anreise nötig sein. Denn das Eis der Alpen schmilzt. Seit den 1880er Jahren haben sich die Temperaturen rund um das Gebirge doppelt so schnell erwärmt, wie das restliche globale Klima im Durchschnitt. In der Folge mussten die alpinen Gletscher seit 1980 rund 20 Prozent ihrer Masse einbüßen. Auf Brettern über Schneepisten sausen, Apres-Ski bei eisigen Temperaturen oder Bergwandern mit Winterpanorama - all das könnte durch den Klimawandel schon 2050 vorbei sein.  

Die gesamte Liste der zehn bedrohtesten Reiseziele weltweit sehen Sie hier.

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