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Von Anreise bis Ausrüstung
So teuer ist ein Skiurlaub für eine vierköpfige Familie

So teuer ist ein Skiurlaub 2018 für eine vierköpfige Familie - Spar-Tipps
Skipass, Skiausrüstung, Skischule: All das schlägt im Winterurlaub kräftig zu Buche. FOTO: dpa, zeh
Garmisch-Partenkirchen. Der Skiurlaub im Winter kann eine teure Angelegenheit werden. Ganz besonders, wenn man weiter von den Bergen entfernt wohnt und mit der Familie anreisen will. Wie kostspielig es wirklich wird - und wo man sparen kann.

Skiurlaub war noch nie wirklich günstig. Anreise, Unterkunft und Skipass schlagen kräftig zu Buche. Doch wie viel muss eine vierköpfige Familie wirklich für eine Woche Pistenspaß in den Alpen ausgeben? Und wo lässt sich sparen?

Das Skiportal Snowplaza hat eine Auswertung für eine Beispielfamilie aus Erfurt erstellt, die in den Winterferien vom 3. bis 10. Februar 2018 sieben Nächte in den deutschen oder österreichischen Alpen verbringen will.

Beispielhaft wurden die Skigebiete Saalbach, Sölden, Serfaus-Fiss-Ladis, Obertauern, Kleinwalsertal, Stubai und Sudelfeld untersucht. Weder die Eltern noch die fünf und neun Jahre alten Kinder haben Skiausrüstung, die Kinder machen außerdem einen Skikurs. Als Unterkunft soll es ein Vier-Sterne-Hotel in Pistennähe sein.

Atemberaubende Alpen FOTO: dpa, zeh
  • Anreise

Günstigste Möglichkeit zur Anreise ist laut Snowplaza in den meisten Fällen das eigene Auto. Die Beispielfamilie aus Erfurt muss in die sechs Skigebiete und zurück rund 1300 Kilometer zurücklegen.

Setzt man einen Spritpreis von 1,32 Euro und einen Verbrauch von sieben Litern auf 100 Kilometern an, ergeben sich Kosten von knapp 120 Euro. Faktisch entstehen natürlich bei einer Pkw-Fahrt noch weitere Kosten, zum Beispiel durch die Abnutzung.

Ein Bahnticket für die Familie kostet dagegen je nach Zielort mindestens 500 Euro, für Kleinwalsertal sind es ohne Bahncard zum Beispiel 519 Euro.

Eine - oft nur theoretische - Alternative ist das Flugzeug. Zum Beispiel Salzburg oder Innsbruck bieten sich dafür in Österreich an. Allerdings gibt es längst nicht von jedem deutschen Flughafen dorthin Verbindungen. Zudem sind die Preise in der Regel noch einmal höher als bei der Bahn.

Eine echte Alternative sieht Felix Wende von Snowplaza in Fernbussen, die verstärkt auch Skigebiete anfahren.

Kosten: mindestens 120 Euro

Fotos: 305 Pistenkilometer garantieren Abfahrtsspaß FOTO: dpa, pla
  • Unterkunft

Der mit Abstand größte finanzielle Posten ist die Unterkunft. Snowplaza hat in den Skiorten jeweils Vier-Sterne-Hotels in der Nähe des Skilifts mit Halbpension angefragt.

Für sieben Übernachtungen entweder im Familienzimmer oder in zwei getrennten Zimmern fallen je nach Skigebiet Kosten zwischen 2043 und 2898 Euro an. Entsprechend hoch ist natürlich aber auch das Sparpotenzial.

Wer statt eines Hotels eine Ferienwohnung wählt, kann laut Wende bis zu 50 Prozent sparen. Und: Wer etwas weiter vom Skigebiet entfernt nach einer Unterkunft sucht, kommt meist auch deutlich günstiger weg.

"Zehn Kilometer von Garmisch entfernt zum Beispiel ist im Winter nicht mehr allzu viel los. Da bekomme ich oft eine deutlich billigere Unterkunft", sagt auch Wintersport-Experte Christoph Ebert vom Kompetenzzentrum Sport, Gesundheit, Technologie.

