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Zahlreiche Flüge betroffen
50 Eurowings-Flüge fallen in Düsseldorf aus

Eurowings- und Lufthansa-Streik 2016 in Düsseldorf: 50 Flüge fallen aus
Das Kabinenpersonal von Eurowings streikt in Hamburg und Düsseldorf. Zahlreiche Flüge fallen aus. FOTO: dpa, ahe hjb
Düsseldorf. Der Streik bei Eurowings hat begonnen. Seit Dienstagmorgen um 5 Uhr ist das Kabinenpersonal im Ausstand. In Düsseldorf fallen nach derzeitigem Plan 50 Flüge der Lufthansa-Tochter aus, 38 sollen stattfinden.

Die Gewerkschaft Verdi hat die Kabinenbeschäftigten der Fluggesellschaft Eurowings für den heutigen Dienstag in Düsseldorf und Hamburg zum ganztägigen Streik aufgerufen. 52 Flüge der Lufthansa-Billigtochter von und nach Düsseldorf wurden vom Flugplan gestrichen, teilte ein Sprecher des Flughafens mit. 38 Eurowings-Flüge sollen bis zum Dienstagabend ab Düsseldorf starten. Das können sich im Laufe des Tages aber noch ändern, sagte der Flughafen-Sprecher. Eurowings hat in der Landeshauptstadt insgesamt 17 Flugzeuge stationiert. Insgesamt zählt die Fluglinie 23 Jets.

Kunden sollen sich im Internet informieren

Der Flughafen empfiehlt allen betroffenen Passagieren, sich bei der Fluggesellschaft über den aktuellen Stand ihres Fluges zu informieren. Im Internet können Informationen zu Flügen und Buchungen unter eurowings.com abgerufen werden. Betroffene Flüge können umgebucht oder storniert werden. Derzeit sei es an den Eurowings-Terminals ruhig. "Die Information der Kunden durch die Fluggesellschaft scheint gut funktioniert zu haben", sagte der Flughafen-Sprecher.

Nicht betroffen von der Arbeitsniederlegung sind Langstreckenflüge, Eurowings-Flüge mit der Flugnummer 4U oder solche von Partner-Airlines. In Hamburg stehen 20 Abflüge und 20 Ankünfte von Eurowings-Maschinen auf dem Flugplan. An beiden Flughäfen zusammen fallen 62 Flüge aus, teilte ein Sprecher der Airline auf Anfrage mit. Alle übrigen Flüge könnten mit dem zum Dienst angetretenen Kabinenpersonal erfolgen. Es seien keine Mitarbeiter von anderen Anbietern ausgeliehen worden.

"Wir haben die Flüge früh gestrichen, um unseren Kunden die Chance für eine neue Reiseplanung zu geben", sagte der Eurowings-Sprecher. Die meisten Kunden habe man erreicht, an den Stationen in Hamburg in Düsseldorf  sei es ruhig. Insgesamt könnten am Dienstag 86 Prozent aller Eurowings-Flüge stattfinden, teilte der Airline-Sprecher mit. Das Unternehmen gehen davon aus, dass der Betrieb am Mittwoch wieder normal läuft.

Verdi fordert mehr Gehalt für Kabinenpersonal

Verdi habe die laufenden Tarifverhandlungen nicht für gescheitert erklärt, weshalb die jetzige Eskalation unverständlich sei, hatte ein Airline-Sprecher im Vorfeld des Streiks gesagt. Die Situation ist schwierig, da neben der Dienstleistungsgewerkschaft auch die Kabinenpersonal-Gewerkschaft Ufo bei den 400 Flugbegleitern von Eurowings vertreten ist. Die hatte Eurowings Ende Oktober bestreikt.

Verdi hatte im September einen Arbeitskampf organisiert, der aber kaum Auswirkungen auf den Flugbetrieb hatte. "Der Eurowings-Vorstand hat die Arbeitsniederlegung provoziert, weil er darauf beharrt, nur gemeinsam mit Verdi und Ufo einen Tarifvertrag bei Eurowings verhandeln zu wollen", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle.

Verdi fordert für die rund 460 Kabinenmitarbeiter von Eurowings eine Anhebung der Gehälter und Funktionszulagen von sieben Prozent, 500 Euro Zulage für die Kabinenleitung und weitere Verbesserungen für die Beschäftigten. Die letzten Verhandlungen am 11. November endeten ergebnislos, ein neuer Termin ist bislang nicht vereinbart worden.

Ungemach auch für Lufthansa-Reisende

Auch auf Fluggäste der Lufthansa kommt Ungemach zu: Die Piloten der Airline haben für Mittwoch zum nächsten Streik aufgerufen. Dann wollen sie den Flugverkehr auf der Lang- und Kurzstrecke der Lufthansa komplett bestreiken, wie die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit ankündigte. Betroffen seien alle Flüge aus Deutschland. Ein Alternativ-Flugplan ist in Arbeit.

Es handelt sich um den 14. Streik in der laufenden Tarifauseinandersetzung. Die Fronten sind nach den Arbeitsniederlegungen und unzähligen Gesprächsrunden vollkommen verhärtet. Dieses Mal geht es ausschließlich um die Tarifgehälter von rund 5400 Piloten der Lufthansa, der Lufthansa Cargo und der Tochtergesellschaft Germanwings. Die Piloten verlangen Tariferhöhungen von 22 Prozent über einen Zeitraum von fünf Jahren.

(rent/dpa/REU)
 
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