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Nach Anschlag in Tunesien
Reiseveranstalter bieten kostenlose Stornierungen an

Tunesien: Reiseveranstalter bieten kostenlose Stornierungen an
Im Urlaubsort Sousse hatte sich der Anschlag ereignet. FOTO: dpa, tba cul wst
Hannover. Nach dem Terrorangriff auf ein tunesisches Hotel mit mindestens 27 Toten bieten mehrere Reiseveranstalter kostenlose Stornierungen an.

Alle Gäste, die bereits gebucht haben, könnten bis einschließlich 15. September gebührenfrei umbuchen oder stornieren, teilte der Reiseveranstalter Tui mit. Für Urlauber, die sich derzeit vor Ort befinden, organisiert die Tui die Abreise.

Bei dem Hotel, das Ziel eines Terroranschlags wurde, handelt es sich um das "Imperial Marhaba" der Riu-Kette in Sousse, das zum Tui-Konzern gehört. Das Unternehmen prüft derzeit, ob deutsche Urlauber unter den Opfern sind. Aktuell befinden sich rund 260 Urlauber des Veranstalters in der Region. Insgesamt befinden sich etwa 3800 Tui-Gäste in Tunesien.

Neben Tui bietet auch der Reisekonzern Thomas Cook seinen Kunden einen kostenlosen Rücktritt von der Reise an. Urlauber der deutschen Thomas-Cook-Reiseveranstalter, die bis zum 24. Juli in das Land fliegen wollten, dürften kostenlos stornieren oder umbuchen, teilte das Unternehmen, zu dem auch "Neckermann Reisen" gehört, am Freitag mit. Nach derzeitigem Stand seien keine Gäste oder Mitarbeiter von Thomas Cook von der Tat betroffen. 

Die DER Touristik-Gruppe bot ihren Kunden ebenfalls kostenlose Stornierungen und Umbuchungen für alle Tunesien-Reisen mit Abflug bis zum 10. Juli an. Gleichzeitig organisierte das Unternehmen nach eigenen Angaben Flugkapazitäten, um Gäste, die das Land vorzeitig verlassen wollten, nach Deutschland zurück zu fliegen. 

Auch Kunden des Reiseveranstalters Alltours können ihren gebuchten Urlaub in dem nordafrikanischen Land kostenlos umbuchen oder stornieren. Die sei möglich für alle geplanten Abreisen bis zum 31. Juli, sagte Alltours-Sprecherin Alexandra Hoffmann in Düsseldorf. Urlauber, die sich derzeit in Tunesien aufhielten, würden auf eigenen Wunsch und kostenlos in die Heimat geflogen.

Der Duisburger Reiseveranstalter Schauinsland bietet seinen Urlaubern ebenfalls die Möglichkeit des kostenfreien Stornierens oder Umbuchens. "Nach aktuellem Stand sind Gäste von Schauinsland-Reisen nicht betroffen", teilte das Unternehmen weiter mit.

Das Auswärtige Amt rät in seinem aktualisierten Reisehinweis für Tunesien zu besonders umsichtigem Verhalten. Eine Reisewarnung sprach die Behörde nicht aus. Der Deutsche Reiseverband (DRV) hat derzeit noch keine weitere Informationen zur Lage vor Ort.

Einer der größten polnischen Reiseveranstalter hat derweil seine Flüge nach Tunesien ausgesetzt. Alle Reisen in das nordafrikanische Land würden gestoppt, berichtete der Rundfunksender TOK FM am Freitag unter Berufung auf eine Sprecherin von Itaka Polska. Das polnische Außenministerium bemühte sich am Freitag um Informationen, ob auch Polen unter den Terror-Opfern sind.

Auch die belgische Fluggesellschaft und Tui-Tochter Jetairfly fliegt nach dem Anschlag keine Reisenden mehr nach Tunesien. Das teilte das Unternehmen auf seiner Webseite mit. Ein Flug sei auf dem Weg nach Tunesien zurück nach Brüssel umgekehrt. Ein Abendflug wurde annulliert, ebenso wie vier Flüge am Samstag. Die Airline führt aber weiter Flüge aus, um Reisende aus dem Land nach Hause zu bringen.

Im Jahr 2014 reisten 425 648 Deutsche nach Tunesien – etwas weniger als im Jahr 2010 vor dem Arabischen Frühling. Im Revolutionsjahr 2011 waren die Gästezahlen auf 270 632 gefallen. Für das laufende Jahr verzeichnet Tunesien zwischen 1. Januar und 20. Juni einen Rückgang der deutschen Gäste um 20,9 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum. Erst im März waren bei einem Terrorangriff auf das Bardo-Museum in der Hauptstadt Tunis mehr als 20 Menschen getötet worden.

 

(dpa)
 
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