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Ankara
Was die Anschläge für Türkei-Urlauber bedeuten

Tote und Verletzte bei Explosionen in Ankara
Tote und Verletzte bei Explosionen in Ankara FOTO: afp, ADM/NB
Ankara. Nach den schweren Bombenanschlägen von Ankara hat das Auswärtige Amt die Sicherheitshinweise für die Türkei ausgeweitet. Wir erklären Türkei-Urlaubern, was sie jetzt vor ihrer Reise in das Land wissen sollten. Von Daniel Fiene

Die Ausgangssituation ist beunruhigend. Seit dem Sommer geht das türkische Militär in Grenzregionen zu Syrien gegen die Terrormilliz Islamischer Staat (IS) vor. Im Juni gab es einen tödlichen Anschlag bei einer Wahlveranstaltung in der Kurden-Metropole Diyarbakir. Der Staat beschuldigte den IS. Mit den Bomben auf eine regierungskritische Friedensdemonstration hat die Lage am Samstag eine neue Dimension erreicht: 97 Tote, 186 Verletzte. Drei Wochen vor Neuwahlen hat die Türkei den schwersten Anschlag in ihrer jüngeren Geschichte erlitten.

Türkei-Urlauber müssen sich dennoch keine Sorgen machen, wenn sie jetzt eine Reise in das Land planen. Besonders in den Ferienregionen gibt es keinen Anlass zur Sorge, wie das Auswärtige Amt in seinen Auslandshinweisen erklärt. Die Touristen scheinen auch nicht verunsichert, wie eine Sprecherin des Reisekonzerns TUI im Gespräch mit unserer Redaktion erklärte: "Seit dem Wochenende gibt es keine erhöhte Anzahl von Kunden, die sich über die Sicherheit in der Türkei bei uns informieren oder ihre Reise sogar stornieren wollen." Das größte Touristikunternehmen in Europa meldet in diesem Jahr sogar ein größeres Interesse an der Türkei. Es seien mehr Reisen gebucht worden als im vergangenen Jahr.

Das Auswärtige Amt hat die Sicherheitshinweise nach den Anschlägen vom Samstag für die Türkei aktualisiert. "Landesweit ist mit einer Zunahme der politischen Spannungen zu rechnen, weitere Anschläge oder gewaltsame Auseinandersetzungen sind nicht ausgeschlossen", heißt es in den Hinweisen. Die folgenden Punkte sollten Sie berücksichtigen, wenn Sie in die Türkei fahren:

  1. Bisher ergeben sich keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Ferienregionen an der Mittelmeerküste.
  2. Sie sollten die Innenstadt von Ankara meiden.
  3. Auch in Istanbul kam es im August 2015 zu mehreren terroristischen Anschlägen.
  4. Sie sollten auch in anderen großen Städten Demonstrationen, Wahlkampfveranstaltungen und größere Menschenansammlungen meiden. 
  5. Schränken Sie die Anwesenheit an belebten Plätzen im innerstädtischen Bereich und in Verkehrsmitteln des öffentlichen Personennah- und Fernverkehrs auf das erforderliche Maß ein.
  6. Meiden Sie Regierungs- und Militäreinrichtungen. 
  7. Von Reisen in das Grenzgebiet der Türkei zu Syrien und Irak rät Ihnen das Auswärtige Amt dringend ab.
  8. Das gilt auch für Reisen in die Provinzen Srnak und Hakkari.

Wenn Sie für längere Zeit in die Türkei fahren, wird Ihnen empfohlen, sich bei der deutschen Auslandsvertretung elektronisch zu registrieren. Die deutsche Botschaft in der Türkei hilft Deutschen, die sich im Kriesenfall in den betroffenen Regionen aufhalten. Die Hilfe wird erleichtert, wenn die Botschaftsmitarbeiter wissen, welche Deutschen sich derzeit im Land aufhalten. Das elektronische Formular finden Sie auf dieser Seite. Wenn Sie nur einen kurzen Aufenthalt haben, sollten Sie sich registrieren, wenn Sie sich in den Provinzen Diyarbakir, Mardin, Batman, Bitlis, Bingöl, Siirt, Mus, Tunceli, Sirnak, Hakkari oder Van aufhalten.

(dafi)
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