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Terroranschlag in Istanbul
Was Türkei-Reisende jetzt beachten müssen

Explosion in Touristenviertel Istanbuls
Berlin. Nach dem Anschlag in Istanbul fragen sich viele Reisende: Wie sicher ist die Türkei als Reiseland noch? Wie sollte man sich in Istanbul verhalten? Kann ich Reisen stornieren? Die wichtigsten Antworten im Überblick.

Ein Selbstmordanschlag hat Istanbul erschüttert. Mindestens zehn Menschen wurden mitten im Touristenzentrum rund um Hagia Sophia und Blaue Moschee getötet. Die wichtigsten Fragen und Antworten für Urlauber, die bald in die Türkei reisen wollen:

Wie ist die Sicherheitslage in der Türkei?

Sie ist angespannt, immer wieder kommt es zu Gewalt. "Landesweit ist weiter mit politischen Spannungen sowie gewaltsamen Auseinandersetzungen und terroristischen Anschlägen zu rechnen", schreibt das Auswärtige Amt. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat 2015 mehrere Anschläge in der Türkei verübt, bislang jedoch nicht gegen Touristen. Außerdem kommt es im Osten des Landes zu schweren Zusammenstößen zwischen den Sicherheitsbehörden und der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK.

Fotos: Acht tote Deutsche bei Terroranschlag in Istanbul FOTO: ap, TS

Wie sollten sich Urlauber jetzt verhalten?

Reisende in der Türkei sollten sich grundsätzlich von Demonstrationen und Menschenansammlungen insbesondere in größeren Städten fernhalten. Auf belebten Plätzen und in öffentlichen Verkehrsmitteln halten sie sich am besten so kurz wie möglich auf, rät das Auswärtige Amt. In einem aktualisierten Reisehinweis für das Land wird jetzt Reisenden in Istanbul dringend geraten, Menschenansammlungen auf öffentlichen Plätzen und vor touristischen Attraktionen ganz zu meiden. Generell wird zu erhöhter Vorsicht bei Reisen nach Istanbul und über Land geraten. Von Reisen ins Grenzgebiet zu Syrien und Irak wird seit einiger Zeit dringend abgeraten. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier bittet "alle Deutschen in der Türkei und insbesondere in Istanbul, die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts genau zu verfolgen."

Kann ich eine Städtereise nach Istanbul jetzt kostenlos stornieren?

Wahrscheinlich schon. Es bestehe nach derzeitiger Rechtsprechung ein Kündigungsrecht wegen Gefährdung durch höhere Gewalt, erklärt der Reiserechtler Prof. Ernst Führich aus Kempten. Urlauber dürfen ihre Istanbul-Reise also kostenlos umbuchen oder stornieren. Anders sieht es etwa für Badeurlaub in südlichen Türkei aus. Solche Reisen könnten nicht einfach kostenlos storniert werden, sagte der Jurist.

Wie reagieren die Reiseveranstalter?

Mit dem Veranstalter DER Touristik urlaubt derzeit eine dreistellige Gästezahl in der Türkei. "Wir haben alle Gäste einzeln kontaktiert und erreicht, sie sind alle unverletzt", sagte Sprecherin Inga Schwer. Bei dem Konzern, zu dem die Marken ITS, Jahn Reisen, Travelix, Dertour, Meier's Weltreisen, ADAC Reisen gehören, lassen sich Städtetrips nach Istanbul bis zum 10. Februar ohne Gebühren umbuchen oder kündigen. Tui bietet für Istanbul-Reisen bis zum 18. Januar kostenlose Umbuchungen und Stornierungen an. Thomas Cook ermöglicht ebenfalls kostenfreies Umbuchen und Stornieren für Istanbul-Reisen mit Beginn bis einschließlich 22. Januar. 

Der Studienreiseanbieter Studiosus änderte sein Veranstaltungsprogramm: "Wir haben aktuell eine Gruppe vor Ort", sagte eine Sprecherin des Unternehmens unserer Redaktion. "Das heutige Ausflugsprogramm hätte sie in die Istanbuler Innenstadt geführt, doch wir haben kurzfristig umdisponiert." Für die Touristen habe somit keine Gefahr bestanden. Eine für Mittwoch geplante Reise in die Türkei sagte der Veranstalter ab. Istanbul-Gäste mit Abreise bis Ende Januar können auch bei Studiosus kostenlos umbuchen oder stornieren.

Wie steht es um den Tourismus in der Türkei?

Er leidet derzeit vor allem unter dem Ausbleiben der russischen Urlauber wegen der Sanktionen nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets durch das türkische Militär. Die Russen waren die wichtigste Urlaubernation für die Türkei. Nun sind es die Deutschen. Die Pauschalreise-Hochburg Antalya wurde von ihnen zuletzt schwächer gebucht als im Vorjahr.

(lsa/ham/dpa)
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