Kosten: zwischen 2043 und 2898 Euro

  • Skipass

Ein Sechs-Tages-Skipass schlägt nach der Untersuchung von Snowplaza mit Kosten zwischen 447 Euro (Sudelfeld) und 739 Euro (Sölden) zu Buche. Ebert hält das Sparpotenzial hier für sehr gering: "Ich kann höchstens noch nach Familienkarten oder beim Hotelier oder Vermieter nach Pauschalangeboten fragen."

Kosten: zwischen 447 und 739 Euro

Die Wintersaison im Wipptal FOTO: dpa, mod
  • Verpflegung

Da die Beispielfamilie in einem Hotel mit Halbpension übernachtet, fallen im Grunde nur noch Kosten für ein Mittagessen auf der Skihütte und etwas Geld für den sonstigen Bedarf an. Snowplaza rechnet hier mit Kosten von 100 Euro pro Tag.

Laut Ebert bieten zwar viele Skigebiete mittlerweile auch Selbstversorgerräume an. "Aber eine Berghütte bietet einfach eine Gemütlichkeit, die auch ein großes Stück des Urlaubs ausmacht." Aber natürlich muss es nicht immer ein volles Essen sein, unter Umständen reicht als Stärkung am Mittag ja auch eine Suppe.

Kosten: 600 Euro

  • Ausrüstung

Vor allem wer nur selten Ski fährt, hat meist keine eigene Ausrüstung. Für die Eltern der Beispielfamilie rechnet Snowplaza deshalb mit Kosten zwischen 250 und 370 Euro. Bei Kindern werde das Material häufig von der Skischule gestellt.

Weiterer Spartipp: "Fast alle Verleiher geben Rabatt - da sollten Winterurlauber immer nachfragen", rät Wende. Ebenfalls sparen lässt sich häufig bei einer Onlinebuchung. Und: Je weiter der Skiverleih vom Lift entfernt ist, desto billiger ist es in der Regel.

Ebert hält eine eigene Ausrüstung nicht für sinnvoll, wenn man weniger als zwei Wochen pro Jahr Ski fährt. "Und für Kinder lohnt sich ausleihen eigentlich auch fast immer."

Kosten: 250 bis 370 Euro

Kitzbühel ist mehr als Streif und Hahnenkamm FOTO: dpa, pla gab
  • Skischule

Ein Gruppenskikurs ist natürlich meist günstiger als Einzelunterricht. "Für Kinder ist eine Gruppe in der Regel sogar besser", sagt Ebert. Bis zu acht Personen hält er für optimal.
Snowplaza hat Kosten zwischen 418 und 578 Euro ermittelt, wenn die beiden Kinder sechs Tage Unterricht bekommen.

Kosten: zwischen 418 und 578 Euro

  • Ergebnis

In der Beispielrechnung mit dem Vier-Sterne-Hotel muss die vierköpfige Familie je nach Skigebiet zwischen 3917 Euro und 5113 Euro zahlen. Mit einer Ferienwohnung liegen die Kosten über den Daumen gepeilt zwischen 3000 und 3800 Euro - dann allerdings bräuchte man wohl etwas mehr Geld für die Verpflegung.

Egal ob mit Hotel oder Ferienwohnung: Für den Preis einer Woche Skiurlaub in den Alpen bekommt man in der Regel auch einen richtig guten Urlaub in der Sonne. "Die Konkurrenz für den Skiurlaub liegt auf jeden Fall im Süden", sagt denn auch Christoph Ebert, der beobachtet, dass insgesamt die Zahl der Skifahrer aus Deutschland zurückgeht.

Die Kosten sind dafür aber sicher nur ein Faktor. "Die Lust auf Skifahren steigt immer dann, wenn Schnee liegt, und das tut es eben immer seltener in vielen Flachlandregionen von Deutschland."

(csr/dpa)
 
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