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Bakterienfalle
Was Sie im Flugzeug lieber nicht anfassen sollten

So finden Sie die besten Plätze im Flugzeug
So finden Sie die besten Plätze im Flugzeug FOTO: shutterstock/ My Good Images
Düsseldorf . Wer ein Flugzeug von innen sieht, kann es sich schon denken: Der abgeschlossene Raum eignet sich perfekt für Bakterien. Wo genau die meisten Keime wimmeln und welche Stellen man möglichst meiden sollte: ein Überblick.

Viele Menschen steigen zwar Jahr für Jahr in den Flieger, betrachten die Maschinen selbst aber mit Argwohn. Flugangst, Höhenangst, Reisekrankheit. Viel gefährlicher als die Fortbewegung in der Luft ist hingegen, dass im Flieger sehr viele Menschen auf einem sehr engen, abgeschotteten Raum zusammenkommen. Für Aufruhr sorgt das immer wieder insbesondere in Zeiten, in denen bestimmte Bakterien im Umlauf sind, etwa in der Sars- und Ebola-Krise. Flugzeuge sind heute immer häufiger interkontinentale Transportmittel auch für Bakterien - nicht zuletzt, weil die sich an Bord so wohl fühlen. 

Am liebsten setzen sich Bakterien laut Studien an den Klapptischen, den Taschen und den Armlehnen im Flieger fest. Auch der Regler am Wasserhahn in den Toilettenräumen ist eine echte Keimfalle. Das Dramatische: Wird im Flugzeug nicht ausreichend geputzt, können die Bakterien auf den Oberflächen tagelang überleben. Das ergab eine Studie aus dem Jahr 2014. Damals konnten amerikanische Forscher zeigen, das etwa der als Krankenhauskeim bekannte Keim MRSA (Methillicin-resistenter Staphylococcus aureus) bis zu einer Woche an der Tasche auf der Rückseite eines Flugzeugsitzes überleben kann. 

Für Armlehnen gilt übrigens ähnliches. E.Coli-Bakterien können hier bis 96 Stunden überleben. Dorthin gelangen die Bakterien vor allem durch mangelnde Hygiene: Nicht jeder Reisende wäscht sich nach dem Gang auf die Toilette auch die Hände. Und selbst wenn er es tut: Wasserhahn und der Spülknopf sind echte Bakterienfallen.  

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Die höchste Konzentration von Keimen fanden die Autoren verschiedener Studien jedoch an den Klapptischen im Flieger. Sie werden nicht nur häufig angefasst, sondern es kommen auch immer wieder Essensreste und Getränkespritzer darauf. Der darin enthaltene Zucker ist der beste Nährboden für Bakterien wie MRSA oder auch Noroviren. 

Oberflächen im Flugzeug sollten aus diesem Grund entweder gar nicht angefasst werden (zum Beispiel die Tasche am Vordersitz) oder nur mit Papiertaschentüchern (zum Beispiel Spülung und Wasserhahn). Für den Toilettensitz und den Klapptisch können sich Reisende Desinfektionsspray mitbringen. Das stellt die Hygiene am besten sicher. 

Nicht so leicht ist es dagegen, sich gegen das Husten und Niesen anderer Passagiere zur Wehr zu setzen. In einem einzigen Nieser verstecken sich tausende Bakterien und eventuell auch Viren, die im Flugzeug nicht entweichen können - und so unter den Passagieren die Runde machen. Wie Studien zeigten, hat das um so mehr Auswirkung, je länger der Flug ist. Vor allem auf Langzeitflügen von bis zu elf Stunden ist damit zu rechnen, dass sich in der First Class ein bis drei Personen bei einem Grippeinfizierten in derselben Kabine anstecken, und fünf bis zehn Personen in der Economy Class. Zum Vergleich: Auf Flügen bis zu fünf Stunden infizieren sich unter den gleichen Umständen in der First Class ein bis drei Passagiere, in der Economy Class zwei bis fünf.

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