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Vulkanausbruch befürchtet
Das müssen Bali-Reisende jetzt wissen

Urlauber sitzen auf Bali fest: Vulkan Agung spuckt Rauch und Asche
Düsseldorf. Auf der indonesischen Urlaubsinsel Bali stößt der Vulkan Agung seit Tagen Rauch und Asche aus. Experten befürchten einen Ausbruch. Tausende Urlauber sitzen auf der Insel fest, weil der Flughafen gesperrt wurde. Wir geben einen Überblick darüber, was Bali-Reisende jetzt wissen müssen.
  • Wie ist die aktuelle Situation auf der Insel?

Die Behörden riefen am Montag die höchste Warnstufe aus, sagte der Vulkanologe Gede Suantika. Zudem ordneten sie eine Evakuierung des Gebiets im Umkreis von zehn Kilometern um den Vulkan an. Im Krater des Vulkans Agung steigt Lava auf. Sie werde sich mit Sicherheit über die Vulkanhänge ergießen, sagte ein Sprecher des Katastrophenschutzes. 

Der internationale Flughafen auf Bali wurde für 24 Stunden geschlossen. Zehntausende Reisende saßen auf der Urlaubsinsel fest. Rund 445 Flüge seien gestrichen worden, da die von Agung ausgespuckte Asche den Luftraum des Flughafens Denpasar erreicht habe, sagte der Sprecher des Flughafens, Air Ahsanurrohim.

Rund 59.000 Reisende seien betroffen. Auch mehrere tausend deutsche Urlauber halten sich derzeit auf der Insel Bali auf. Etwa 5500 bis 6000 Reisende aus Deutschland seien derzeit auf der Urlaubsinsel, sagte eine Sprecherin des Deutschen Reiseverbandes (DRV) am Montag in Berlin. 

  • Gibt es eine offizielle Reisewarnung?

Das Auswärtige Amt aktualisierte am Montag seine Reise- und Sicherheitshinweise zu Indonesien. Den Angaben zufolge wurde der Flughafen der Inselhauptstadt Denpasar zunächst bis Dienstagfrüh 7 Uhr Ortszeit geschlossen. Alle sechs Stunden werde überprüft, ob der Flugverkehr wieder aufgenommen werden könne. Sieben Flüge wurden nach Jakarta, Surabaya und Singapur umgeleitet.

Auf Bali droht der Ausbruch des Vulkans Agung FOTO: dpa, AP hjb

Abhängig von der Wanderung der Aschewolke müsse jedoch mit weiteren Sperrungen von Flughäfen oder Flugstreichungen gerechnet werden, hieß es auf der Webseite des Auswärtigen Amtes in den Reise- und Sicherheitshinweisen für Indonesien.

Das Auswärtige Amt in Berlin ruft Touristen zudem dazu auf, "sich rechtzeitig mit ihren Fluggesellschaften und Reiseunternehmen in Verbindung zu setzen". Sabine Fischer-Volk von der Verbraucherzentrale Brandenburg rät denjenigen, die demnächst als Pauschalurlauber nach Bali reisen wollen, sich wegen des dort drohenden Vulkanausbruchs an seinen Veranstalter wenden. 

  • Was können Rucksacktouristen und Einzelreisende unternehmen?

Wer ganz individuell nach Bali reisen möchte, ist zunächst auf sich allein gestellt, sagt Fischer-Volk. "Wenn Flüge nicht stattfinden können, haben Urlauber zwei Rechte: Sie können im Luftbeförderungsvertrag bleiben und verlangen von der Airline eine zeitnahe Ersatzbeförderung. Oder sie treten vom Vertrag zurück und bekommen das Geld wieder."

Da ein Vulkanausbruch höhere Gewalt sei, kämen aber keine Entschädigungsansprüche oder Ähnliches hinzu. Auch Ausweichquartiere oder andere Reisekosten müssen solche Reisende selbst bezahlen. Mit Hotels, Fluggesellschaften oder Mietwagenanbietern könne man aber über Kostenteilung verhandeln.

  • Wie sollten sich Reisende vor Ort verhalten?

Urlauber wurden gebeten, sich rechtzeitig mit ihren Fluggesellschaften und Reiseunternehmen in Verbindung zu setzen. Zudem sei es ratsam, zum Beispiel Geldmittel und eventuell benötigte Medikamente in ausreichender Menge mitzuführen. Zudem sollten Reisende den Anweisungen lokaler Behörden unbedingt Folge leisten.

Auf der Webseite der deutschen Botschaft in Indonesien hieß es, deutschen Staatsangehörigen werde dringend empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, um im Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu ermöglichen.

  • Wie reagieren die Reiseveranstalter?

Der Veranstalter DER Touristik, der nach eigenen Angaben derzeit eine dreistellige Zahl von Gästen auf Bali hat, reagierte bereits. Das Unternehmen bot zunächst für Montag und Dienstag Reisenden, die an diesen Tagen von Deutschland nach Bali fliegen wollten, kostenlose Umbuchungen und Stornierungen an, wie eine Sprecherin in Köln mitteilte.

Lombok - Indonesiens wilde Insel FOTO: dpa, pla

Auch Pauschalreisende, die bis zum Dienstag auf die Insel Lombok fliegen wollten, könnten bis zum Dienstag eine kostenlose Umbuchung oder Stornierung vornehmen, erklärte die Unternehmenssprecherin. Für in Bali und Lombok gestrandete Pauschalreisende will der Veranstalter schnellstmöglich Flugalternativen suchen. Bis dahin würden die Gäste in einem Hotel in der Nähe des Flughafens Denpasar untergebracht.

(ate/dpa/afp)
 
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