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Gepäckbestimmungen geändert
Flüge: Das kostet ein Koffer
Tipps: So kommen Ihre Koffer mit Ihnen an
Tipps: So kommen Ihre Koffer mit Ihnen an FOTO: Flughafen Düsseldorf
Düsseldorf (RP). Viele Fluggesellschaften haben ihre Gepäckbestimmungen geändert. Wir geben einen Überblick, bei welcher Airline ein Koffer noch inklusive ist und welche Übergepäck berechnet. Von Ellen Schlütter

Zur Vorfreude auf den Urlaub stellt sich am Check-in am Flughafen ein weiteres Gefühl ein: der Ärger. Denn neuerdings bucht man mit dem Flug nicht unbedingt auch den Gepäcktransport mit. Und unverhofft belasten Kosten für die Koffer die Reisekasse. Es sind nicht allein die Billig-Airlines, die seit einiger Zeit das Freigepäck rationieren. Wir geben einen Überblick über die Gepäckregelungen einiger Fluggesellschaften.

Ryanair: Bei der irischen Billigfluggesellschaft ist nur das Handgepäck kostenlos. Wer Gepäck aufgeben möchte, muss zusätzliche Gebühren zahlen. Erlaubt sind pro Fluggast zwei Gepäckstücke mit maximal 15 Kilo. Für den ersten Koffer stellt Ryanair 15 Euro in Rechnung, wenn Gepäck im Internet gebucht wird. Wer über die Buchungszentrale (englischsprachig unter Tel. 0900 - 116 0500, 62 Cent/Minute; eine deutschsprachige Hotline ist unter Tel. 0900 - 116 0600 für 1,86 Euro zu erreichen) oder am Flughafen Gepäck anmeldet, muss 35 Euro bezahlen – pro Flug. Das zweite Gepäckstück schlägt direkt mit 35 Euro (online) oder sogar 70 Euro (Hotline/Flughafen) zu Buche. Fluggäste, die jetzt für Juli und August dieses Jahres buchen, zahlen für das erste Gepäckstück sogar 20 Euro, wie Ryanair ankündigte. Wer die vorgegebenen Grenzen überschreitet, dem werden am Flughafenschalter für jedes Kilo Übergepäck 20 Euro berechnet.

Lufthansa: In puncto Freigepäck hat Lufthansa ebenfalls die früheren Standards geändert: Seit Jahresbeginn werden für den zweiten Koffer auf Nordatlantik-Strecken 40 Euro berechnet (bis 23 Kilo). Die Regelung gilt für Economy-Tickets nach Kanada, Mexiko und in die USA. Aber: Liegt der Start- oder Zielort des Fluges nicht in Europa oder Nordamerika, dürfen nach wie vor zwei Gepäckstücke à 23 Kilo mitgenommen werden, ebenso auf Langstreckenflügen. Auf allen Strecken innerhalb Europas gilt das Gewichtskonzept: Es kommt nicht auf die Anzahl sondern aufs Gesamtgewicht der Gepäckstücke an. In der Economy Class sind bis zu 20 Kilo Gepäck frei, in der Business Class 30 Kilo. Fällt Übergepäck an, richtet sich der Kilo-Preis nach dem Flugziel: Innerhalb Deutschlands sind es fünf Euro, innerhalb Europas zehn Euro. Generell wird aber eine Mindestgebühr von 30 Euro erhoben, selbst wenn die Kilo-Rate darunter liegt.

Air Berlin: Auch Air Berlin hat den zweiten Gratis-Koffer bei Flügen von und in die USA und Kanada abgeschafft. Wiegt der Koffer mehr als 23 Kilo, sind 25 Euro zusätzlich fällig, für einen zweiten Koffer werden 40 Euro berechnet. Seit Januar bietet auch Air Berlin so genannte Übergepäck-Pakete an. Auf Kurz- und Mittelstrecken kostet ein Fünf-Kilo-Paket 25 Euro, auf Langstrecken (ausgenommen USA und Kanada) 50 Euro. Dabei lässt sich viel Geld sparen – zum Vergleich: Übergepäck kostet sonst zehn Euro pro Kilo, auf der Langstrecke das Doppelte.

Air France und KLM: Seit Ende März gilt bei Flügen von Air France und KLM das Stückkonzept. In der Economy Class dürfen Passagiere ein bis zu 23 Kilogramm schweres Gepäckstück mitnehmen, wiegt es mehr, ist eine Pauschale von 100 Euro fällig. Wer ein zweites Gepäckstück mitnehmen möchte, muss 55 Euro zusätzlich löhnen.

American Airlines: Diese Fluggesellschaft transportiert bei Flügen von Europa in die USA einen Koffer à 23 Kilo kostenlos, ein zweites Gepäckstück wird mit 50 US-Dollar (ca. 37 Euro) berechnet. Bei Flügen innerhalb der USA werden für einen Koffer bereits 25 US-Dollar (ca 19 Euro) aufgeschlagen.

Tuifly: Für Passagiere von Tuifly liegt die Freigepäckgrenze bei 20 Kilo, die auf mehrere Gepäckstücke aufgeteilt sein dürfen. Für jedes Kilo Übergepäck zahlen Reisende am Flughafen zehn Euro. Wer schon weiß, dass er mehr Gepäck benötigt, kann im Voraus Übergepäck-Pakete buchen: Fünf Kilo Extra-Gepäck gibt es für 30 Euro, zehn für 55 Euro.

Condor: Condor gewährt allen Economy-Fluggästen, die Ziele außerhalb der USA und Kanada ansteuern, für Aufenthalte bis 28 Nächten 20 Kilo Freigepäck. In die USA werden zwei Koffer mit je maximal 23 Kilo kostenlos transportiert. Auch Condor bietet zusätzliche Freigepäck-Pakete an, die vor der Reise gebucht werden können (online oder über die Hotline, Tel. 01805 - 767757, 14 Cent/Minute). So gibt es etwa ein Fünf-Kilo-Paket auf einem Kurz- oder Mittelstrecken-Flug für 25 Euro, zehn Kilo auf einem Langstreckenflug für 100 Euro.

Germanwings: Bei Germanwings hängt die Freigepäckgrenze mit dem gebuchten Tarif zusammen: Für "Basic"-Passagiere ist nur das Handgepäck frei, aufgegebenes Gepäck (ein Koffer mit bis zu 20 Kilo) kostet acht Euro, wenn es online oder über das Call-Center angemeldet wird (Tel. 0900 - 1919100, 99 Cent/Minute), am Flughafen kostet es 20 Euro. Wer mehr als 20 Kilogramm Gepäck hat, zahlt bei Flügen ins europäische Ausland 20 bzw. 40 Euro. Ab 30 Kilo wird innerhalb Deutschlands 9,52 Euro pro Kilo Übergepäck berechnet, innerhalb Europas acht Euro. Im teureren Tarif "Best" ist ein 20-Kilo-Koffer kostenlos.

Quelle: RP
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