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Sensation für Naturschützer
Neue Nordseeinsel aufgetaucht
Die Nordsee von oben
Die Nordsee von oben FOTO: vidicom
Kiel. Im Wattenmeer vor Schleswig Holstein hat sich eine neue Insel gebildet. Das Eiland liegt 25 Kilometer vor der Nordseeküste und ragt mehr als vier Meter aus dem Wasser. Von Christian Schwerdtfeger

Der neuen Insel, die südlich von Sylt liegt, haben die Umweltschützer des Nationalparks Schleswig Holstein den Namen Norderoogsand gegeben. Die Insel ist bis zu 2,5 Kilometer breit und etwa 5,7 Kilometer lang. Diese rund 14 Hektar Fläche entsprechen ungefähr der Größe von 20 Fußballfeldern.

Die neue Insel entstand im Zeitraum der vergangenen 14 Jahre aus einer Sandbank. Die Flut konnte die immer größer werdende Fläche nicht mehr überspülen. Wie "eine Vulkaninsel" habe sich die Nordspitze des Norderoogsandes binnen weniger Jahre erhoben, berichtet die Tönninger Nationalparkverwaltung in ihrer Zeitschrift "SH Nationalpark Nachrichten".

Insel steht unter Naturschutz

Mittlerweile haben sich meterhohe Dünen auf dem Eiland gebildet, die größte ist mehr als vier Meter hoch. Pflanzen haben sich in großer Zahl dort angesiedelt. Allein in den vergangenen vier Jahren erhöhten sich Arten von fünf auf knapp 50. Naturschützer bezeichnen das als kleine Sensation. Auch Vögel sind dort heimisch geworden – etwa Möwen und der Austernfischer. Bislang wurden 149 Paare Silbermöwen, 74 Heringsmöwen, je vier Paare Austernfischer und Graugänse, je zwei Mantelmöwen, Eiderenten und Sandregenpfeifer sowie ein Wanderfalken-Paar gezählt. Damit die Tiere dort ungestört brüten können, steht die Insel unter Naturschutz, Touristen dürfen sie ohne Genehmigung nicht betreten.

Nur während der Sommermonate, von Juni bis August, machen die Naturschützer eine Ausnahme. Dann dürfen Interessierte die Insel betreten – jedoch nur mit großem Abstand zu den Nistplätzen. Ein Ausflugsdampfer bringt die Touristen zur südlichen Seite von Norderoogsand, wo sie die Vögel nicht stören können.

Insel geht nicht wieder unter

Die Biologen des Nationalparks sind überzeugt, dass die neue Insel bestehen bleiben und nicht wieder untergehen wird. Nur eine extrem gewaltige Sturmflut könnte Norderoogsand in Teilen wieder dem Meer zurückgeben. Wissenschaftler halten dies aber für sehr unwahrscheinlich, weil die Wurzeln der Dünen und die der Pflanzen bereits fest im Boden verwachsen sind und den Sand binden. Abbrüche können aber jederzeit passieren.

Inselartige flache Sandflächen vor der Küste, sogenannte Außensände, verschieben sich häufig seitwärts. Aber nur sehr wenige wachsen auch in die Höhe und Breite wie nun Norderoogsand.

Quelle: RP/anch/csr
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