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Russischer Flugzeugabsturz
Lufthansa fliegt Sinai-Halbinsel vorerst nicht mehr an

Metrojet-Absturz: Vorerst keine Lufthansa-Flüge auf Sinai-Halbinsel
Die Sinai-Halbinsel wird vorerst nicht mehr von der Lufthansa angeflogen. FOTO: dpa, fg vbm cul
Frankfurt/Berlin. Nach dem Absturz eines russischen Passagierflugzeugs zieht auch die Lufthansa Konsequenzen. Die Fluggesellschaften des Konzerns fliegen bis auf weiteres die Sinai-Halbinsel nicht mehr an. In Düsseldorf ist in dieser Woche ein Flug davon betroffen.

Insgesamt seien zwei wöchentliche Flüge der Gesellschaften Edelweiss und Eurowings nach Sharm el Sheikh geplant gewesen. Diese würden nun nicht durchgeführt, erklärte Europas größte Fluggesellschaft am Donnerstag. Die Lufthansa werde sich gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt und den Reiseveranstaltern um die noch in Ägypten befindlichen Fluggäste kümmern, und deren Rückflüge aus Scharm el Scheich organisieren, schreibt der Konzern in einer Mitteilung.

Ein Flug von Düsseldorf betroffen

Zeitnah betroffen von dieser Entscheidung ist ein Flug der Eurowings (EW 6642), der am Samstag, den 7. November, von Düsseldorf nonstop nach Sharm el Sheikh angesetzt war. Dieser und sämtliche andere Flüge der neuen Billigfluglinie zur Sinai-Halbinsel sind auf unabsehbare Zeit gestrichen.

Die türkische Airline SunExpress, ein Joint Venture zwischen Turkish Airlines und der Lufthansa, steuert Sharm el Sheikh laut Aussage des Unternehmens dagegen weiterhin an. Allerdings soll sich die Flugroute leicht verändert haben. Anstatt den direkten Weg über die Sinai-Halbinsel in Richtung des Ferienortes zu fliegen, nehmen die Maschinen nun den Weg über das ägyptische Festland via Hurghada nach Sharm el Sheikh. Eine größere Zeitverzögerung soll sich daraus für Passagiere aber nicht ergeben.

Im Flugprogramm anderer großer Airlines wie der Lufthansa, AirBerlin oder Germanwings kommt Sharm el Sheikh nicht vor. Allerdings haben auch diese drei Fluglinien bereits am vergangenen Wochenende entschieden, diese Flugrouten abzuändern. Betroffen sind davon etwa Flieger nach Südostasien. 

Laut dem Reiseveranstalter Tui ist Sharm el Sheikh besonders für britische Touristen interessant. Deutsche Urlauber dagegen bevorzugten Hurghada. Aus diesem Grund fliegen die meisten deutschen Fluglinien und Reiseveranstalter den Ort auf der Sinai-Halbinsel auch nicht an. Die ägyptische Hauptstadt Kairo werde weiterhin angeflogen und sei von diesen Maßnahmen nicht betroffen, betonte die Lufthansa. 

Kairo wird nach wie vor angeflogen

Die deutschen Veranstalter bieten allerdings vorerst weiter Reisen nach Sharm el Sheikh an. "Wichtig für die deutschen Reiseveranstalter ist die Einschätzung des Auswärtigen Amtes", sagte Sibylle Zeuch, Sprecherin des Deutschen Reiseverbands (DRV) am Donnerstag.

Das deutsche Außenamt hat seinen Sicherheitshinweis für die südliche Sinai-Halbinsel nicht verschärft. Für den nördlichen Sinai gibt es seit längerer Zeit eine Reisewarnung. Dort operiert ein Ableger des Islamischen Staates (IS). Auch von Großbritannien aus starten keine Flüge mehr nach Scharm el Scheich. Der britische Außenminister Philip Hammond warnte vor Reisen dorthin.

Rund 2000 deutsche Gäste in Sharm el Skeikh und Dahab

Angst ist nach deutschem Reiserecht kein Grund, um einen Reisevertrag kostenlos kündigen zu können. Wer eine Reise zu einem Badeort auf dem südlichen Sinai gebucht hat, könne nicht kostenlos umbuchen oder stornieren, bestätigte Zeuch. Derzeit befinden sich dem DRV zufolge rund 2000 deutsche Gäste in Sharm el Sheikh und im Badeort Dahab, etwa 90 Kilometer entfernt.

(hebu/ham/REU/dpa)
 
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