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Urlaub zu Ostern und im Sommer
Wer nach Spanien möchte, muss sich beeilen

Sommerurlaub in Spanien: Reisende müssen schnell buchen
Gran Canaria ist die bei Deutschen beliebteste Kanareninsel. FOTO: Sergey Peterman/Shutterstock.com
Düsseldorf. Terroranschläge in Ländern wie der Türkei, Ägypten oder Tunesien haben auch hierzulande Auswirkungen: sie beeinflussen die Urlaubsplanung der Deutschen. Spanien erlebt einen Boom wie lange nicht mehr: Angebote zu Ostern und sogar zum Sommer sind jetzt schon rar. Von Christoph Schroeter

Vermiesen lassen sich die Deutschen ihren Urlaub durch die Terroranschläge weltweit nicht. Auswirkungen auf die Auswahl ihrer Reiseziele haben entsprechende Meldungen aber schon.

"Vor dem Hintergrund der Terroranschläge in der Türkei werden für 2016 Nachfrageverschiebungen bei den Zielen besonders im Mittelmeertourismus erwartet", schreibt etwa die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) in ihrer Reiseanalyse 2016.

So sei das Interesse an einem Türkeiurlaub unmittelbar nach dem Anschlag im Januar um etwa 30 Prozent zurückgegangen, sagt Guido Wiegand Pressesprecher von Studiosus-Reisen und FUR-Vorsitzender. Gleichzeitig ziehe die Nachfrage nach Ländern wie Italien, Österreich, Griechenland und besonders Spanien an.

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"Das Wunschhotel zum Wunschtermin, wird wohl nicht mehr klappen"

Das bestätigt auch Tui-Sprecherin Stephanie Holweg auf Anfrage unserer Redaktion: "Wer noch über Ostern nach Spanien fliegen möchte, der muss ein Höchstmaß an Flexibilität mitbringen, sowohl beim Abflugtermin als auch beim Abflughafen." Es gebe zwar nach wie vor ein Angebot, aber das Wunschhotel zum Wunschtermin, das werde wohl nicht mehr klappen. In der Türkei dagegen, gebe es noch ein reichhaltiges Angebot, so Holweg: "Dort finden Sie noch gute Hotels zu günstigen Preisen."

21 Prozent mehr Touristen auf den Kanaren

Die Verschiebung der Touristenströme weg von den Ländern mit Terroranschlägen machen auch die Zahlen deutlich, die der Deutsche Reiseverband nennt: "Ende Januar lagen die bisherigen Sommerbuchungen [...] für die Türkei wie auch für Ägypten und Tunesien mit 40 Prozent und mehr noch deutlich unter Vorjahr", sagt der Präsident des Deutschen Reiseverbandes, Norbert Fiebig. 

Von Urlaubsmüdigkeit könne aber, laut Fiebig, trotzdem keine Rede sein, das zeigten die Zahlen des Marktforschungsunternehmens GfK. "Man sieht bei der Zahl der Buchungen, dass sie auf dem gleichen Niveau liegen wie 2014. Die Leute machen nur woanders Urlaub." 

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Zum Beispiel auf den Kanaren. Um 21 Prozent hat die Zahl der Buchungen dort für 2016 bereits zugelegt. Damit dürfte es auf der bei den Deutschen so beliebten Inselgruppe mächtig eng werden. Grund ist ein dort vor 15 Jahren erlassener Baustopp für neue Hotels und Appartementanlagen. Lediglich bestehende Anlage dürfen renoviert werden. Somit kann dort seit anderthalb Jahrzehnten nicht auf die steigende Nachfrage reagiert werden.

Auch die Tui-Sprecherin Holweg rät Reisenden, die dieses Jahr noch irgendwann nach Spanien wollen, möglichst bald zu buchen. "Zwar steht Spanien seit Jahren immer an der Spitze der beliebtesten Urlaubsziele der Deutschen, aber man verspürt für 2016 schon einen Anstieg." 

Auf der Gewinnerseite stehen laut dem Deutschen Reiseverband auch Portugal (+20 Prozent), die Balearen und das spanische Festland (je +4 Prozent), Italien (+6 Prozent) sowie Bulgarien (+9 Prozent).

(csr)
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