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Air Berlin lässt für Getränke und Snacks bezahlen

Air Berlin lässt für Getränke und Snacks bezahlen
FOTO: AP, AP
Düsseldorf. Die finanziell angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin hat die kostenlosen Getränke und Snacks abgeschafft. Seit dem vergangenen Wochenende müssen die Passagiere für die Verpflegung an Board bezahlen - selbst bei Tarifen, in denen die Konkurrenz kostenlose Verpflegung im Angebot hat.

Die Zeiten in denen Air Berlin Passagiere kostenlos neben ihrer Laugenstange einen Tomatensaft mit Pfeffer und Salz serviert bekommen, sind vorbei. Seit dem Wochenende lässt sich Air Berlin die Verpflegung der Gäste bezahlen. Im Jargon der Fluggesellschaft wird die Preiserhöhung den Passagieren als "Air Bistro" verkauft, damit sie ihren Flug "mit einem ausgesuchten gastronomischen Angebot, das keine Wünsche offen lässt" "voll und ganz genießen" können, wie es in der Menükarte heißt.

Ein Wasser- oder Softdrink kostet drei Euro. Warme Getränke werden für 2,50 Euro angeboten. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um wie bisher 0,2 Liter-Getränke, sondern um 0,5-Liter-Flaschen. Bier gibt es ab drei Euro und Wein ab fünf Euro. Hinzu kommen belegte Sandwiches für fünf Euro, oder andere süße oder salzige Snacks von der Käseplatte bis hin zum Cheeseburger. Auf Flügen mit einer Flugdauer von mehr als 90 Minuten werden weiterhin die Mahlzeiten der Sansibar angeboten. Passagiere können an Board auch gegen Gebühr auf einen Sitzplatz mit 20% mehr Beinfreiheit wechseln. Die Flugbegleiter informieren über Preis und Verfügbarkeit. 

Mit dieser Änderung folgt Air Berlin dem Branchentrend, Zusatzleistungen extra zu berechnen. Allerdings sind die Konditionen bei Air Berlin schlechter als bei der direkten Konkurrenz. Bei Eurowings müssen Passagiere im günstigsten Basic-Tarif für die Verpflegung die Bezahlung bezahlen. Im mittleren Smart-Tarif ist ein Getränk, ein Wasser und ein Sandwich enthalten. Im Best-Tarif können die Passagiere sogar aus der kompletten Menükarte wählen. Bei Air Berlin müssen künftig alle Passagiere der drei Economy-Tarifen in die Tasche greifen. 

Wenn ab dem 4. Oktober die neue Business-Class eingeführt wird, dann können Passagier auch bei Air Berlin aus dem kompletten Boardmenü kostenlos auswählen. Bei der Business-Class handelt es sich im Europaverkehr um eine erste reservierte Reihe mit mehr Beinfreiheit, in der jeweils der mittlere Sitzplatz freigehalten wird. Ein Hin- und Rückflug in der Business-Class wird auf europäischen Strecken für 479 Euro angeboten.

Bereits vor einem Jahr hat Air Berlin das Aus für die kostenlosen Getränke und Snacks angekündigt, allerdings wurde die Einführung der kostenpflichtigen Getränke immer wieder aus "operativen Gründen" verschoben, wie es von der Airline heißt. Diese Änderungen betreffen die Kur- und Mittelstrecke. Die Verpflegung auf der Langstrecke ist weiterhin im Preis inbegriffen. 

Das Schokoherz beim Aussteigen gibt es es aber weiterhin kostenlos. 

(dafi/das)
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