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Holland
Diese selbstfahrenden Boote fahren 2017 durch Amsterdam

Diese selbstfahrenden Boote fahren 2017 durch Amsterdam
Ein Entwurf der selbstfahrenden Boote, die 2017 Personen und Passagiere durch die Kanäle von Amsterdam schippern sollen. FOTO: MIT Senseable City Lab / AMS Institute
Düsseldorf . Während die meisten Firmen am selbstfahrenden Auto tüfteln, erforschen Wissenschaftler in Amsterdam das erste selbstfahrende Boot. 2017 sollen die Robo-Boote erstmals zum Einsatz in der Stadt kommen — für den Transport von Menschen und Waren und im Einsatz als vorübergehende Brücken. Von Susanne Hamann

Knapp ein Viertel der niederländischen Metropole Amsterdam ist von Kanälen durchzogen. Eben dort werden ab Mitte 2017 die ersten selbstfahrenden Boote getestet. "Roboat" heißt das erste großangelegte Projekt, das in einer Kooperation zwischen dem Amsterdam Institute for Advanced Metropolitan Solutions (AMS), der TU Delft, der Uni Wageningen und dem US-amerikanischen Massachusetts Institute of Technology (MIT) durchgeführt wird.

Die Konstruktionen sollen nicht nur Waren transportieren können, sondern auch für den Umweltschutz eingesetzt werden. FOTO: MIT Senseable City Lab / AMS Institute

Insgesamt sind die Forschungsarbeiten auf fünf Jahre angelegt und sollen mit 25 Millionen Euro Budget finanziert werden. "Stellen Sie sich eine Flotte autonomer Boote für den Transport von Waren und Menschen vor", sagt Carlo Ratti, Stadtplanungsexperte am MIT. "Aber denken Sie auch an dynamische und temporäre schwimmende Infrastruktur wie Brücken oder -Bühnen, die innerhalb von Stunden auf- und wieder abgebaut werden können." 

Eine weitere Einsatzmöglichkeit für die Robo-Boote sollen Übergangsbrücken oder Inseln sein, die aus den Booten gebaut werden können sollen. FOTO: MIT Senseable City Lab / AMS Institute

Ticketpreis ist noch unklar

Sehenswürdigkeiten in Amsterdam FOTO: Shutterstock/S.Borisov

Bereits im ersten Jahr sollen die Boote für die Öffentlichkeit nutzbar sein, das bestätigte Emily Parry, Pressesprecherin von AMS, unserer Redaktion. Wie hoch der Ticketpreis für die Fahrt mit dem "Roboat" sein wird, ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar. Getestet werden soll laut der Sprecherin in der ersten Phase des Pilotprojekts auch, wie sicher die selbstfahrenden Boote für Passagiere sind, da die Konstruktion bislang kein Dach hat und eben auch kein Personal, das im Notfall einschreiten könnte. 

Neben dem Transport von Passagieren und Waren sehen die Wissenschaftler aber schon jetzt weitere Einsatzmöglichkeiten für die Robo-Boote: Sie sollen Krankheitserreger im Wasser frühzeitig erkennen, schwimmenden Müll aus den Kanälen fischen oder auch "der Stadt helfen, einen besseren Weg zu finden, mit den 12.000 Fahrrädern umzugehen, die jedes Jahr in den Kanälen landen", sagt Arjan van Timmeren vom AMS. 

Die Studie soll international als Wegweiser zum Einsatz von selbstfahrenden Booten dienen. Ähnliche Forschungen gibt es bislang nur im Bereich Containerfrachter. 

(ham)
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